Montag, 30. September 2013

Lebe jetzt!

»Du kannst nicht wählen, wie du stirbst oder wann. Du kannst aber bestimmen, wie du lebst: Jetzt!«
(Joan Baez)

Freitag, 27. September 2013

Wer ist denn nun Chef von wem?

Das Ende der diesjährigen Herbst-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz kann ein Anlass sein, kurz über die Aufgaben, Bedeutung und Kompetenzen einer Bischofskonferenz und ihres Vorsitzenden nachzudenken.
Wirft man einen Blick in die Medien, wenn sie allgemein über Dinge in der Kirche berichten oder wenn sie einzelne Bischöfe interviewen und vor allem wenn sie mit dem umstrittenen Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz sprechen, dann stellen die Medien den Konsumenten folgende hierarchische Struktur der (deutschen) Kirche vor:

Wenn es so wäre, dann wäre alles schön geordnet und jeder weiß, wo er dran ist. Eine solche hierarchische Struktur passt dem durchschnittlichen deutschen Medienkonsumenten, da sie schön überschaubar und »logisch« ist.
Aber es geht ja noch weiter: Wenn jemand in der Deutschen Medienlandschaft etwas wissen will, dann fragt er bei der Bischofskonferenz an und der Pressesprecher gibt Auskunft oder aber es wird beim Vorsitzenden angefragt oder er wird interviewt. Dies betrifft auch Dinge, die sich irgendwo in irgendeiner Diözese abspielen. So wurde – um ein Beispiel zu nennen – der Vorsitzende der DBK, welcher selbst ja Erzbischof von Freiburg ist bzw. war, zu Vorgängen in der Diözese Limburg befragt, mit der er an sich nichts zu tun hat.
Wenn es also zum Beispiel aber in einem Bistum Probleme gibt, und der Bischof nicht so spurt, wie die Medien das gerne hätten, dann rufen die Medienvertreter ebenfalls bei der Bischofskonferenz an oder beim Vorsitzenden, damit dieser ein Machtwort spricht oder aber zumindest eine Ermahnung abgibt.
Es wird in den Medien davon ausgegangen, daß die Kompetenzen und Weisungsbefungnisse so liegen, daß eine höhere Ebene über jeder unter ihr liegenden bestimmen kann. Damit ergibt sich ein seltsames Geflecht von Weisungsbefungnissen:

Wäre es so, wären Probleme vorprogrammiert: Ein Bischof wäre der Befehlsempfänger von drei Instanzen (Erzbischof, DBK und Vorsitzendem der DBK). Das wäre schon äußerst seltsam. Daß hier also was nicht stimmen kann, sollte jedem eigentlich auf den ersten Blick klar sein, und dennoch hat sich dieses (oder ein ähnliches) Modell in den Köpfen festgesetzt.

Doch wie sieht es nur wirklich aus?
Maßgeblich für ist das Kirchenrecht (CIC) und dort die Canones 447 bis 459. Zuerst wird definiert, was eine Bischofskonferenz ist und es werden ihre Aufgaben knapp umrissen (Hervorhebung von mir).
»Can. 447 — Die Bischofskonferenz, als ständige Einrichtung, ist der Zusammenschluß der Bischöfe einer Nation oder eines bestimmten Gebietes, die gewisse pastorale Aufgaben für die Gläubigen ihres Gebietes nach Maßgabe des Rechts gemeinsam ausüben, um das höhere Gut, das die Kirche den Menschen gewährt, zu fördern, besonders durch Formen und Methoden des Apostolates, die den zeitlichen und örtlichen Umständen in geeigneter Weise angepaßt sind.«
Hier wird schon deutlich, daß die Bischofskonferenz kein Kontrollgremium für »untergeordnete« Erzbischöfe und Bischöfe ist und daß die Bischofskonferenz keine Anweisungen erteilen kann. In den folgenden Canones wird auf die Zusammensetzung u.ä. eingegangen bist in Canon 455 die Kompetenzen, die nur sehr beschränkt sind, aufgezeigt werden.
»Can. 455 — § 1. Die Bischofskonferenz kann nur in den Angelegenheiten allgemeine Dekrete erlassen, in denen das allgemeine Recht es vorschreibt oder eine besondere Anordnung dies bestimmt, die der Apostolische Stuhl aus eigenem Antrieb oder auf Bitten der Konferenz selbst erlassen hat.

§ 2. Die in § 1 genannten Dekrete müssen, um gültig in der Vollversammlung erlassen werden zu können, von wenigstens zwei Dritteln der Stimmen jener Vorsteher, die mit entscheidendem Stimmrecht der Konferenz angehören, getragen werden; sie erhalten erst dann Rechtskraft, wenn sie nach Überprüfung durch den Apostolischen Stuhl rechtmäßig promulgiert worden sind.

§ 3. Die Promulgationsweise und der Zeitpunkt, von dem an die Dekrete Rechtskraft erlangen, werden von der Bischofskonferenz selbst festgelegt.

§ 4. In den Fällen, in denen weder das allgemeine Recht noch eine besondere Anordnung des Apostolischen Stuhls der Bischofskonferenz die in § 1 genannte Vollmacht einräumt, bleibt die Zuständigkeit des einzelnen Diözesanbischofs ungeschmälert erhalten, und weder die Konferenz noch ihr Vorsitzender kann im Namen aller Bischöfe handeln, wenn nicht alle Bischöfe einzeln ihre Zustimmung gegeben haben.«
Nach §1 kann also die Bischofskonferenz nur in wenigen Fällen überhaupt etwas verbindlich vorschreiben. Das sind die Fälle, bei denen im Kirchenrecht (oder anderem Recht wie etwa liturgischen Büchern) explizit die Möglichkeit der Regelung durch die Bischofskonferenz vorgesehen ist oder der Apostolische Stuhl es wünscht. In den meisten dieser Fälle hat etwa die deutsche Bischofskonferenz auch entsprechende Partikularnormen, die vorher durch den Apostolischen Stuhl überprüft wurden, erlassen.
In anderen Fällen kann die Bischofskonferenz nur beraten, wo die Reise hin geht und die Marschroute festlegen, doch jeder einzelne Bischof ist für seine Diözese allein zuständig. Eine in der Bischofskonferenz beschlossene Vorschrift muß jeder einzelne Bischof für seine Diözese in Kraft setzen. Weigert sich ein Bischof, dies zu tun, so hat die Bischofskonferenz keine Möglichkeit, ihm auf die Finger zu klopfen oder ihn zu zwingen, ein Gesetz zu promulgieren. Schon gar nicht kann die Bischofskonferenz oder gar ihr Vorsitzender in die Gesetzgebung innerhalb der Diözesen eingreifen. Jeder Bischof ist für seine Diözese verantwortlich und einzig und alleim dem Papst Rechenschaft schuldig.

Die Kompetenzen der Bischofskonferenz sind also äußerst bescheiden. Lediglich durch mediale Berichterstattung und Verzerrung der Tatsachen, wurde der Eindruck von Bedeutung in der Öffentlichkeit getragen und hat sich dort festgesetzt.
Tatsächlich wäre es aber wohl so, daß sich in der Kirche in Deutschlands nichts verändern würde, wenn die Bischofskonferenz nicht mehr existent wäre. Und tatsächlich wäre eine Auflösung sogar möglich… die Bischöfe müssen es nur wollen und mal freundlich nachfragen…
»Can. 449 — § 1. Es steht ausschließlich der höchsten Autorität der Kirche zu, nach Anhören der betroffenen Bischöfe, Bischofskonferenzen zu errichten, aufzulösen oder zu verändern.«

Montag, 23. September 2013

Der rechte Zeitpunkt

»Große Wendungen werden nicht immer durch starke Hände herbeigeführt, sondern durch ein glückliches Zugreifen im geeigneten Augenblick.«
(Jonathan Swift)

Samstag, 21. September 2013

Grabstein-Weisheiten XII

Der Weg zur Ewigkeit
ist gar nicht weit:
Um sieben fuhr er fort,
um zehn Uhr war er dort.
(Grab eines Fuhrmanns in Lenggries, der unterwegs verunglückt war)

Montag, 16. September 2013

Samstag, 14. September 2013

Krautsalat

Im Spät­s­om­mer bzw. Frühherbst ist die Hauptsaison von Kohl, Wirsing etc. Riesige Kohlköpfe bekommt man auf den Märk­ten und frisch vom Feld „für nen Appel und nen Ei“.
Oft sind die Köpfe jedoch so groß, daß sich jedoch fragt, was man damit al­les an­stel­len kann, wenngleich es einige schöne Kohlgerich­te von Suppen, Eintöpfen über Sa­late bis zu Haupt­speisen, wie Kohlrou­lan­den gibt.
Hier ist ein Rezept für einen Krautsalat.
  • 1 kleinen Weißkohl
  • 2 Paprika
  • 1 Zwiebel
  • 1 Tasse (ca. 125ml) Essig
  • 3/4 Tasse Öl
  • 3/4 Tasse Zucker
  • 2 TL Senf
  • 2 TL Salz
  • Pfeffer
  • Kümmel
Die Menge Weißkohl kann durch­aus variie­ren. Pi-mal-Daumen würde ich sa­gen, daß man mit ei­nem gu­ten Ki­lo recht gut liegt.
Der Kohl wird fein geho­belt und die Paprika und die Zwiebel wer­den ent­weder sehr fein ge­schnit­ten oder auch geho­belt. Al­les gut vermen­gen. Die Farbe der Paprika ist eher nebensächl­ich, doch sieht der Sa­lat optisch mit ro­ten Paprika vi­elleicht etwas hüb­scher aus, wobei dann der Kohl durch den Saft der Paprika auch ganz leicht ei­ne rote Farbe annimmt. In indus­tri­ell herge­stell­tem Krauts­a­lat sind meist grüne Paprika­s­tücke drin.
KrautsalatEssig, Zu­cker, Senf und Salz in ei­nem Topf verrüh­ren, so daß sich der Zu­cker auf­löst. Kräftig mit Pfeffer und zer­stoßenen Kümmelsamen wür­zen. Wer die etwas har­ten Kümmelkörner nicht mag, kann notfalls auch auf gemah­lenen Kümmel zurückgrei­fen. Dann das Öl hinzuge­ben al­les un­ter Rüh­ren und kurz auf­ko­chen las­sen. Den heißen Sud über das Kraut ge­ben und gut durch­mi­schen.
Al­les zu­sammen in ei­nem gut verschlosse­nem Gefäß min­des­tens 24 Stun­den durch­zie­hen las­sen, dabei zwi­schendurch einmal umrüh­ren. Ich verwen­de im­mer ei­ne Plas­tik­schüs­sel mit gut schließendem Deckel. Die Schüs­sel muß nicht zwin­gend von den Her­stel­ler sein, der regelmäßig Party macht. Dann reicht es, ihn in der verschlossenen Schüs­sel zwi­schendurch mal durch­zu­schüt­teln. Nach 24 Stun­den kann der Sa­lat geges­sen wer­den. Je län­ger er zieht, je bes­ser wird der Sa­lat im Ge­schmack, da der Kohl dann wei­cher wird. Wenn man Gäste hat, läßt sich der Sa­lat also pri­ma zwei oder drei Tage vorher vorbe­rei­ten. Im Kühlschrank hält er sich gut gekühlt zwei Wo­chen.

Man kann diesen Sa­lat auch mit Rotkohl her­stel­len. Dann wird er ge­schmack­lich etwas herber. Da Rotkohl ein klein we­nig fes­ter ist, empfiehlt es sich den Sa­lat nicht nur 24 sondern 48 Stun­den durch­zie­hen zu las­sen. Als Essig bietet sich Rotwein­essig an.

Guten Appetit.

Montag, 9. September 2013

Ablehnung

»Aufschub ist die tödlichste Form der Ablehnung.«
(Cyril Northcote Parkinson)

Sonntag, 8. September 2013

Our Lady of Victories

Am am 8. September 1565 endete die große Belagerung von Malta mit dem Sieg der Malteserritter über die osmanischen Angreifer. Der Oberbefehlshaber der osmanischen Truppen, Mustafa Pascha, befahl den Rückzug.
Der Tag wird heute auf Malta unter dem Titel »Our Lady of Victories« gefeiert und ist gleichzeitig ein staatlicher Feiertag.

Dienstag, 3. September 2013

Der strebsame Student

Gebet eines strebsamen Studenten (vermutlich Erstsemester)
»O Herr, Dir gilt zuerst mein Gruß:,
mach' mich zum Baccalaureus,
und zweitens dann – es wäre gut –
bekäm' ich bald den Doktorhut;
dann drittens wäre es noch besser,
mach' mich doch auch noch zum Professor,
und viertens – denn ich raste nie –
zum Mitglied der Akademie;
und fünftens soll man einstens lesen
in der TIMES, was ich gewesen.«
(Aus: Kabinett physikalischer Raritäten, S.115.)

Montag, 2. September 2013

Sonntag, 1. September 2013

Grabstein-Weisheiten XI

Was er im Leben nie vollbracht,
der Tot hat es mit ihm gemacht:
Kurzen Prozeß!
(Grab eines Rechtsanwalts in Brünn)