Freitag, 28. Februar 2014

Currypulver

Curry ist vermutlich eine der beliebtesten Gewürzmischungen. Sie verleiht nicht nur der Currywurst ihren Namen, sondern schmeckt zu vielen anderen Gerichten, insbesondere zu Geflügel.
„Die“ Gewürzmischung gibt es dabei nicht. Hier ist viel Phantasie und Ausprobieren angesagt und jeder macht die Mischung etwas anders. Die Gemeinsamkeit besteht in dem Hauptbestandteil Kurkuma, das der Mischung die typisch gelbe Farbe verleiht. Alle weiteren Zutaten sind im wahrsten Sinne des Wortes Geschmacks­sache. Im Folgenden steht also ein Rezept für ein Variante, wie man eine Currymischung zusammenstellen kann:
  • 29,0g Kurkuma
  • 5,0g Koriandersamen
  • 2,0g Kümmel
  • 2,0g Paprikapulver
  • 2,0g Bockshornklee
  • 2,0g schwarzer Pfeffer
  • 1,5g Cumin (Kreuzkümmel)
  • 1,5g schwarze Senfkörner
  • 1,5g Fenchelsamen
  • 1,0g Kardamon
  • 1,0g getrocknete Chilischoten
  • 0,5g getrocknete Malvenblüten (Hibiskus)
  • 0,5g Piment
  • 0,5g Muskatblüte
Gesamt: 50g

Zum Abwiegen eignet sich eine digitale Waage, die möglichst auf zwei Nachkommastellen genau wiegt und anzeigt. Solche Waagen sind inzwischen für wenig Geld (teils unter 10€) erhältlich und reichen zum Abwiegen für Gewürze völlig aus. Sie werden unter der Bezeichnung „Feinwaage“ oder „Goldwaage“ vertrieben.
Alle Gewürze müssen werden sehr fein gemahlen werden, sofern sie es nicht schon sind. Ich benutze für so etwas immer eine alte Kaffeemühle mit Handbetrieb. Der Vorteil ist, daß man nur langsam mahlen kann und die Gewürze beim Mahlvorgang nicht heiß werden und ihr Aroma nicht verlieren.

Guten Appetit.

Dienstag, 25. Februar 2014

Raketenlied

„Raketenlied“ (Ramsong) ist der dritte und letzte Teil der Unsterblichen-Trilogie aus der Feder der amerikanischen, inzwischen schon verstorbenen, Science-Fiction Autorin Sharon Webb aus dem Jahre 1984.
Der erste Band mit dem Titel „Erdenkind“ (Earthchild) war 1981 und der zweite Band „Erdenlied“ (Earth song) 1983 erschienen.
»1. Kapitel

Das Lied der Ram drang durch die ewige Nacht. Während sie um die blaugrüne Welt unter ihr kreiste, sang sie von einem anderen Ort und einer anderen Zeit
Sie sprach zu den Sternen und den verlassenen Regionen dazwischen, erzählte in Lichtmetaphern von ihrer Herkunft und stellte ihre Erschaffung mit Infraschallgewisper und uralten Kadenzen dar…«
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Montag, 24. Februar 2014

Was ist der Mensch? 09/2014

»Der Mensch ist das Wesen, das sein Entwicklungsziel schuldhaft verfehlen kann.«
(Hans-Eduard Hengstenberg)

Samstag, 22. Februar 2014

Heiligenattribute von A bis Z (XX): L

In der Reihe »Heiligenattribute von A bis Z« will ich versuchen eine Übersicht der Attribute, die man in der Kunst den Heiligen zugeordnet hat, zu erstellen.
Häufig passiert es nämlich, daß man die Abbildung oder Statue eines Heiligen sieht, und nicht weiß, wer das eigentlich ist, weil kein Schild darüber Auskunft gibt. Hier kann dieses Register als Hilfe dienen. Die Übersicht erhebt aber keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit. Hier ist also Teil 20 der Liste.

Lamm
  • Agnes von Montepulciano OP
  • Agnes von Rom
  • Ewaldus der Weiße
  • Hartmann von Brixen CanAug, Bischof
  • Joachim (Vater der Gottesmutter)
  • Johannes Agnus von Maastricht, Bischof
  • Johannes der Täufer
  • Klemens I., Papst
  • Lambert von Freising, Bischof
Lamm mit Brustwunde und Blutkelch
  • Johannes der Täufer
Lamm neben Prinzessin
  • Georg
Lamm in Rechteck oder Rundscheibe
  • Johannes der Täufer
Lamm über den Schultern
  • Paulus, Apostel
Lamm und Wolf
  • Karlmann OSB
Lampe
  • Brigida von Kildare, Äbtissin
  • Caecilia von Rom
  • Candida
  • Elisabeth Thaumaturga
  • Flora und Lucilla von Rom
  • Gerhard von Cagnoli
  • Joseph von Nazareth
  • Katharina von Schweden OSSalv, Äbtissin
  • Leonitus von Muri
  • Lucia von Syrakus
  • Nonnosus OSB, Abt
  • Paraskeve
  • Walburga OSB, Äbtissin
  • allgemein Jungfrauen
  • allgemein Eremiten
Lampe mit Augen
  • Lucia von Syrakus
Lampe auf Buch
  • Katharina von Schweden OSSalv, Äbtissin
Lampe über dem Kopf
  • Anthelmus von Belley OCarth, Bischof
Lanze
  • Adalbert von Prag, Bischof
  • Antonius von Piacenza
  • Chrysanthus und Daria von Rom
  • Franz Martyr OP
  • Gerhard von Csanád OSB, Bischof
  • Grimoald von Saintes
  • Johannes und Paulus von Rom
  • Knut der Heilige
  • Kordula von Köln
  • Lambert von Maastricht, Bischof
  • Matthias, Apostel
  • Potentius von Steinfeld
  • Thomas, Apostel
Lanze von hinten durch die Brust gebohrt
  • Petrus von Castelnau SOCist
Lanzen, drei, von Jesus oder Engel gehalten
  • Margareta von Savoyen OP
Lanzen, zwei
  • Bassus von Nizza, Bischof
Lanzen, zwe, diagonal gekreuzt durch die Brust gebohrt
  • Benignus von Dijon
Lanzenspitze
  • Dagobert II
  • Koloman von Stockerau
Laterne
  • Gudula von Brüssel
  • Johannes der Täufer
Laute
  • Caecilia von Rom
  • Maria Magdalena
Leber
  • Ansanus von Siena
Leiter
  • Bathildis
  • Emmeram von Regensburg, Bischof
  • Johannes Klimakus von Sinai
  • Osanna Kosić TOSD
Leopard
  • Marciana von Cäsarea in Mauretanien
Leopardenfell
  • Johannes der Täufer
Liktorenbündel
  • Agapitus von Praeneste
Lilie/Lilienzweig
  • Adalbert von Egmond, Diakon
  • Aloisius Gonzaga SJ
  • Anna
  • Antonius von Padua OMin
  • Barnabit Antonius Maria Zaccaria
  • Benedikt Joseph Labre
  • Bernhard von Baden
  • Berthold von Calabrien OCarm
  • Bruno der Karthäuser
  • Daniela von Orvieto OSD
  • Dominikus von Caleruega
  • Edigna von Puch
  • Euphemia von Chalzedon
  • Euphrasia von Konstantinopel, Eremitin
  • Gertrud von Nivelles, Äbtissin
  • Isabella von Frankreich OSCl
  • Isnard von Chiampo
  • Johanna von Orvieto OSD
  • Johanna von Portugal OSD
  • Johannes der Täufer
  • Jordan von Sachsen
  • Judith und Salome von Niederaltaich
  • Juliana Falconieri OSM
  • Katharina von Racconigi OSD Terziarin
  • Katharina von Schweden OSSalv, Äbtissin
  • Katharina von Siena OSD Terziarin
  • Klara von Assisi OSCl
  • Ludwig IX. der Heilige
  • Luitgard von Tongern SOCist
  • Maria Magdalena de Pazzi
  • Matrona von Barcelona
  • Pharahildis von Gent
  • Rainald SOCist
  • Reparata von Teniza
  • Rosa von Lima OSD Terziarin
  • Stanislaus Kostka SJ
  • Wilbirg
  • allgemein: Zeichen der Jungfräulichkeit
  • allgemein: Zeichen der Reinheit
Linie in Bettelsack
  • Crispin von Viterbo OFMCap
Lilie aus der das Christkind wächst
  • Katharina Vigri von Bologna OSCl
Lilien, drei
  • Maurus von Glanfeuil OSB, Abt
Lilie(n) im Gewandbausch
  • Elisabeth von Thüringen TOR
Lilie, heraldisch
  • Ludwig IX. der Heilige
  • Radegundis
  • Ursicinus
Lilie, heraldisch (Wappen von Florenz)
  • Zenobius von Florenz, Bischof
Lilienmantel
  • Radegundis
Lilienzepter
  • Balbina von Rom
  • Caecilia von Rom
Linde
  • Edigna von Puch
Löffel
  • Karlmann OSB
Löffel mit Arzneischachtel
  • allgemein: Ärzte
Lonche (als Salbspatel)
  • Kosmas und Damian
Lorbeerkranz
  • Heinrich II. der Heilige
  • Johanna von Orleans
  • Johannes und Paulus von Rom
  • Ludwig IX. der Heilige
Lorbeerzweig mit drei Kronen
  • Petrus Martyr OP
Löwe
  • Abdon und Sennen
  • Adrian von Nikomedien
  • Daniel
  • Daria von Rom
  • Euphemia von Chalzedon
  • Gerasimus vom Jordan
  • Gertrud von Altenberg OPraem
  • Hieronymus
  • Ignatius Theophorus von Antiochien, Bischof und Eremit
  • Josaphat
  • Markus, Apostel und Evangelist
  • Prisca von Rom
  • Richardus, Eremit
  • Thekla
  • allgemein: Eremiten
Löwe, die Füße leckend
  • Justa und Rufina von Sevilla
Löwe, geflügelt
  • Markus, Apostel und Evangelist
Löwe als Reittier
  • Mammas von Cäsarea
  • Markus, Apostel und Evangelist
Löwen, zwei
  • Agapitus von Praeneste
  • Ignatius Theophorus von Antiochien, Bischof und Eremit
  • Makarius Romanus, Eremit
  • Paulus von Theben
Luftröhre(mit Lungenflügeln)
  • Ansanus von Siena

Freitag, 21. Februar 2014

Grabstein-Weisheiten XX

Hier liegt in süßer Ruh,
zerdrückt von seiner Kuh,
Franz Xaver Maier.
Hier ersieht jedermann,
wie kurios man sterben kann.
(Auf einem Friedhof in Schwaben)

Donnerstag, 20. Februar 2014

Erdenlied

„Erdenlied“ (Earth song) ist der zweite Teil der Unsterblichen-Trilogie aus der Feder der amerikanischen, inzwischen schon verstorbenen, Science-Fiction Autorin Sharon Webb aus dem Jahre 1983. Der erste Band „Erdenkind“ (Earthchild) war 1981 und der dritte Band „Raketenlied“ (Ramsong) war 1984 erschienen.

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Freitag, 14. Februar 2014

Erdenkind

„Erdenkind“ (Earthchild) ist der erste Teil der Unsterblichen-Trilogie aus der Feder der amerikanischen, inzwischen schon verstorbenen, Science-Fiction Autorin Sharon Webb aus dem Jahre 1981. Die beiden andren Bände „Erdenlied“ (Earth song) und „Raketenlied“ (Ramsong) erschienen in den folgenden Jahren bis 1984. Die deutschen Übersetzungen der drei Bände stammen jeweils von Peter Robert.
Als „Erdenkind“ erschien wurde Sharon Webb schnell als neuer Shooting-Star am Sci-Fi-Himmel gefeiert…

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Donnerstag, 13. Februar 2014

»Rule Golden«

Die Überschrift dieses Blogeintrags hat nichts mit einer Gleichung aus der Quantenmechanik zu tun und sie zielt nicht direkt auf die Goldene Regel aus der Ethik: „Behandle andere so, wie du von ihnen behandelt werden willst“ ab. Im Deutschen hat sich die goldene Regel in dem Sprichwort „Was du nicht willst, dass man dir tu’, das füg’ auch keinem anderen zu“ Niederschlag gefunden, welches eine negative Formulierung darstellt.
Um eine Art der negierten Form der klassischen goldenen Regel geht es in „Rule Golden“ tatsächlich. Der engl. Ausdruck für die goldene Regel ist „golden rule“ und dieser wurde hier in der Wortstellung umgedreht.
„Rule Golden“ ist eine Novelle des amerikanischen, inzwischen schon verstorbenen, Science-Fiction Autors Damon Knight aus dem Jahre 1954. (Nebenbei: der Roswell-Zwischenfall war 1947.) In deutscher Übersetzung ist die Novelle unter dem Titel „Welt ohne Gewalt“ veröffentlicht worden.¹
In den ersten Zeilen der Novelle liest man:
»In Des Moines gab ein Mann seiner Frau einen Fußtritt. Man brachte sie mit einem Steißbeinbruch ins Krankenhaus.
Ihn auch.
In Kansas City tötete ein Jugendlicher seinen Schulkameraden mit einem Pistolenschuß und brach tot zusammen – Herzversagen.
In Decatur schlugen zwei Mittelgewichtsboxer namens Packy Morris und Leo Oschinsky einander gleichzeitig k.o.
In St. Louis schoß ein Polizeibeamter einen flüchtenden Bankräuber nieder und brach zusammen. Der Bankräuber starb; der Polizeibeamte schwebte in Lebensgefahr…«
Die Geschichte ist also schnell erzählt: Auf der Erde ist ein Außerirdischer gelandet und er wird – wie sollte es auch anders sein — in den USA in einem geheimen Forschungslabor der Regierung bzw. Armee festgehalten. Ein Journalist kann den Forschungskomplex besuchen und er ermöglicht dem Außerirdischen die Flucht. Beide reisen danach einmal um die Welt. Bei der Reise verströmt der Außerirdische ein Aerosol, welches die Menschen empathisch macht und zwar so, daß jeder, der einem anderen etwas antut, das gleiche selbst verspürt.
Die dort formulierte Regel lautet: „Dir geschehe das, was du anderen antust.“
Diese Art der Emphatie ist allumfassend und betrifft alle höheren Lebewesen. Schlachthofmitarbeiter brechen zusammen, weil sie mit den Schlachttieren fühlen. Fleischfressende Tiere sterben aus oder werden zu Vegetariern, weil sie keine anderen Tiere zum Fressen töten können ohne selbst zu sterben. Gefängnisangestellte legen die Arbeit nieder, da sie Depressionen bekommen. Auch Regierungen stürzen, da sie keine Macht bzw. Gewalt mehr (über die Menschen) haben. Es herrscht (friedliche) Anarchie! Doch wird man auch an die alte Regel „Auge für Auge, Zahn für Zahn“ erinnert. Jedoch gibt es kein Recht, keine Richter und keine Vollstrecker, sondern die Strafe tritt mit der Tat zeitgleich und automatisch ein.
Das Ziel soll freilich eine friedliche Welt sein in der alle – Mensch und Tier – ohne Gewalt zusammenleben.
Unwillkürlich fühlt man sich an Jesaja 11 erinnert:
»6 Dann wohnt der Wolf beim Lamm, der Panther liegt beim Böcklein. Kalb und Löwe weiden zusammen, ein kleiner Knabe kann sie hüten.
7 Kuh und Bärin freunden sich an, ihre Jungen liegen beieinander. Der Löwe frisst Stroh wie das Rind.
8 Der Säugling spielt vor dem Schlupfloch der Natter, das Kind streckt seine Hand in die Höhle der Schlange.
9 Man tut nichts Böses mehr und begeht kein Verbrechen auf meinem ganzen heiligen Berg; denn das Land ist erfüllt von der Erkenntnis des Herrn, so wie das Meer mit Wasser gefüllt ist.«
Es gibt jedoch einen gewaltigen Unterschied: In der Novelle ist es das Wissen um die Strafe und die Angst vor der von allein eintretenden Strafe, die die Menschen zum Frieden zwingt. Ist dies ein erstrebenswerter Zustand?
Frieden, der auf Furcht beruht, kann kein wahrer Frieden sein. Wahren Frieden kann auch kein Außerirdischer mit Psycho-Drogen bringen. Das wäre allenfalls eine Einbildung. Es ist nur eine momentane Abwesenheit von Gewalt die es in der Welt und durch weltliche Dinge geben kann. Es ist dann eine „Welt ohne Gewalt“, wie auch die dt. Übersetzung der Novelle titelt. Etwas ganz anderes ist da der Friede, den Christus verheißt (Joh 14,27):
»Frieden hinterlasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch; nicht einen Frieden, wie die Welt ihn gibt, gebe ich euch…«
Um diesen Frieden kann man nur beten und auf ihn hoffen. Daß was hier auf Erden getan werden kann, erscheint da eher als Schadensbegrenzung, die in der Tat in Richtung „Welt ohne Gewalt“ geht. Das muß man dann auch so nennen. Die Suche nach dem Weltfrieden bleibt vermutlich eine Utopie, ähnlich wie die Novelle eine Utopie beschreibt. Aber wie kann denn Schadensbegrenzung gehen?

Bloggerkollege Peter greift mit der Überschrift „Berichte und vernichte“ einen Spezialfall der Gewalt auf: Mediale Gewalt gegen mißgeliebte Menschen.
Die Macht der Medien ist heutzutage in der Tat gewaltig und nicht selten auch gewalttätig. Die Opfer der Medien pflastern die Straßen der Geschichte. Behauptungen, Gerüchte, Halbwahrheiten bis hin zu frei Erfundenem in Millionenauflage vervielfältigt dienen als Mittel, den Gegner an die Wand zu spielen; ihm seiner Reputation zu berauben; ihn als Gauner dastehen zu lassen u.v.m. Und selbst wenn das Opfer am Boden liegt wird noch mehrfach nachgetreten.
Ist bis zum Ende nicht klar, ob sich das Medienopfer etwas hat zu Schulden kommen lassen, so können die Medien auf den alten Satz hoffen: „Semper aliquid haeret“ (etwas bleibt immer hängen).
Und sollte sich später jedoch herausstellen, daß hier ein Unschuldiger zu Fall gebracht wurde, so führt selbst das, wenn überhaupt, oft nur zu einer knappen Meldung des Bedauerns auf Seite sieben.
Peter schlägt in solchen Fällen als Gegenmittel die Überprüfung der Sachverhalte vor – neudeutsch: Faktencheck. Diese sollten dann Öffentlich gemacht werden, um so die Wahrheit ans Licht zu bringen. „Über allem aber siegt die Wahrheit“ (III Esr 3,12 Vg) mag der antreibende Gedanke zu sein.
Das ist auf den ersten Blick ein richtiger Gedanke. Ist er aber wirklich richtig? Wie wirkt sich das Bezeichnen der Lüge als Lüge auf jenen aus, der gelogen hat und nun öffentlich als Lügner da steht? Oder muß man dann sagen: „Geschieht ihm recht!“? Darf man jemanden so brandmarken?
»Mt 18,15 Wenn dein Bruder sündigt, dann geh zu ihm und weise ihn unter vier Augen zurecht. Hört er auf dich, so hast du deinen Bruder zurückgewonnen.
16 Hört er aber nicht auf dich, dann nimm einen oder zwei Männer mit, denn jede Sache muss durch die Aussage von zwei oder drei Zeugen entschieden werden.
17 Hört er auch auf sie nicht, dann sag es der Gemeinde. Hört er aber auch auf die Gemeinde nicht, dann sei er für dich wie ein Heide oder ein Zöllner.«
Es ist eine Sache jemanden unter vier Augen für seine Tat zurechtzuweisen und eine andere, seine Tat öffentlich zu machen. Wenn wir uns als Kinder mit Freunden gestritten habe und wütend nach Hause kamen, dann sagten die Eltern oft: „Jetzt geh hin, steckt die Köppe zusammen und vertragt Euch wieder“ und damit war genau diese Zurechtweisung unter Brüdern gemeint, von der der Herr spricht. Es wurde kein großes Buhei gemacht; andere waren nicht involviert; das regelte man unter sich – erfolgreich!
Diese Form der Zurechtweisung unter Brüdern betrifft aber nur Dinge, die gegen eine Person gerichtet waren und von denen nur Täter und Opfer wissen. Wurde aber eine Sache öffentlich gemacht, so sieht es ganz anders aus:
»…Dein Bruder hat also gegen dich gesündigt; aber wenn du allein es weißt, dann hat er wirklich nur gegen dich gesündigt, denn wenn er dir vor vielen Zuhören Unrecht getan hat, hat er auch gegen jene gesündigt, die er zu Zeugen seiner Ungerechtigkeit gemacht hat. Diejenigen Sünden sind also öffentlich zu tadeln, die auch öffentlich begangen wurden, im Verborgenen dagegen diejenigen, die im Verborgenen begangen wurden…« (Augustinus)
Da Medien immer öffentlich agieren, sind also in der Tat auch öffentliche Zurechtweisungen angebracht. Diese dienen aber nicht nur der Verteidigung desjenigen gegen den die Medien agiert haben, sondern der Verteidigung aller, die – abstrakt gesprochen – durch die Veröffentlichung geschädigt wurden, weil ihnen die Unwahrheit als Wahrheit verkauft wurde. Das schützenswerte Gut ist hier die Wahrheit. Ob jeder immer und überall ein Recht auf Wahrheit hat, wird damit generell nicht bejaht und wäre einer eigenen Betrachtung wert. Verworfen wird allerdings die Überzeugung, welche offenbar in manchen Redaktionen herrscht, jemanden ungestraft belügen zu dürfen. Hier darf der öffentliche Lügner als Lügner bezeichnet werden.

¹Die Novelle ist auf Deutsch erschienen in der Reihe Unterwegs in die Welt von morgen. Utopische Geschichten und Science-fiction Romane im Verlag Das Beste (Stuttgart, Zürich, Wien). Dort ist es der Band 121 mit den zwei Geschichte „Die Kolonie“ von Ben Bova und „Welt ohne Gewalt“ von Damon Knight. ISBN 3-87070-370-9.

Montag, 10. Februar 2014

Was ist der Mensch? 07/2014

»Der Mensch ist dazu bestimmt, entweder Vater oder Mutter zu sein, in irgendwelchem Sinne.«
(F. Nietzsche)

Mittwoch, 5. Februar 2014

Epigramme

Alexander Pope:
»Natur und ihr Gesetz im Dunkel lag verborgen,
Gott sprach: „Es werde Newton!“, und es ward lichter Morgen.«
Sir John Collins Squire
»Es dauerte nicht lange, der Teufel brüllte: „Ho!
Es werde Einstein!“, und seither ist wieder status quo.«
(Aus: Kabinett physikalischer Raritäten, S. 57.)

Dienstag, 4. Februar 2014

Blasius, genannt Uwe

Beim gest­ri­gen Pa­tro­zi­ni­um in der Pfar­rei St. Bla­si­us be­gann der Fest­pre­di­ger, der ge­bür­tig aus ei­nem Nach­bar­ort stammt, mit ei­ner klei­nen Ge­schich­te, die er selbst in den 50er Jah­ren als Ju­gend­li­cher oder jun­ger Mann in eben je­ner Kir­che er­lebt hat, in der er nun pre­dig­te:
Bei ei­ner Tau­fe frag­te der Pfar­rer, wie das Kind denn heißen soll. Die El­tern ant­wor­te­ten: „Uwe“, wor­auf der Pries­ter sag­te: „Den gibt es nicht!“ Noch zwei wei­te­re Ma­le frag­te er die El­tern und be­kam im­mer die Ant­wort, daß das Kind „Uwe“ heiße. Je­des­mal lehn­te je­doch der Pries­ter den Na­men mit dem Ver­weis: „Den gibt es nicht!“ ab. Ge­meint war na­tür­lich, daß es kei­nen Hei­li­gen mit dem Na­men gibt.
Schließlich kam er zum Punkt der ei­gent­li­chen Tau­fe und der Pries­ter sprach: „Bla­si­us, ich tau­fe dich im Na­men des Va­ters und des Soh­nes und des Hei­li­gen Geis­tes.“
Die El­tern und al­le An­we­sen­den wa­ren sprach­los und die Stim­mung war ent­spre­chend am Bo­den. Jah­re spä­ter nun, bat der Fest­pre­di­ger einen Pries­ter, der in der Ge­mein­de aus­half, mal nach­zu­se­hen, was der Pfar­rer da­mals denn ei­gent­lich ins Tauf­re­gis­ter ein­ge­tra­gen ha­be. Dort stand zu le­sen:
»Bla­si­us, ge­nannt Uwe«

Sonntag, 2. Februar 2014

St. Blasius 2014

Für viele Katholiken ist der Blasiussegen neben dem Aschenkreuz ja sowas wie das achte oder neunte Sakrament (je nach Zählweise). Hier in Paderborn, in der Liboripfarrei, wird in der Busdorfkirche ein Blasius Triduum gefeiert. Zum Segen werden dort keine gekreuzten Kerzen verwandt, sondern eine Büste mit Reliquien des Heiligen. Diese Büste wird jedem Gläubigen, der zum Segen niederkniet, auf den Kopf gesetzt und dann die Segensformel gesprochen. Wer es in den drei Tagen nicht schafft, sich so einen Segen „abzuholen“, dem ist in anbetracht der Vielzahl der Zeiten, an denen der Segen gespendet, wird, auch nicht mehr zu helfen.
Ich habe allerdings in diesem Jahr auf diese Form des Empfangs des Segens verzichtet und ihn schon im Anschluß an die Messe zu Mariä Lichtmeß bzw. Darstellung des Herrn empfangen. Etwas schade war dabei freilich, daß das schöne Blasius-Lied, welches hier in Paderborn ebenso wie in meiner Heimatpfarrei und auch weiteren Pfarrreien gesungen wird, eben nicht gesungen wurde.
Den Blasiustag selbst werde ich in meiner Heimatpfarrei begehen, da der Tag dort Patronatsfest und Tag der Ewigen Anbetung ist. So werde ich noch genug Gelegenheit bekommen, das Lied zu singen.
  1. Armer und Kranker Leid heiltest du weit und breit, rettend aus Leibesnot und Seelentod. Lob, Ehr und Herrlichkeit sei Gott in Ewigkeit, der dich als Glaubensheld uns vorgestellt.
  2. In harter Prüfungszeit siegtest du in dem Streit, lacht der Tyrannen Wut dein Heldenmut. Nichts schreckte dich, o Held! warst schon entrückt der Welt, Banden und Folter-Schmerz beugt' nicht dein Herz.
  3. Viel Leid, o Gottesmann, hat man dir angetan, mit Streichen ohne Zahl und Folterqual. Tobende Heidenwut fordert' dein reines Blut, dein Haupt fiel vor dem Beil zum ew'gen Heil.
  4. Dein Kampf war ritterlich, drum schmückte Christus dich mit unverwelkter Kron', des Sieges Lohn. Fleh' auch auf und die Gab' der Gotteslieb' herab, daß wir von Sünden rein in Gott uns freun.
  5. So wie dein Herz entbrannt', zu Gott ganz hingewandt, so steige himmelwärts auch unser Herz. Christo allein ich dien', Sterben ist dann Gewinn. Jesum lieb' ich allein, ganz bin ich sein.

Samstag, 1. Februar 2014

Heiligenattribute von A bis Z (XIX): Krone – Kynokephale Begleiter

In der Reihe »Heiligenattribute von A bis Z« will ich versuchen eine Übersicht der Attribute, die man in der Kunst den Heiligen zugeordnet hat, zu erstellen.
Häufig passiert es nämlich, daß man die Abbildung oder Statue eines Heiligen sieht, und nicht weiß, wer das eigentlich ist, weil kein Schild darüber Auskunft gibt. Hier kann dieses Register als Hilfe dienen. Die Übersicht erhebt aber keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit. Hier ist also Teil 19 der Liste.

Krone
  • Abbo von Metz, Bischof
  • Adalbert von Egmond, Diakon
  • Aloysius Gonzaga SJ
  • Bernhard von Baden
  • Ehrentrudis von Salzburg, Äbtissin
  • Elisabeth von Thüringen TOR
  • Euphemia von Pforzheim OSD
  • Firmius von Amiens, Bischof
  • Franz Borgia
  • Irmengard vom Chiemsee OSB, Äbtissin
  • Jodokus
  • Ludwig von Toulouse OFM, Bischof
  • Quattuor Coronati
  • Radegundis
  • Romarich OSB
  • Sebald
  • Wendelin, Eremit
  • Zdislava Berka
  • allgemein: Zeichen der Heiligkeit
  • allgemein: Zeichen fürstlichen Standes
  • allgemein: Zeichen fürstlicher Abstammung
Krone am Arm
  • Jodokus
Kronen, drei
  • Elisabeth von Thüringen TOR
Kronen, drei auf Palmzweig
  • Raimund Nonnatus OdeMerc
  • Rita von Cascia OSD
Kronen, drei auf Schreibfeder
  • Johanna von Portugal OSD
Kronen, eiserne
  • Theoelinda
Kronen, vier
  • Godeleva von Gistel
Kronen, zwei
  • Elisabeth von Thüringen TOR
  • Katharina von Alexandrien
Kronen, zwei auf dem Kopf und in der Hand
  • Elisabeth von Portugal
  • Gottfried von Kappenberg OPraem
Kröte
  • Ulphia von Amiens, Eremitin
Krug
  • Agaton von Skete, Eremit
  • Avia von Paris
  • Elisabeth von Thüringen TOR
  • Florian von Lorch
  • Johannes der Täufer
  • Justa und Rufina von Sevilla
  • Margaretha von Löwen
  • Maria Toribia
  • Paraskeve
  • Verena von Zurzach
Krug (Wasserkrug)
  • Amatus von Remiremont, Abt
  • Melanie die Ältere
  • allgemein: Eremiten
Krug (Weinkrug)
  • Adelheid von Vilich OSB, Äbtissin
  • Meinrad von Einsiedeln OSB, Eremit
  • Willibrord OSB, Bischof
Krüppel
  • Elisabeth von Thüringen TOR
  • Valentin von Tätien, Bischof
Krüppel auf Karren
  • Wandregisilus von Fontenelle OSB, Abt
  • Franz von Assisi OFM
  • Hieronymus
  • Katharina de' Ricci OSD
  • Katharina von Sienna OSD Terziarin
  • Petrus Canisius SJ
  • Rosa von Lima
  • Stanislaus Kostka SJ
  • Usmar von Lobbe OSB, Abt
  • allgemein: Eremiten
Kruzifix über flammendem Herzen
  • Gertrud die Große SOCist
Kruzifix mit Inschrift »Ego, Domine in te innocens patior - et ego Petro quid feci?«
  • Petrus Martyr OP
Kruzifix zwischen Lilienzweigen
  • Albertus Siculus OCarm
  • Angela Merici OSU
Kruzifix in Pistolenform
  • Ludwig Bertrand OP
Kruzifix mit Zweigen und Blättern
  • Bonaventura von Bagnoreggio OMin
Kübel
  • Radegundis von Wellenburg
Kübel (Salzkübel)
  • Rupert von Salzburg, Bischof
Kugeln, drei goldene
  • Nikolaus von Myra, Bischof
Kugeln, aus der Flammen schlagen
  • Ceslaus OP
Kugeln, an Gefangenenkette
  • Hieronymus Aemiliani
Kuh
  • Brigida von Kildare, Äbtissin
  • Gunthildis von Suffersheim
  • Wiwina OSB
Kühe
  • Kornelius, Papst
Kürbisflasche
  • Baripsaba, Eremit
  • allgemein: Eremiten
  • allgemein: Pilger
Kynokephale Begleiter
  • Merkurius von Cäsarea, Soldat