Montag, 28. April 2014

Was ist der Mensch? 18/2014

»Der Mensch allein verändert die Natur.
Er ist in gewisser Weise auf ihr entlassen, hat sich ihr entfremdet – und kann deswegen gegen sie handeln.«
(Eugen Fink)

Mittwoch, 23. April 2014

Heiligenattribute von A bis Z (XXII): N

In der Reihe »Heiligenattribute von A bis Z« will ich versuchen eine Übersicht der Attribute, die man in der Kunst den Heiligen zugeordnet hat, zu erstellen.
Häufig passiert es nämlich, daß man die Abbildung oder Statue eines Heiligen sieht, und nicht weiß, wer das eigentlich ist, weil kein Schild darüber Auskunft gibt. Hier kann dieses Register als Hilfe dienen. Die Übersicht erhebt aber keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit. Hier ist also Teil 22 der Liste.

Nagel
  • Dagobert II
  • Eligius von Noyon, Bischof
  • Fausta von Kyzikos
  • Ludwig IX der Heilige
  • Pantaleon von Nikomedien
Nagel im Kopf
  • Servus von Barcelona, Bischof
Nagel des Kreuzes
  • Cyriacus von Jerusalem, Bischof
Nagel in der Stirn
  • Encratis von Saragossa
Nägel
  • Engelbert von Köln, Bischof
  • Ferreolus und Ferutius von Besançon
  • Julitta und Cyrikus von Tarsus
  • Pontianus von Spoleto
  • Quimtinus von Vermand
  • allgemein: Opfer eines Ritualmordes
Nägel mit Dornenkrone
  • Ludwig IX der Heilige
Nägel, drei
  • Makarius von Antiochien, Bischof
Nägel, drei des Kreuzes
  • Helena
  • Josef von Arimathäa
  • Ludwig IX der Heilige
Nägel aus den Füßen Christi
  • Nikodemus von Jerusalem
Nägel, zwei mannshohe
  • Quintinus von Vermand
Neger, zwei
  • Petrus Claver SJ
Netz (Fischernetz)
  • Andreas, Apostel
  • Blandina von Lyon

Montag, 21. April 2014

Was ist der Mensch? 17/2014

»Was ist der Mensch, dass du an ihn denkst, * des Men­schen Kind, dass du dich sei­ner an­nimmst?
Du hast ihn nur we­nig ge­rin­ger ge­macht als Gott, * hast ihn mit Herr­lich­keit und Eh­re ge­krönt.
Du hast ihn als Herr­scher ein­ge­setzt über das Werk dei­ner Hände, * hast ihm al­les zu Füßen ge­legt:
All die Scha­fe, Zie­gen und Rin­der * und auch die wil­den Tie­re,
die Vögel des Him­mels und die Fi­sche im Meer, * al­les, was auf den Pfa­den der Mee­re da­hin­zieht.«
(Ps 8,5-9)

Freitag, 18. April 2014

Grabstein-Weisheiten XXII

Hier in dieser Grub'n
liegen zwei Mutterbub'n,
geboren am Chiemsee,
gestorben am Bauchweh.
(Grab am Chiemsee)

Donnerstag, 17. April 2014

Figolli

Fi­gol­li sind mal­te­si­sche Os­ter­fi­gu­ren. Vor Os­tern sind sie in je­der Bäcke­rei zu be­kom­men. Das nach­fol­gen­de Re­zept reicht für drei bis vier sol­cher Fi­gu­ren.
Für den Teig benötigt man le­dig­lich:
  • 800g Mehl
  • 200g Zucker
  • 400g Butter
  • 3 Eigelb
  • Schalenabrieb einer Zitrone
  • Wasser
Für den Füllung benötigt man:
  • 3 Eiweiß
  • 400g Zucker
  • 400g gemahlene Mandel
Figolla fertig gebackenFür den Teil Mehl, Zu­cker, Bu­cker, Ei­gelb mit­ein­an­der ver­kne­ten. Bei Be­darf et­was Was­ser hin­zufügen. Der Teig soll sehr fest sein und man muß ihn aus­rol­len können.
Für die Füllung die Ei­weiß steif schla­gen und lang­sam dem Zu­cker hin­zu­ge­ben. Zum Schluß die Man­deln un­terrühren.
Den Teig ca. 1cm dick aus­rol­len und pro zu ba­cken­der Fi­gur zwei Teig­plat­ten mit der Fi­gol­li­form aus­ste­chen. Die­se For­men be­kommt man auf Mal­ta in je­dem Haus­halts­wa­ren­geschäft. Da aber nicht je­der mal eben für so ei­ne Form nach Mal­ta flie­gen möchte, gibt es auch die Möglich­keit so et­was über das In­ter­net zu kau­fen. Ein­fach mal nach "Fi­gol­li cut­ter" su­chen.
Al­ter­na­tiv kann man sich auch aus Pa­pier oder Pap­pe ei­ne Vor­la­ge schnei­den, auf den Teig le­gen und dann die Fi­gu­ren mit dem Teigrad oder ei­nem Mes­ser aus­schnei­den.
Auf die ei­ne Teig­plat­te wird dann gleichmäßig die Füllung auf­ge­tra­gen, wo­bei man rund­rum einen ca 1cm brei­ten Rand las­sen muß. Die­ser Rand wird mit Was­ser an­ge­feuch­tet. Dann wird die zwei­te Plat­te drauf ge­legt und am Rand schön fest ge­drückt, da­mit beim Ba­cken nichts her­aus­fließt. In die Mit­te des Ku­chens kann man mit ei­nem Ei ei­ne Ver­tie­fung drücken (s.u.)
Figolla mit weisser SchokoladeWenn man ei­ne ent­spre­chen­de Form hat, kann man auch in der Form ba­cken. So ma­che ich das je­den­falls, weil dann im wahrs­ten Sin­ne des Wor­tes al­les schön in Form bleibt. Zu­dem spart man sich die Ar­beit den Rand schön zu schließen, son­dern kann ein­fach al­les über­ein­an­der schich­ten.
Dann kom­men die Ku­chen bei ca. 160°C für ei­ne hal­be Stun­de in den Back­ofen.
Nach dem Ba­cken kann man die Fi­gu­ren ver­zie­ren. Wenn man im In­ter­net nach Bil­dern von "Eas­ter Fi­gol­li" sucht, wird man fest­stel­len, daß in der Mit­te nor­ma­ler­wei­se in Ei pla­ziert wird. Will man das auch ma­chen, so ist es sinn­voll schon vor dem Ba­cken an der ent­spre­chen­den Stel­le ei­ne Ver­tie­fung zu drücken. Zu­dem wird man bei Bil­dern im In­ter­net fest­stel­len, daß die Tei­le meist sehr bunt mit Zucker­guß ver­ziert sind. Aber die Art und Wei­se des Ver­zie­rens ist frei­lich je­dem selbst über­las­sen. Man könn­te auch ein­fach nur (weiße) Scho­ko­la­de neh­men.
Oder eben doch Zucker­guß… oder bei­des…
Figolla fertig
Wie man unschwer sieht, liegt mir derlei Verziererei nicht so.

Montag, 14. April 2014

Was ist der Mensch? 16/2014

»Der Mensch ist ein neuer Versuch der Natur, über sich ins Reine zu kommen.«
(Christian Morgenstern)

Freitag, 11. April 2014

Mr. Bean und das Gotteslob

Im al­ten Got­tes­lob gab es ein Ma­ri­en­lied, bei dem ich im­mer an ei­ne Sze­ne aus ei­nem Film mit Mr. Be­an den­ken mußte und da­her nicht wirk­lich ernst­haft bei der Sa­chen blei­ben konn­te, son­dern schon beim Blick auf die An­zei­ge­ta­fel mit der Lied­num­mer schmun­zeln mußte. Der zwei­te Aspekt fällt frei­lich erst ein­mal weg, da sich die Lied­num­mern mit dem neu­en Got­tes­lob geändert ha­ben. Es han­del­te sich um das Lied „Laßt uns er­freu­en herz­lich sehr“, das im al­ten Got­tes­lob un­ter Num­mer 585 zu fin­den war. Ne­ben den As­so­zia­tio­nen zu Mr. Be­an läd der Text frei­lich so­wie­so stel­len­wei­se zum Schmun­zeln ein:
…Kommt das nicht von dem Soh­ne dein?… Ach ja… (*face­palm*) …dein Sohn er­stan­den ist… (da hätte ich ja auch wirk­lich selbst drauf kom­men kön­nen) …kein Wun­der, daß du fröh­lich bist…
Die­ses Lied gibt es un­verändert auch noch im neu­en Got­tes­lob (Nr. 533).
Ein an­de­res Ma­ri­en­lied – eben­falls aus dem Stamm­teil des al­ten Got­tes­lobs – wur­de verändert in den Stamm­teil des neue Got­tes­lobs über­nom­men. Es han­delt sich um das Lied zu Ma­riæ Him­mel­fahrt „Ma­ria, auf­ge­nom­men ist“, das bis­her un­ter Num­mer 587 zu fin­den war und nun un­ter Num­mer 522 steht.
Beim ers­ten flüchti­gen Hin­bli­cken fällt schon auf, daß das Lied nur noch drei Stro­phen hat, statt der ehe­mals sechs.
Bei ge­nau­em Hin­se­hen merkt man je­doch, daß je­weils zwei der al­ten Stro­phen zu ei­ner neu­en Stro­phe zu­sam­men­ge­fasst wur­den, in­dem die Tex­te hin­ter­ein­an­der ge­han­gen wur­den. Da­mit sind die Stro­phen im neu­en Got­tes­lob dop­pelt so lang, wie die Stro­phen im al­ten Got­tes­lob. Wel­che Gründe für die Ände­rung vor­la­gen und aus­schlag­ge­bend wa­ren, ent­zieht sich mei­ner Kennt­nis.
Da die nun länge­ren Stro­phen nicht mehr auf die al­te Me­lo­die pas­sen, mußte ei­ne neue Me­lo­die her. An der Stel­le hat man sich bei „Laßt uns er­freu­en herz­lich sehr“ be­dient.
So­mit ha­ben nun die Lie­der „Laßt uns er­freu­en herz­lich sehr“ (533) und „Ma­ria, auf­ge­nom­men ist“ (522) die glei­che Me­lo­die, die mich eben an Mr. Be­an er­in­nert.
…Die Freud sich über dich ergoß, Halleluja,
drum singt auch Mr. Bean jetzt los, Halleluja…


Und wer bis­her bei der Me­lo­die noch nicht an Mr. Be­an den­ken mußte, der tut es spätes­tens nach Le­sen die­ses Bei­trags und An­se­hen des ver­link­ten Vi­deos auch. — Ätsch!

Dienstag, 8. April 2014

Neue und alte Gesangbücher

Nun ist end­lich die lang er­war­te­te Aus­ga­be des um­strit­ten­en, neu­en Got­tes­lobs für das Erz­bis­tum Pa­der­born im Han­del.
Im links ne­ben­ste­hen­dem Bild sind die letz­ten vier Ge­sangbücher ab­ge­bil­det, die es im Erz­bis­tum Pa­der­born gibt und gab. Es han­delt sich um zwei Aus­ga­ben des „Got­tes­lob“ und um zwei Aus­ga­ben des „Sur­sum Cor­da“.
Zu­oberst ist das neue Got­tes­lob, das nun erhält­lich ist, mit Schutz­um­schlag ab­ge­bil­det.
Dar­un­ter ist eben­falls mit Schutz­um­schlag das Got­tes­lob zu se­hen, wel­ches ab März 1975 be­nutzt wur­de und teil­wei­se noch heu­te be­nutzt wird.
Das drit­te Buch ist das letz­te „Sur­sum Cor­da“ mit Schutz­um­schlag bzw. ei­nem Papp-Schu­ber, wie es ab 1948 be­nutzt wur­de. Die Aus­ga­be enthält auch No­ten.
In der Vorgänge­raus­ga­be, die hier als un­ters­tes zu se­hen ist, hat­te noch kei­ne No­ten. Das hier ge­zeig­te „Sur­sum Cor­da“ ist die er­wei­ter­te Fas­sung wie sie ab et­wa 1920 in den Han­del kam. In der Fas­sung sind die 1916 hin­zu­ge­kom­me­nen „23 Ein­heits­lie­der“ (mit No­ten) eben­so als An­hang fest drin ein­ge­bun­den, wie die Ergänzung um zehn Weih­nachts­lie­der.
In­ner­halb der letz­ten 100 Jah­re sind al­so (min­des­tens) vier Ge­sangbücher für das Erz­bis­tum Pa­der­born her­aus­ge­kom­men. Da­mit liegt die durch­schnitt­li­che Le­bens­er­war­tung die­ser Bücher bei rund 25 Jah­ren, was auf der an­de­ren Sei­te be­deu­tet, daß fast je­der Ka­tho­lik im Lau­fe sei­nes Le­bens mit drei Büchern kon­fron­tiert wird.
Bei der Einführung ei­nes je­den neu­en Bu­ches gibt es Din­ge, die ei­nem persönlich bes­ser ge­fal­len und sol­che, de­nen man eher nach­trau­ert. Auf die Ein­zel­hei­ten, zu de­nen es viel zu sa­gen gäbe und zu de­nen an vie­len Stel­len schon viel ge­sagt wor­den ist, will ich hier nicht ein­ge­hen.

Beim ers­ten Blick auf das Bild fällt al­ler­dings ei­nes so­fort auf: Mit je­dem neu­en Buch wur­de das Buch­for­mat größer. Rechts ist der di­rek­te Größen­ver­gleich des „Sur­sum Cor­da“ von 1920 (13,5 × 9 × 2.5cm) mit dem Got­tes­lob von 2014 (17,5 × 12 × 3.6cm) zu se­hen. Das „Sur­sum Cor­da“ pass­te in bei­den Aus­ga­ben ent­we­der in die Hem­den­ta­sche zu­min­dest aber in die Jackett­in­nen­ta­sche. Beim Got­tes­lob sah es dann schon an­ders aus, aber meist pass­te es doch noch in die Gesäßta­sche der Ho­se oder auch in die Jackett­außen­ta­sche. Das neue Got­tes­lob be­kommt man kaum noch in der Klei­dung ver­staut. Selbst in ei­ne Man­tel­ta­sche passt es nicht mehr. Aber wer will schon ex­tra ei­ne Ta­sche oder einen Ruck­sack mit­schlep­pen, nur um das Buch ver­staut zu be­kom­men?
Wenn man zu je­den gehört, die ger­ne ihr ei­ge­nes Buch mit in die Mes­se neh­men, hat man es nach­her im­mer ir­gend­wie „an der Hand“. Bei ei­ner Pro­zes­si­on oder ei­nem Kreuz­weg oder ähn­li­chem, kann man das Buch nicht „mal eben“ ein­ste­cken, weil man das Lied so­wie­so aus­wen­dig kann oder es ge­ra­de aus an­de­ren Gründen nicht braucht. Am Bier­stand nach der Pro­zes­si­on oder über­haupt zum Frühschop­pen hat man es auch noch an der Hand und weiß nicht wo­hin mit dem Buch. — Eins ist al­so klar: das große Buch ist un­prak­tisch.
No­ta be­ne ist zu sa­gen, daß die Schrift­größe im Ver­gleich zur Vorgänge­raus­ga­be größer ist und eben­so der Zei­len­ab­stand. Das mag dem ein oder an­de­ren ent­ge­gen kom­men. Statt aber zusätz­lich noch ei­ne Großdruck­aus­ga­be her­aus­zu­ge­ben hätte man viel­leicht mal über ei­ne Klein­druck­aus­ga­be nach­den­ken sol­len.
Viel­leicht wäre es aber ins­ge­samt bes­ser, das Buch ein­fach zu Hau­se zu las­sen. Hat­ten nicht so­wie­so die Bischöfe ge­sagt, daß das neue Buch auch ein „Haus­buch“ sein solle? Nach dem Größen­ver­gleich und den Fol­gen der Ver­größerung bis hin zum Un­prak­tischwer­den be­kommt der Be­griff „Haus­buch“ ei­ne ganz eigene Be­deu­tung.

Man könn­te al­ler­dings auch noch ei­ne an­de­re Über­le­gung in Be­zug auf die Größe an­stel­len: Man könn­te sich fra­gen, ob in dem Maße, in dem das For­mat der Bücher steigt, auch das Glau­bens­wis­sen der­je­ni­gen steigt, die sich das Buch an­schaf­fen, oder ob hier viel­leicht das Verhält­nis doch eher um­ge­kehrt pro­por­tio­nal ist.
Braucht man heu­te viel­leicht auch des­we­gen größere Bücher, weil heut­zu­ta­ge mit im­mer mehr Wor­ten im­mer we­ni­ger ge­sagt wird? Brau­chen wir ein größeres Buch, weil man Fach­ter­mi­ni nicht mehr als be­kannt vor­aus­set­zen kann und je­des Wort erst ein­mal er­klärt wer­den muß? Wenn man sieht, daß sich vor­ne im Buch (S. 15-22) ein Re­gis­ter mit der Über­schrift „Was be­deu­tet…?“ be­fin­det, dann könn­te man fast den Ein­druck be­kom­men.
Ja, ich weiß: Wenn man das kri­ti­siert, dann be­kommt man zu hören, daß das Buch nicht nur ein Ge­bet- und Ge­sang­buch sein soll, son­dern man ver­sucht ha­be, auch noch einen Mi­ni-Ka­te­chis­mus ein­zu­bau­en. Aber warum soll sich je­mand, der nur ein Ge­bet- und Ge­sang­buch ha­ben will, statt ei­nes rei­nen Ge­bet- und Ge­sang­buchs einen Ka­te­chis­mus mit Ge­bet- und Ge­sang­buch­teil kau­fen? Kauft sich nicht viel­leicht je­mand, der einen Ka­te­chis­mus ha­ben will, eher einen Ka­te­chis­mus statt ei­nes Ge­bet- und Ge­sang­buchs?
Es wäre viel­leicht mal einen Ver­such wert, ob man nicht aus dem neu­en Got­tes­lob ein rei­nes Ge­bet- und Ge­sang­buch ma­chen könn­te, in­dem man all je­ne Blätter her­austrennt, die nur ir­gend­wel­che Re­gis­ter, Er­klärun­gen oder gar „Bild­chen“ ent­hal­ten. Es wäre man in­ter­essant zu se­hen, wie sich das auf die Di­cke aus­wirkt.

„Ka­tho­li­sche Selbst­verständ­lich­kei­ten“ scheint es nicht mehr zu ge­ben. Die­se An­sicht schei­nen sich die Ver­ant­wort­li­chen so zu­ei­gen ge­macht zu ha­ben, daß sie ge­meint ha­ben, dar­auf rea­gie­ren zu müssen.
In heu­ti­ger Zeit, wird al­les hin­ter­fragt. Selbst die Möglich­keit der Exis­tenz ei­ner Wahr­heit wird in Fra­ge ge­stellt, so­fern die­se Fra­ge noch ge­stellt wird. Dem Kon­struk­ti­vis­mus fol­gend er­scheint das „Wie“ wich­ti­ger zu sein als das „Was“.
Man könn­te jetzt die sehr vie­len Er­klärun­gen der un­ter­schied­lichs­ten Din­ge im neu­en Got­tes­lob ein­fach mal un­ter der Fra­ge be­trach­ten, ob sie das „Was“ oder das „Wie“ er­klären und sich dann fra­gen, was das über je­ne aus­sagt, die die Tex­te zu ver­ant­wor­ten ha­ben und was es über je­ne aus­sagt, die die Tex­te kon­su­mie­ren wol­len/sol­len/müssen. Wer dies tun will, der könn­te zum Bei­spiel da­mit beim dem Teil über die Sa­kra­men­te (Nr. 570ff.) an­fan­gen.
»570,1
…Durch die Tau­fe wer­den die Men­schen aus dem Was­ser und dem Hei­li­gen Geist als Kin­der Got­tes neu ge­bo­ren, in der Fir­mung durch die Ga­be des­sel­ben Geis­tes be­sie­gelt, im eu­cha­ris­ti­schen Mahl er­hal­ten sie An­teil an Chris­ti Leib und Blut, an sei­nem Le­ben…«
Frei­lich ist es nicht falsch, was da steht. Aber wird da nicht ge­nau die Ant­wort auf das „Wie?“ in den Mit­tel­punkt ge­stellt? Oder sind sol­che Über­le­gun­gen zu eng geführt und zu klein­ka­riert? Es scheint mir hier um mehr zu ge­hen als um den Sprach­stil. Warum wird nicht ein­fach ge­sagt: „Die Tau­fe ist… Die Fir­mung ist… Die Eu­cha­ris­tie ist…“?