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Mittwoch, 27. März 2013

Geht in alle Welt…

In der Ge­ne­ral­kon­gre­ga­ti­on hielt Jor­ge Ma­rio Kar­di­nal Bergo­glio ei­ne An­spra­che, die Ra­dio Va­ti­can nun in ei­ner Über­set­zung be­reit­stellt.
Der da­ma­li­ge Kar­di­nal Bergo­glio und jet­zi­ge Papst Fran­zis­kus sprach über die Evan­ge­li­sie­rung und er zeich­net ge­gen En­de der Re­de zwei Kir­chen­bil­der:
»Ver­ein­facht ge­sagt: Es gibt zwei Kir­chen­bil­der: die verkünden­de Kir­che, die aus sich selbst hin­aus­geht, die das „Wort Got­tes ehrfürch­tig ver­nimmt und ge­treu verkündet“; und die mondäne Kir­che, die in sich, von sich und für sich lebt.«
Wahr­lich, da­mit hat er den Na­gel auf den Kopf ge­trof­fen und ne­ben­bei dem deut­schen Ver­bands-, Gre­mi­en- und Aus­schuss­kir­chen­tum auf die Füße ge­tre­ten.
Nichts an­de­res pas­siert der­zeit in Deutsch­land als das, was er „mondäne Kir­che“ nennt. Die Kir­che kreist im Kreis aber sie kreißt nicht, um et­was her­vor­zu­brin­gen, wenn man mal von den Ber­gen an Pa­pier ab­sieht.
Dem Papst geht es um Evan­ge­li­sie­rung und zwar ganz kon­kret; hier und jetzt. Es geht nicht um die Fra­ge, wie man viel­leicht ir­gend­wel­che Ge­mein­den zu­sam­men­le­gen kann, wie man Pries­ter­man­gel ver­wal­ten kann, wie man einen struk­tu­rel­len Was­ser­kopf auf­recht­er­hal­ten kann…
Aber frei­lich sind die Fra­gen, um die es dem Papst nicht geht, viel ein­fach zu lösen. Da können die Ver­ant­wort­li­chen in der war­men Stu­be am grünen Tisch sit­zen und Stri­che über die Land­kar­te zeich­nen oder Sei­le auf dem Bo­den ver­le­gen, um neue pas­to­ra­le Räume fest­zu­le­gen, oder man be­dient sich gleich Püpp­chen aus dem Mensch-ärge­re-dich-nicht Spiel, wie sie noch jüngst im Hea­der ei­ner diöze­sa­nen In­ter­netsei­te zu se­hen war und wie sie in an­de­ren Gra­fi­ken dort noch zu se­hen ist. So kann man die Men­schen wun­der­bar auf dem Spiel­feld der pas­to­ra­len Ide­en hin- und her­schie­ben, oh­ne sich die Fin­ger schmut­zig zu ma­chen oder gar et­was auf sel­bi­ge zu be­kom­men.
Wenn so in der Kir­cher (wei­ter­hin) ge­han­delt wird, dann dreht sich al­les um sich selbst:
»Die­se (Kir­che) lebt, da­mit die einen die an­de­ren be­weihräuchern.«
Aber so lan­ge es leich­ter ist, sich zu­sam­men­zu­set­zen und darüber The­sen­pa­pie­re zu er­stel­len, was man tun könn­te, statt tatsächlich et­was zu tun, wird sich kaum et­was ändern.
So­lan­ge Geld dafür da ist, In­sti­tu­te und Ein­rich­tun­gen für Stu­di­en über die La­ge der Kir­che in der Welt zu be­auf­tra­gen und zu be­zah­len, wird kei­ner selbst die Na­se aus dem Fens­ter ste­cken und nach­se­hen, was draußen los ist.
So­lan­ge es ein­fa­cher ist Kir­chen zu schließen, als sie für Gläubi­ge wie Ungläubi­ge of­fen zu hal­ten, wird auch kei­ner hin­ein­ge­hen können.
So­lan­ge bei je­der Got­tes­dienst­strei­chung der um­strit­te­ne Pfar­rer vor Ort sich hin­ter tatsächli­chen oder vor­geb­li­chen An­wei­sun­gen aus der Bis­tums­stadt, die er je­de Wo­che min­des­tens ein­mal be­sucht, um an Sit­zun­gen und ähn­li­chen teil­zu­neh­men, ver­ste­cken kann, wird er kei­ne Ge­le­gen­heit ha­ben den Gläubi­gen die fro­he Bot­schaft zu verkünden.
Und so­lan­ge al­les mögli­che nicht mehr ge­sagt wird oder wer­den kann, weil es ent­we­der an­geb­lich nicht mehr zeit­gemäß ist; weil der Main­stream es so sagt oder man es in der Zei­tung so liest, so­lan­ge wird die Kir­che kein Sta­chel im Fleisch der Men­schen sein können; so­lan­ge wird der Stein den die Bau­leu­te ver­war­fen nicht zum Eck­stein wer­den können.