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Dienstag, 25. August 2015

Klostersterben in Paderborn (3)

Symbolbild
Be­reits zweimal hat­te ich über das En­de von Klö­stern in Pa­der­born ge­schrie­ben. Die un­um­strit­te­nen De­fi­zi­te in der Ka­te­che­se und die um­strit­te­ne Be­ru­fungs­pa­sto­ral for­dern ein neu­es Op­fer. Es wird wie­der ein Kloster geschlossen.
Heu­te kann man auf der In­ter­net­sei­te des Erz­bi­stums Pa­der­born lesen:
»…Nach 95 Jahren werden die Missionare der Heiligen Familie das Kloster „Maria Königin“ in Altenhundem zum 1. Oktober 2015 verlassen. Am vergangenen Samstag fand die offizielle Festveranstaltung statt, die mit einem feierlichen Gottesdient begann…
Von der Klo­ster­schlie­ßung ist auch das Gym­na­si­um „Ma­ria Kö­ni­gin“ be­trof­fen, das von den Mis­sio­na­ren von der Hei­li­gen Fa­mi­lie (MSF) ge­lei­tet wur­de. Die­ses soll durch ei­nen Trä­ger­ver­ein wei­ter­ge­führt wer­den.

Mittwoch, 1. Oktober 2014

360°-Panoramen von Kirchen

Auf den Sei­ten des Erz­bis­tums Pa­der­born gibt es von ei­ner Rei­he von Kir­chen 360°-Pan­ora­men.
Man kann vir­tu­ell die Kir­che be­su­chen, den Blick schwei­fen las­sen und Din­ge näher her­an­zoo­men. Zu­dem gibt es auch ei­ne kur­ze, ge­spro­che­ne Er­klärung zu der Kir­che.
Et­was ner­vend, ins­be­son­de­re, wenn man sich meh­re­re Kir­chen hin­ter­ein­an­der an­sieht, ist die sich wie­der­ho­len­de Or­gel­mu­sik des Stücks „Ein Haus voll Glo­rie schau­et“, wel­ches ver­mut­lich auf der Do­m­or­gel ein­ge­spielt wur­de. In­ter­essan­ter wäre es viel­leicht ge­we­sen, wenn das Stück je­weils auf der Or­gel der ent­spre­chen­den Kir­che ge­spielt wor­den wäre. Al­ler­dings sind sol­che Auf­nah­men natürlich mit ei­nem größeren Auf­wand ver­bun­den, wenn sie qua­li­ta­tiv gut wer­den sol­len. So ist ver­ständ­lich, daß das nicht ge­macht wur­de.
Es lohnt sich je­den­falls die­se Sei­te an­zukli­cken. und sich die Pa­no­ra­men an­zu­schau­en.

Hof­fent­lich wer­den in Zu­kunft noch mehr sol­cher schönen Auf­nah­men on­li­ne ge­stellt.

Dienstag, 8. April 2014

Neue und alte Gesangbücher

Nun ist end­lich die lang er­war­te­te Aus­ga­be des um­strit­ten­en, neu­en Got­tes­lobs für das Erz­bis­tum Pa­der­born im Han­del.
Im links ne­ben­ste­hen­dem Bild sind die letz­ten vier Ge­sangbücher ab­ge­bil­det, die es im Erz­bis­tum Pa­der­born gibt und gab. Es han­delt sich um zwei Aus­ga­ben des „Got­tes­lob“ und um zwei Aus­ga­ben des „Sur­sum Cor­da“.
Zu­oberst ist das neue Got­tes­lob, das nun erhält­lich ist, mit Schutz­um­schlag ab­ge­bil­det.
Dar­un­ter ist eben­falls mit Schutz­um­schlag das Got­tes­lob zu se­hen, wel­ches ab März 1975 be­nutzt wur­de und teil­wei­se noch heu­te be­nutzt wird.
Das drit­te Buch ist das letz­te „Sur­sum Cor­da“ mit Schutz­um­schlag bzw. ei­nem Papp-Schu­ber, wie es ab 1948 be­nutzt wur­de. Die Aus­ga­be enthält auch No­ten.
In der Vorgänge­raus­ga­be, die hier als un­ters­tes zu se­hen ist, hat­te noch kei­ne No­ten. Das hier ge­zeig­te „Sur­sum Cor­da“ ist die er­wei­ter­te Fas­sung wie sie ab et­wa 1920 in den Han­del kam. In der Fas­sung sind die 1916 hin­zu­ge­kom­me­nen „23 Ein­heits­lie­der“ (mit No­ten) eben­so als An­hang fest drin ein­ge­bun­den, wie die Ergänzung um zehn Weih­nachts­lie­der.
In­ner­halb der letz­ten 100 Jah­re sind al­so (min­des­tens) vier Ge­sangbücher für das Erz­bis­tum Pa­der­born her­aus­ge­kom­men. Da­mit liegt die durch­schnitt­li­che Le­bens­er­war­tung die­ser Bücher bei rund 25 Jah­ren, was auf der an­de­ren Sei­te be­deu­tet, daß fast je­der Ka­tho­lik im Lau­fe sei­nes Le­bens mit drei Büchern kon­fron­tiert wird.
Bei der Einführung ei­nes je­den neu­en Bu­ches gibt es Din­ge, die ei­nem persönlich bes­ser ge­fal­len und sol­che, de­nen man eher nach­trau­ert. Auf die Ein­zel­hei­ten, zu de­nen es viel zu sa­gen gäbe und zu de­nen an vie­len Stel­len schon viel ge­sagt wor­den ist, will ich hier nicht ein­ge­hen.

Beim ers­ten Blick auf das Bild fällt al­ler­dings ei­nes so­fort auf: Mit je­dem neu­en Buch wur­de das Buch­for­mat größer. Rechts ist der di­rek­te Größen­ver­gleich des „Sur­sum Cor­da“ von 1920 (13,5 × 9 × 2.5cm) mit dem Got­tes­lob von 2014 (17,5 × 12 × 3.6cm) zu se­hen. Das „Sur­sum Cor­da“ pass­te in bei­den Aus­ga­ben ent­we­der in die Hem­den­ta­sche zu­min­dest aber in die Jackett­in­nen­ta­sche. Beim Got­tes­lob sah es dann schon an­ders aus, aber meist pass­te es doch noch in die Gesäßta­sche der Ho­se oder auch in die Jackett­außen­ta­sche. Das neue Got­tes­lob be­kommt man kaum noch in der Klei­dung ver­staut. Selbst in ei­ne Man­tel­ta­sche passt es nicht mehr. Aber wer will schon ex­tra ei­ne Ta­sche oder einen Ruck­sack mit­schlep­pen, nur um das Buch ver­staut zu be­kom­men?
Wenn man zu je­den gehört, die ger­ne ihr ei­ge­nes Buch mit in die Mes­se neh­men, hat man es nach­her im­mer ir­gend­wie „an der Hand“. Bei ei­ner Pro­zes­si­on oder ei­nem Kreuz­weg oder ähn­li­chem, kann man das Buch nicht „mal eben“ ein­ste­cken, weil man das Lied so­wie­so aus­wen­dig kann oder es ge­ra­de aus an­de­ren Gründen nicht braucht. Am Bier­stand nach der Pro­zes­si­on oder über­haupt zum Frühschop­pen hat man es auch noch an der Hand und weiß nicht wo­hin mit dem Buch. — Eins ist al­so klar: das große Buch ist un­prak­tisch.
No­ta be­ne ist zu sa­gen, daß die Schrift­größe im Ver­gleich zur Vorgänge­raus­ga­be größer ist und eben­so der Zei­len­ab­stand. Das mag dem ein oder an­de­ren ent­ge­gen kom­men. Statt aber zusätz­lich noch ei­ne Großdruck­aus­ga­be her­aus­zu­ge­ben hätte man viel­leicht mal über ei­ne Klein­druck­aus­ga­be nach­den­ken sol­len.
Viel­leicht wäre es aber ins­ge­samt bes­ser, das Buch ein­fach zu Hau­se zu las­sen. Hat­ten nicht so­wie­so die Bischöfe ge­sagt, daß das neue Buch auch ein „Haus­buch“ sein solle? Nach dem Größen­ver­gleich und den Fol­gen der Ver­größerung bis hin zum Un­prak­tischwer­den be­kommt der Be­griff „Haus­buch“ ei­ne ganz eigene Be­deu­tung.

Man könn­te al­ler­dings auch noch ei­ne an­de­re Über­le­gung in Be­zug auf die Größe an­stel­len: Man könn­te sich fra­gen, ob in dem Maße, in dem das For­mat der Bücher steigt, auch das Glau­bens­wis­sen der­je­ni­gen steigt, die sich das Buch an­schaf­fen, oder ob hier viel­leicht das Verhält­nis doch eher um­ge­kehrt pro­por­tio­nal ist.
Braucht man heu­te viel­leicht auch des­we­gen größere Bücher, weil heut­zu­ta­ge mit im­mer mehr Wor­ten im­mer we­ni­ger ge­sagt wird? Brau­chen wir ein größeres Buch, weil man Fach­ter­mi­ni nicht mehr als be­kannt vor­aus­set­zen kann und je­des Wort erst ein­mal er­klärt wer­den muß? Wenn man sieht, daß sich vor­ne im Buch (S. 15-22) ein Re­gis­ter mit der Über­schrift „Was be­deu­tet…?“ be­fin­det, dann könn­te man fast den Ein­druck be­kom­men.
Ja, ich weiß: Wenn man das kri­ti­siert, dann be­kommt man zu hören, daß das Buch nicht nur ein Ge­bet- und Ge­sang­buch sein soll, son­dern man ver­sucht ha­be, auch noch einen Mi­ni-Ka­te­chis­mus ein­zu­bau­en. Aber warum soll sich je­mand, der nur ein Ge­bet- und Ge­sang­buch ha­ben will, statt ei­nes rei­nen Ge­bet- und Ge­sang­buchs einen Ka­te­chis­mus mit Ge­bet- und Ge­sang­buch­teil kau­fen? Kauft sich nicht viel­leicht je­mand, der einen Ka­te­chis­mus ha­ben will, eher einen Ka­te­chis­mus statt ei­nes Ge­bet- und Ge­sang­buchs?
Es wäre viel­leicht mal einen Ver­such wert, ob man nicht aus dem neu­en Got­tes­lob ein rei­nes Ge­bet- und Ge­sang­buch ma­chen könn­te, in­dem man all je­ne Blätter her­austrennt, die nur ir­gend­wel­che Re­gis­ter, Er­klärun­gen oder gar „Bild­chen“ ent­hal­ten. Es wäre man in­ter­essant zu se­hen, wie sich das auf die Di­cke aus­wirkt.

„Ka­tho­li­sche Selbst­verständ­lich­kei­ten“ scheint es nicht mehr zu ge­ben. Die­se An­sicht schei­nen sich die Ver­ant­wort­li­chen so zu­ei­gen ge­macht zu ha­ben, daß sie ge­meint ha­ben, dar­auf rea­gie­ren zu müssen.
In heu­ti­ger Zeit, wird al­les hin­ter­fragt. Selbst die Möglich­keit der Exis­tenz ei­ner Wahr­heit wird in Fra­ge ge­stellt, so­fern die­se Fra­ge noch ge­stellt wird. Dem Kon­struk­ti­vis­mus fol­gend er­scheint das „Wie“ wich­ti­ger zu sein als das „Was“.
Man könn­te jetzt die sehr vie­len Er­klärun­gen der un­ter­schied­lichs­ten Din­ge im neu­en Got­tes­lob ein­fach mal un­ter der Fra­ge be­trach­ten, ob sie das „Was“ oder das „Wie“ er­klären und sich dann fra­gen, was das über je­ne aus­sagt, die die Tex­te zu ver­ant­wor­ten ha­ben und was es über je­ne aus­sagt, die die Tex­te kon­su­mie­ren wol­len/sol­len/müssen. Wer dies tun will, der könn­te zum Bei­spiel da­mit beim dem Teil über die Sa­kra­men­te (Nr. 570ff.) an­fan­gen.
»570,1
…Durch die Tau­fe wer­den die Men­schen aus dem Was­ser und dem Hei­li­gen Geist als Kin­der Got­tes neu ge­bo­ren, in der Fir­mung durch die Ga­be des­sel­ben Geis­tes be­sie­gelt, im eu­cha­ris­ti­schen Mahl er­hal­ten sie An­teil an Chris­ti Leib und Blut, an sei­nem Le­ben…«
Frei­lich ist es nicht falsch, was da steht. Aber wird da nicht ge­nau die Ant­wort auf das „Wie?“ in den Mit­tel­punkt ge­stellt? Oder sind sol­che Über­le­gun­gen zu eng geführt und zu klein­ka­riert? Es scheint mir hier um mehr zu ge­hen als um den Sprach­stil. Warum wird nicht ein­fach ge­sagt: „Die Tau­fe ist… Die Fir­mung ist… Die Eu­cha­ris­tie ist…“?