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Sonntag, 1. November 2015

Ihr Freunde Gottes

Symbolbild
Das Lied »Ihr Freun­de Got­tes all­zu­gleich« scheint mit das Al­ler­hei­li­gen­lied par ex­cel­lence zu sein.
Heu­te fiel mir auf, daß die Or­gel das Lied so spiel­te, wie ich es schon als Kind ge­sun­gen ha­be. Ein Ver­gleich der No­ten im neu­en Got­tes­lob (Nr. 542) mit de­nen im al­ten Got­tes­lob (Nr. 608) zeig­te schnell, daß es ein paar Än­de­run­gen an der Me­lo­die gab. Ein­ige hal­be No­ten sind zu vier­tel No­ten ge­wor­den, z.B. bei dem Wort »verherrlicht« in der ersten Strophe.

Mittwoch, 17. September 2014

Letzte Chance?

In ei­nem Ar­ti­kel auf der In­ter­netsei­te des Erz­bis­tums Pa­der­born wird von ei­ner Ver­an­stal­tung zum um­strit­te­nen, neu­en Got­tes­lob be­rich­tet.
Dort steht gleich am An­fang in dem Ar­ti­kel ein (vor­geb­li­ches) Zi­tat von ei­nem Bi­schof, wel­ches sich ad hoc je­doch we­der ve­ri­fi­zie­ren noch ei­nem Na­men zu­ord­nen läßt:
»„Das neue Got­tes­lob ist die letz­te Chan­ce der ka­tho­li­schen Kir­che, den Glau­ben zu ver­mit­teln“, zi­tier­te Mon­si­gno­re Bern­hard Schrö­der einen un­be­nann­ten Bi­schof, der sich in­ten­siv mit dem neu­en Ge­bet- und Ge­sang­buch „Got­tes­lob“ beschäftig hat­te…«
„Na dann, Prost Mahl­zeit“, könn­te man den­ken. Doch die Re­de von der an­geb­lich „letz­ten Chan­ce“ ist nicht neu, son­dern taucht im­mer dann auf, wenn Leu­te mei­nen ei­ne und oft auch ih­re ei­ge­ne Sa­che als ganz wich­tig und al­ter­na­tiv­los her­aus­stel­len zu müs­sen.
So lud zum Bei­spiel im No­vem­ber 2011 im Bis­tum Mün­ster das Ka­tho­li­sche Bil­dungs­werk zu ei­ner „Zu­kunfts­werk­statt Kir­che“ nach Ge­scher ein, die den fra­gen­den Un­ter­ti­tel „Ei­ne (letz­te) Chan­ce für die Kir­che?“ trug.
Auch Kir­chen­re­bel­len be­die­nen sich die­ser rhe­to­ri­schen Fi­gur. Im Spie­gel Nr. 50 von 1994 war im Vor­feld zum Papst­be­such 1995 zu le­sen:
»Die Got­tes­wis­sen­schaft­ler Ott­mar Fuchs (Bam­berg), Nor­bert Grein­acher (Tü­bin­gen), Nor­bert Met­te (Pa­der­born) und Her­mann Stein­kamp (Mün­ster) rie­fen zum Wi­der­stand ge­gen Papst und kirch­li­che Ob­rig­keit auf - nach ih­rer An­sicht die ein­zi­ge The­ra­pie, die Hei­lung für die ma­ro­de Chri­sten-In­sti­tu­ti­on ver­spricht.
Ra­di­ka­le Re­for­men sei­en an­ge­sichts "der sich im­mer stär­ker zu­spit­zen­den Kri­se der ka­tho­li­schen Kir­che" die letz­te Chan­ce, sonst sei der "Mas­senex­odus der Gläu­bi­gen un­aus­weich­lich".«
Zwei der ge­nann­ten Her­ren, Nor­bert Grein­acher (83) und Her­mann Stein­kamp (75), sind in­zwi­schen eme­ri­tiert, Ott­mar Fuchs (69) lehrt noch in Tü­bin­gen und Nor­bert Met­te (67) in Dort­mund.
Die­se in­zwi­schen al­ten Her­ren, die die Kir­che si­cher über­le­ben wird, spra­chen al­so vor zwan­zig Jah­ren auch schon von der „letz­ten Chan­ce“. Da­mals soll­te sie in ra­di­ka­len Re­for­men zu fin­den sein, die The­men be­tra­fen, wel­che heu­te – ob­wohl ab­ge­schmackt – von re­form­wil­li­gen Knüt­ter­köp­pen und sol­chen die es wer­den wol­len, im­mer noch „heiß“ dis­ku­tiert wer­den.
Man kann sich al­so zu­rück­leh­nen und auf die näch­ste an­geb­lich „letz­te Chan­ce“ war­ten. Denn eins ist ge­wiss: Ir­gend­wer wird sie in na­her Zu­kunft wie­der pro­kla­mie­ren.

Sonntag, 8. Juni 2014

Komm Schöpfer Geist

Heu­te wur­de das Pfingst­lied »Komm Schö­pfer Geist,« (Got­tes­lob Nr. 351; alt 245) ge­sun­gen. Das ist ein durch­aus be­kann­tes Lied, bei dem die meis­ten ver­mut­lich zu­min­dest die ers­te Stro­phe aus­wen­dig können.
Aber hier gab es, wie auch schon beim Os­ter­lied »Ge­lobt sei Gott im höchs­ten Thron«, wie­der ein­mal ei­ne böse Über­ra­schung. Der Text der ers­ten Stro­phe wur­de geändert. Wo früher stand:
»Komm, Schöpfer Geist, kehr bei uns ein, be­such das Herz der Kin­der dein: die dei­ne Macht er­schaf­fen hat, erfülle nun mit dei­ner Gnad.«
steht nun
»Komm, Schöp­fer Geist, kehr bei uns ein, be­such das Herz der Kin­der dein, erfüll uns all mit dei­ner Gnad, die dei­ne Macht er­schaf­fen hat.«
Es wurden al­so zwei Satz­tei­le ver­tauscht und leicht ver­än­dert. Die an­de­ren Stro­phen wur­den nicht geändert. Der Quel­len­hin­weis ist auch na­he­zu iden­tisch und gibt auf den er­sten Blick kei­nen Hin­weis auf die Ände­rung:
Im al­ten GL war zu le­sen:
»T: „Veni Creator Spiritus“, Über­tra­gung Hein­rich Bone 1847«
Im neuen GL steht:
»T: nach der Über­tra­gung des „Veni Creator Spiritus“ (Hrabanus Mau­rus + 856 zu­ge­schrie­ben) von Hein­rich Bone 1847.«
Das Wört­chen »nach« scheint hier der Schlüssel zu sein. War es in der al­ten Fas­sung die Übert­ra­gung von Hein­rich Bo­ne ins Deut­sche, so ist es nun nur noch ein Text »nach der Übert­ra­gung«.
Es scheint al­so so zu sein, daß man bei je­dem Lied, ganz ge­nau auf den Text gucken muß, um nicht falsch zu sin­gen. Ob die­se Än­de­run­gen sinn­voll sind, wa­ge ich doch zu be­zwei­feln.
Ein deut­licher Warn­hin­weis (»Ach­tung! Neuer Text«) wäre bei sol­chen um­strit­ten­en Än­de­run­gen wün­schens­wert.

Sonntag, 18. Mai 2014

Gelobt sei Gott im höchsten Thron

Heu­te wur­de das Oster­lied »Ge­lobt sei Gott im höchs­ten Thron« ge­sun­gen. Im um­strit­ten­en, neu­en Got­tes­lob ist das die Num­mer 328 (alt 218). Bei der drit­ten Stro­phe stutz­te ich: Was war das denn für ein Text?
»Drei Frau­en ka­men zu dem Ort, / er­staunt sahn sie: Der Stein ist fort. / Ein En­gel saß statt sei­ner dort. / Hal­le­lu­ja…«
Auf die Text­ge­stal­tung will ich hier nicht näher ein­ge­hen. Es stellt sich aber die Fra­ge, wo­her die Stro­phe plötz­lich kommt? Wur­de sie im al­ten Got­tes­lob ver­ges­sen oder war sie dort aus ir­gend­ei­nem Grun­de her­aus­ge­fal­len? Ist sie viel­leicht ei­ne tra­di­tio­nel­le Stro­phe, die an­de­ren Orts be­kannt ist und ger­ne ge­sun­gen wird? – Ein Blick in die Quel­len­an­ga­be, klärt die Fra­gen schnell:
»…3. Str.: Hagen Horoba 2010…«
Es ist al­so ei­ne Neu­dich­tung. Wie sie so „kurz“ vor der Veröffent­li­chung hin­ein­ge­kom­men ist, und wer dafür den Aus­schlag ge­ge­ben hat, oder ob sie gar bei dem Re­gens­bur­ger Herrn Ho­ro­ba ex­tra in Auf­trag ge­ge­ben wur­de, weiß ich nicht.
Die­se neue, ein­ge­scho­be­ne Stro­phe scheint ei­ne Lücke zu füllen: Oh­ne die Stro­phe, so könn­te man ar­gu­men­tie­ren, weiß der Sänger oder Zuhöhrer ja gar nicht, zu wem denn der En­gel in der vier­ten Stro­phe ei­gent­lich spricht.
Wahr­schein­lich ist es heu­te bei dem nied­ri­gen Wis­sens­stand in Glau­bens­fra­gen, den man in wei­ten Tei­len der jünge­ren Ge­ne­ra­tio­nen aus­ma­chen kann, wirk­lich not­wen­dig. In an­de­ren Zei­ten ha­ben die Leu­te noch so viel von Os­tern ge­wußt, daß ih­nen klar war, wel­cher Evan­ge­li­en­text dort im Hin­ter­grund mit­schwingt.
Ob ei­ne sol­che Stro­phe das kom­plet­te Ver­sa­gen von Verkündi­gung und Ka­te­che­se – ins­be­son­de­re auch im Re­li­gi­ons­un­ter­richt – seit rund dreißig Jah­ren auch nur an­satz­wei­se wett ma­chen kann, ist al­ler­dings sehr stark zu be­zwei­feln.

Freitag, 11. April 2014

Mr. Bean und das Gotteslob

Im al­ten Got­tes­lob gab es ein Ma­ri­en­lied, bei dem ich im­mer an ei­ne Sze­ne aus ei­nem Film mit Mr. Be­an den­ken mußte und da­her nicht wirk­lich ernst­haft bei der Sa­chen blei­ben konn­te, son­dern schon beim Blick auf die An­zei­ge­ta­fel mit der Lied­num­mer schmun­zeln mußte. Der zwei­te Aspekt fällt frei­lich erst ein­mal weg, da sich die Lied­num­mern mit dem neu­en Got­tes­lob geändert ha­ben. Es han­del­te sich um das Lied „Laßt uns er­freu­en herz­lich sehr“, das im al­ten Got­tes­lob un­ter Num­mer 585 zu fin­den war. Ne­ben den As­so­zia­tio­nen zu Mr. Be­an läd der Text frei­lich so­wie­so stel­len­wei­se zum Schmun­zeln ein:
…Kommt das nicht von dem Soh­ne dein?… Ach ja… (*face­palm*) …dein Sohn er­stan­den ist… (da hätte ich ja auch wirk­lich selbst drauf kom­men kön­nen) …kein Wun­der, daß du fröh­lich bist…
Die­ses Lied gibt es un­verändert auch noch im neu­en Got­tes­lob (Nr. 533).
Ein an­de­res Ma­ri­en­lied – eben­falls aus dem Stamm­teil des al­ten Got­tes­lobs – wur­de verändert in den Stamm­teil des neue Got­tes­lobs über­nom­men. Es han­delt sich um das Lied zu Ma­riæ Him­mel­fahrt „Ma­ria, auf­ge­nom­men ist“, das bis­her un­ter Num­mer 587 zu fin­den war und nun un­ter Num­mer 522 steht.
Beim ers­ten flüchti­gen Hin­bli­cken fällt schon auf, daß das Lied nur noch drei Stro­phen hat, statt der ehe­mals sechs.
Bei ge­nau­em Hin­se­hen merkt man je­doch, daß je­weils zwei der al­ten Stro­phen zu ei­ner neu­en Stro­phe zu­sam­men­ge­fasst wur­den, in­dem die Tex­te hin­ter­ein­an­der ge­han­gen wur­den. Da­mit sind die Stro­phen im neu­en Got­tes­lob dop­pelt so lang, wie die Stro­phen im al­ten Got­tes­lob. Wel­che Gründe für die Ände­rung vor­la­gen und aus­schlag­ge­bend wa­ren, ent­zieht sich mei­ner Kennt­nis.
Da die nun länge­ren Stro­phen nicht mehr auf die al­te Me­lo­die pas­sen, mußte ei­ne neue Me­lo­die her. An der Stel­le hat man sich bei „Laßt uns er­freu­en herz­lich sehr“ be­dient.
So­mit ha­ben nun die Lie­der „Laßt uns er­freu­en herz­lich sehr“ (533) und „Ma­ria, auf­ge­nom­men ist“ (522) die glei­che Me­lo­die, die mich eben an Mr. Be­an er­in­nert.
…Die Freud sich über dich ergoß, Halleluja,
drum singt auch Mr. Bean jetzt los, Halleluja…


Und wer bis­her bei der Me­lo­die noch nicht an Mr. Be­an den­ken mußte, der tut es spätes­tens nach Le­sen die­ses Bei­trags und An­se­hen des ver­link­ten Vi­deos auch. — Ätsch!

Dienstag, 8. April 2014

Neue und alte Gesangbücher

Nun ist end­lich die lang er­war­te­te Aus­ga­be des um­strit­ten­en, neu­en Got­tes­lobs für das Erz­bis­tum Pa­der­born im Han­del.
Im links ne­ben­ste­hen­dem Bild sind die letz­ten vier Ge­sangbücher ab­ge­bil­det, die es im Erz­bis­tum Pa­der­born gibt und gab. Es han­delt sich um zwei Aus­ga­ben des „Got­tes­lob“ und um zwei Aus­ga­ben des „Sur­sum Cor­da“.
Zu­oberst ist das neue Got­tes­lob, das nun erhält­lich ist, mit Schutz­um­schlag ab­ge­bil­det.
Dar­un­ter ist eben­falls mit Schutz­um­schlag das Got­tes­lob zu se­hen, wel­ches ab März 1975 be­nutzt wur­de und teil­wei­se noch heu­te be­nutzt wird.
Das drit­te Buch ist das letz­te „Sur­sum Cor­da“ mit Schutz­um­schlag bzw. ei­nem Papp-Schu­ber, wie es ab 1948 be­nutzt wur­de. Die Aus­ga­be enthält auch No­ten.
In der Vorgänge­raus­ga­be, die hier als un­ters­tes zu se­hen ist, hat­te noch kei­ne No­ten. Das hier ge­zeig­te „Sur­sum Cor­da“ ist die er­wei­ter­te Fas­sung wie sie ab et­wa 1920 in den Han­del kam. In der Fas­sung sind die 1916 hin­zu­ge­kom­me­nen „23 Ein­heits­lie­der“ (mit No­ten) eben­so als An­hang fest drin ein­ge­bun­den, wie die Ergänzung um zehn Weih­nachts­lie­der.
In­ner­halb der letz­ten 100 Jah­re sind al­so (min­des­tens) vier Ge­sangbücher für das Erz­bis­tum Pa­der­born her­aus­ge­kom­men. Da­mit liegt die durch­schnitt­li­che Le­bens­er­war­tung die­ser Bücher bei rund 25 Jah­ren, was auf der an­de­ren Sei­te be­deu­tet, daß fast je­der Ka­tho­lik im Lau­fe sei­nes Le­bens mit drei Büchern kon­fron­tiert wird.
Bei der Einführung ei­nes je­den neu­en Bu­ches gibt es Din­ge, die ei­nem persönlich bes­ser ge­fal­len und sol­che, de­nen man eher nach­trau­ert. Auf die Ein­zel­hei­ten, zu de­nen es viel zu sa­gen gäbe und zu de­nen an vie­len Stel­len schon viel ge­sagt wor­den ist, will ich hier nicht ein­ge­hen.

Beim ers­ten Blick auf das Bild fällt al­ler­dings ei­nes so­fort auf: Mit je­dem neu­en Buch wur­de das Buch­for­mat größer. Rechts ist der di­rek­te Größen­ver­gleich des „Sur­sum Cor­da“ von 1920 (13,5 × 9 × 2.5cm) mit dem Got­tes­lob von 2014 (17,5 × 12 × 3.6cm) zu se­hen. Das „Sur­sum Cor­da“ pass­te in bei­den Aus­ga­ben ent­we­der in die Hem­den­ta­sche zu­min­dest aber in die Jackett­in­nen­ta­sche. Beim Got­tes­lob sah es dann schon an­ders aus, aber meist pass­te es doch noch in die Gesäßta­sche der Ho­se oder auch in die Jackett­außen­ta­sche. Das neue Got­tes­lob be­kommt man kaum noch in der Klei­dung ver­staut. Selbst in ei­ne Man­tel­ta­sche passt es nicht mehr. Aber wer will schon ex­tra ei­ne Ta­sche oder einen Ruck­sack mit­schlep­pen, nur um das Buch ver­staut zu be­kom­men?
Wenn man zu je­den gehört, die ger­ne ihr ei­ge­nes Buch mit in die Mes­se neh­men, hat man es nach­her im­mer ir­gend­wie „an der Hand“. Bei ei­ner Pro­zes­si­on oder ei­nem Kreuz­weg oder ähn­li­chem, kann man das Buch nicht „mal eben“ ein­ste­cken, weil man das Lied so­wie­so aus­wen­dig kann oder es ge­ra­de aus an­de­ren Gründen nicht braucht. Am Bier­stand nach der Pro­zes­si­on oder über­haupt zum Frühschop­pen hat man es auch noch an der Hand und weiß nicht wo­hin mit dem Buch. — Eins ist al­so klar: das große Buch ist un­prak­tisch.
No­ta be­ne ist zu sa­gen, daß die Schrift­größe im Ver­gleich zur Vorgänge­raus­ga­be größer ist und eben­so der Zei­len­ab­stand. Das mag dem ein oder an­de­ren ent­ge­gen kom­men. Statt aber zusätz­lich noch ei­ne Großdruck­aus­ga­be her­aus­zu­ge­ben hätte man viel­leicht mal über ei­ne Klein­druck­aus­ga­be nach­den­ken sol­len.
Viel­leicht wäre es aber ins­ge­samt bes­ser, das Buch ein­fach zu Hau­se zu las­sen. Hat­ten nicht so­wie­so die Bischöfe ge­sagt, daß das neue Buch auch ein „Haus­buch“ sein solle? Nach dem Größen­ver­gleich und den Fol­gen der Ver­größerung bis hin zum Un­prak­tischwer­den be­kommt der Be­griff „Haus­buch“ ei­ne ganz eigene Be­deu­tung.

Man könn­te al­ler­dings auch noch ei­ne an­de­re Über­le­gung in Be­zug auf die Größe an­stel­len: Man könn­te sich fra­gen, ob in dem Maße, in dem das For­mat der Bücher steigt, auch das Glau­bens­wis­sen der­je­ni­gen steigt, die sich das Buch an­schaf­fen, oder ob hier viel­leicht das Verhält­nis doch eher um­ge­kehrt pro­por­tio­nal ist.
Braucht man heu­te viel­leicht auch des­we­gen größere Bücher, weil heut­zu­ta­ge mit im­mer mehr Wor­ten im­mer we­ni­ger ge­sagt wird? Brau­chen wir ein größeres Buch, weil man Fach­ter­mi­ni nicht mehr als be­kannt vor­aus­set­zen kann und je­des Wort erst ein­mal er­klärt wer­den muß? Wenn man sieht, daß sich vor­ne im Buch (S. 15-22) ein Re­gis­ter mit der Über­schrift „Was be­deu­tet…?“ be­fin­det, dann könn­te man fast den Ein­druck be­kom­men.
Ja, ich weiß: Wenn man das kri­ti­siert, dann be­kommt man zu hören, daß das Buch nicht nur ein Ge­bet- und Ge­sang­buch sein soll, son­dern man ver­sucht ha­be, auch noch einen Mi­ni-Ka­te­chis­mus ein­zu­bau­en. Aber warum soll sich je­mand, der nur ein Ge­bet- und Ge­sang­buch ha­ben will, statt ei­nes rei­nen Ge­bet- und Ge­sang­buchs einen Ka­te­chis­mus mit Ge­bet- und Ge­sang­buch­teil kau­fen? Kauft sich nicht viel­leicht je­mand, der einen Ka­te­chis­mus ha­ben will, eher einen Ka­te­chis­mus statt ei­nes Ge­bet- und Ge­sang­buchs?
Es wäre viel­leicht mal einen Ver­such wert, ob man nicht aus dem neu­en Got­tes­lob ein rei­nes Ge­bet- und Ge­sang­buch ma­chen könn­te, in­dem man all je­ne Blätter her­austrennt, die nur ir­gend­wel­che Re­gis­ter, Er­klärun­gen oder gar „Bild­chen“ ent­hal­ten. Es wäre man in­ter­essant zu se­hen, wie sich das auf die Di­cke aus­wirkt.

„Ka­tho­li­sche Selbst­verständ­lich­kei­ten“ scheint es nicht mehr zu ge­ben. Die­se An­sicht schei­nen sich die Ver­ant­wort­li­chen so zu­ei­gen ge­macht zu ha­ben, daß sie ge­meint ha­ben, dar­auf rea­gie­ren zu müssen.
In heu­ti­ger Zeit, wird al­les hin­ter­fragt. Selbst die Möglich­keit der Exis­tenz ei­ner Wahr­heit wird in Fra­ge ge­stellt, so­fern die­se Fra­ge noch ge­stellt wird. Dem Kon­struk­ti­vis­mus fol­gend er­scheint das „Wie“ wich­ti­ger zu sein als das „Was“.
Man könn­te jetzt die sehr vie­len Er­klärun­gen der un­ter­schied­lichs­ten Din­ge im neu­en Got­tes­lob ein­fach mal un­ter der Fra­ge be­trach­ten, ob sie das „Was“ oder das „Wie“ er­klären und sich dann fra­gen, was das über je­ne aus­sagt, die die Tex­te zu ver­ant­wor­ten ha­ben und was es über je­ne aus­sagt, die die Tex­te kon­su­mie­ren wol­len/sol­len/müssen. Wer dies tun will, der könn­te zum Bei­spiel da­mit beim dem Teil über die Sa­kra­men­te (Nr. 570ff.) an­fan­gen.
»570,1
…Durch die Tau­fe wer­den die Men­schen aus dem Was­ser und dem Hei­li­gen Geist als Kin­der Got­tes neu ge­bo­ren, in der Fir­mung durch die Ga­be des­sel­ben Geis­tes be­sie­gelt, im eu­cha­ris­ti­schen Mahl er­hal­ten sie An­teil an Chris­ti Leib und Blut, an sei­nem Le­ben…«
Frei­lich ist es nicht falsch, was da steht. Aber wird da nicht ge­nau die Ant­wort auf das „Wie?“ in den Mit­tel­punkt ge­stellt? Oder sind sol­che Über­le­gun­gen zu eng geführt und zu klein­ka­riert? Es scheint mir hier um mehr zu ge­hen als um den Sprach­stil. Warum wird nicht ein­fach ge­sagt: „Die Tau­fe ist… Die Fir­mung ist… Die Eu­cha­ris­tie ist…“?

Sonntag, 23. März 2014

Gotteslob Countdown

Heute wies der Priester in der Predigt darauf hin, daß ab kom­men­den Dienstag (25. März) die Paderborner Ausgabe des neue, um­strit­tenen Got­tes­lobs im Buch­handel er­hält­lich sein wird.
Damit erscheint es doch noch früher, als der bisher anvisierte Ter­min von Palmsonntag (14. April).
Einen einheitlichen Termin, wann das Gotteslob in den einzelnen Gemeinden eingeführt wird, gibt es nicht. Diese Unverbindlichkeit ge­schieht z.B. mit Rücksicht auf Kommunionvorbereitungen, die der­zeit laufen und in denen noch das alte Gotteslob benutzt wird. Die Erstkommunion findet be­kanntlich in den Gemeinden zu verschiedenen Terminen statt.
Dem Willen des Erzbischof nach, soll aber in allen Gemeinden das neue Gotteslob bis spätestens Pfingsten (8. Juni) eingeführt worden sein.
In der Stadt Paderborn gibt es unterschiedliche Termine. Wenn ich mir die Termine, die in der Predigt genannt wurden, richtig gemerkt haben, dann werden im Dom und in den beiden Pa­sto­ralverbünden „Paderborn Nord-Ost“ und „Süd-Ost-Dahl“ mit „St. Julian“ (ehemals „Pa­sto­ral­verbund Süd“) das neue Gotteslob am 5. Fastensonntag (6. April) eingeführt. Die Pfarrei „St. Liborius“ wird es am 3. Ostersonntag (4. Mai) einführen. Der Pastoralverbund „Paderborn West“ hat es indes schon dieses Wochenende eingeführt, obwohl es das Buch noch gar nicht im Buchhandel zu kaufen gibt.


Hinweis für Leser aus anderen Diözesen:
Das Bild hier im Blogbeitrag zeigt die sog. „Kreuzfibel“, die bei Aus­gra­bun­gen in Paderborn gefunden wurde und die auf dem Buchdeckel der Buchhandelsausgabe der Paderborner Ausgabe des Gotteslobs abgedruckt ist.
Die graue „Kirchenausgabe“ zeigt indes die seltsame rote Strichzeichnung, wie sie auch andere Diözesen auf dem Buchdeckel haben. Je nach In­ter­pre­ta­tion, kann diese als Symbol für die Dreifaltigkeit gedeutet werden, oder auch nicht oder was ganz anderes bedeuten, oder auch nicht… Die (Be)deutung ist ein stückweit offen…