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Donnerstag, 5. März 2015

Das Konzil umsetzen IX

Aus der Er­klä­rung über die christ­li­che Er­zieh­ung »Gra­vissi­mum edu­ca­tio­nis« Nr. 6:
»Die Eltern, die zu­erst und un­ver­äußer­lich die Pflicht und das Recht ha­ben, ihre Kin­der zu er­zie­hen, müs­sen in der Wahl der Schu­le wirk­lich frei sein. Die Staats­ge­walt, de­ren Auf­gabe es ist, die bür­gerli­chen Frei­hei­ten zu schüt­zen und zu ver­tei­di­gen, muß zur Wah­rung der „aus­tei­len­den Ge­rech­tig­keit“ dar­auf se­hen, daß die öff­entli­chen Mit­tel so aus­ge­ge­ben wer­den, daß die El­tern für ihre Kin­der die Schu­len nach ih­rem Ge­wis­sen wirk­lich frei wäh­len kön­nen.

Im üb­rigen kommt es dem Staat zu, da­für zu sor­gen, daß al­len Bür­gern ei­ne ent­spre­chen­de Teil­nah­me an der Kul­tur er­mög­licht wird und sie auf die Über­nah­me der bür­gerli­chen Pf­lich­ten und Rech­te gebüh­r­end vorbe­rei­tet wer­den. Der Staat muß da­her das Recht der Kin­der auf an­ge­mes­se­ne schuli­sche Er­zieh­ung schüt­zen, die Be­fähi­gung der Leh­rer und die Qua­li­tät des Un­ter­richts über­wa­chen, für die Ge­sund­heit der Schü­ler Sor­ge tra­gen und im all­ge­mei­nen dem gan­zen Schul­wesen sei­ne För­de­rung ange­deihen las­sen. Da­bei soll er das Sub­si­dia­ri­täts­p­rin­zip vor Au­gen ha­ben, un­ter Aus­schluß je­der Art von Schul­mo­no­pol, das den an­ge­bo­re­nen Rech­ten der mensch­li­chen Per­son wider­strei­tet, dem Fort­schritt und der Aus­brei­tung der Kul­tur, dem fried­li­chen Zu­sam­menle­ben der Bür­ger und dem in sehr vie­len Staa­ten heu­te herr­schen­den Plu­ra­lis­mus wi­der­spricht.

An die Gläu­bi­gen aber rich­tet die Hei­li­ge Sy­no­de die Mah­nung, hilfs­be­reit mit­zu­wir­ken an der Er­arbei­tung gu­ter Er­ziehungs­me­thoden und Un­ter­richts­pl­äne so­wie an der Aus­bil­dung von Leh­rern, die die Ju­gend recht zu er­zie­hen ver­mögen. Zu­dem sol­len sie, vor al­lem durch den Zu­sammenschluß in El­tern­ver­ei­ni­gun­gen, das ge­samte Schul­we­sen un­ter­stüt­zen und ins­be­son­de­re die da­durch zu ver­mit­teln­de sitt­li­che Bil­dung mit ih­ren Hilfs­mit­teln för­dern.«

Mittwoch, 21. Januar 2015

Das Konzil umsetzen VIII

Aus der Er­klä­rung über die christ­li­che Er­zieh­ung »Gra­vissi­mum edu­ca­tio­nis« Nr. 2:
»Alle Chri­sten, die, durch die Wie­der­ge­burt aus dem Was­ser und dem Hei­li­gen Geist zu ei­ner neu­en Schöpf­ung ge­wor­den, Söhne Got­tes hei­ßen und es auch sind, ha­ben das Recht auf ei­ne christ­li­che Er­zieh­ung. Die­se er­strebt nicht nur die eben um­rissene Rei­fung der mensch­li­chen Per­son, son­dern zielt haupt­sächl­ich dar­auf ab, daß die Ge­tauf­ten, in­dem sie stu­fen­weise in die Er­kennt­nis des Heils­my­ste­ri­ums ein­ge­führt wer­den, der empfan­ge­nen Ga­be des Glau­bens im­mer mehr be­wußt wer­den. Sie sol­len ler­nen, Gott den Va­ter im Geist und in der Wahr­heit (vgl. Joh 4,23) vor­nehm­lich durch die Mit­feier der Li­turgie an­zube­ten und ihr ei­ge­nes Le­ben nach dem neu­en Men­schen in Ge­rech­tig­keit und wah­rer Hei­lig­keit (vgl. Eph 4,22-24) zu ge­stal­ten. So sol­len sie zur Man­nes­rei­fe ge­lan­gen, zum Voll­maß des Al­ters Christi (Eph 4,13), und so zum Auf­bau des my­sti­schen Lei­bes ih­ren Bei­trag leis­ten. Über­dies sol­len sie sich im Bewußt­sein ih­rer Be­ruf­ung dar­in einü­ben, Zeug­nis ab­zu­legen für die Hoff­nung, die in ihn­en ist (1 Petr 3,15), und an der christ­li­chen Welt­ge­stal­tung mit­zu­hel­fen; hier­bei sol­len ja die na­türli­chen Wer­te, die in die Ge­samt­schau des von Chri­stus er­lös­ten Men­schen ein­be­zo­gen sind, zum Wohl der gan­zen Ge­sell­schaft wirk­sam wer­den. De­shalb er­in­nert die Hei­li­ge Sy­no­de die Ober­hir­ten an die schwe­re Ver­antwor­tung, al­les dar­anzuset­zen, daß alle Gläu­bi­gen die­se christ­li­che Er­zie­hung ge­nießen, vor al­lem die jun­gen Men­schen, die die Hoff­nung der Kir­che sind.«