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Mittwoch, 5. Februar 2014

Epigramme

Alexander Pope:
»Natur und ihr Gesetz im Dunkel lag verborgen,
Gott sprach: „Es werde Newton!“, und es ward lichter Morgen.«
Sir John Collins Squire
»Es dauerte nicht lange, der Teufel brüllte: „Ho!
Es werde Einstein!“, und seither ist wieder status quo.«
(Aus: Kabinett physikalischer Raritäten, S. 57.)

Donnerstag, 2. Januar 2014

Miss Muffet

»Klein Miss Muffet
Sitzt auf ihrem Tuffet
Sorglos lächelt sie heute:
Ihr Kraftfeld beschützt sie,
die Spinne, das Mistvieh,
lauert vergeblich auf Beute.«


»Little MissMuffet
Sat on her Tuffet
eating her curds an whey.
Along came a spider
and sat down beside her
and scared little Miss Muffet away.«
(Aus: Kabinett physikalischer Raritäten, S. 23.)

Dienstag, 3. Dezember 2013

Omas Tee

»Klein Willi hatte 'ne Idee
gibt Radium in Omas Tee
Erwartungsvoll gibt er nun acht,
ob sie wohl leuchtet in der Nacht.«
(Aus: Kabinett physikalischer Raritäten, S. 50.)

Dienstag, 5. November 2013

Der Autor

Bittgebet eines Autors
»Dem hartherzigen Redakteur,
erlaub das Streichen nicht zu sehr,
daß nicht von dem, was man da schreibt,
die Fußnote nur übrig bleibt.«
(Aus: Kabinett physikalischer Raritäten, S.115.)

Dienstag, 1. Oktober 2013

Chemiker

Gebet eines Chemikers
»O lieber Gott, vergib mir dies,
die unvollkommne Synthesis,
du weißt – bei aller Reverenz –
zu groß ist Deine Konkurrenz.«
(Aus: Kabinett physikalischer Raritäten, S.115.)

Dienstag, 3. September 2013

Der strebsame Student

Gebet eines strebsamen Studenten (vermutlich Erstsemester)
»O Herr, Dir gilt zuerst mein Gruß:,
mach' mich zum Baccalaureus,
und zweitens dann – es wäre gut –
bekäm' ich bald den Doktorhut;
dann drittens wäre es noch besser,
mach' mich doch auch noch zum Professor,
und viertens – denn ich raste nie –
zum Mitglied der Akademie;
und fünftens soll man einstens lesen
in der TIMES, was ich gewesen.«
(Aus: Kabinett physikalischer Raritäten, S.115.)

Donnerstag, 1. August 2013

Der Gewissenhafte

Gebet eines gewissenhaften Wissenschaftlers
»Großer Gott, bring doch entgegen,
meiner Theorie den Segen,
damit nicht später die Tatsachen
mich als Lügner kenntlich machen.«
(Aus: Kabinett physikalischer Raritäten, S.115.)

Freitag, 26. Juli 2013

Striche an der Partitur

(Aus: Kabinett physikalischer Raritäten, S. 3.
Original in: NPL News 236, 17(1969))

»Organisations- und Methodenforschung wird zur Verbesserung der Arbeitsleistung von Grup­pen verwendet. Das Folgende sind Auszüge aus einem Bericht einer Rationalisierungsfirma nach einem Besuch in der Royal Festival Hall.

Es gab beträchtliche Zeiträume, in denen die vier Oboisten nichts zu tun hatten. Ihre Anzahl sollte reduziert werden und ihre Arbeit gleichmäßig über das gesamte Konzert verteilt werden, so daß Spitzenbelastungen vermieden werden können.
Alle zwölf Ersten Geigen spielten identische Noten. Das erscheint ein unnötiger Aufwand. Die Besetzung in diesem Fach könnte drastisch reduziert werden. Sollte große Lautstärke erforderlich sein, so könnte sie mittels elektronischer Verstärker erreicht werden. Viel Mühe wurde ferner darauf verwendet, zweiunddreißigstel Noten zu spielen. Dies erscheint eine übertriebene Verfeinerung. Wir empfehlen, alle Noten auf die nächste sechzehntel Note aufzurunden. Sollte dies durchgeführt werden, so könnten Studenten und weniger hochqualifizierte Musiker in größerem Maße als bisher eingesetzt werden.
Es schien uns, daß manche musikalischen Passagen allzu oft wiederholt würden. Die Partitur könnte drastisch gestrafft werden. Es dient keinerlei nützlichem Zweck, wenn eine Passage von den Hörnern wiederholt wird, die bereits von den Geigen gespielt wurde. Nach unseren Schätzungen würde das Konzert nach Streichung aller überflüssigen Passagen statt zwei Stunden nur zwanzig Minuten dauern. Damit würde sich die Notwendigkeit für eine Pause erübrigen.
Der Dirigent stimmt im großen und ganzen mit den Empfehlungen überein, hat jedoch die Meinung geäußert, daß dadurch ein kleiner Rückgang im Kartenverkauf eintreten könnte. In jenem unwahrscheinlichen Fall sollten Teile des Auditoriums gesperrt werden, was beträchtliche Einsparungen an stehenden Kosten, wie Beleuchtung und Personal zur Folge hätte. Im äußersten Fall könnte die Royal Festival Hall geschlossen werden und das Publikum könnte statt dessen die Albert Hall besuchen.«

Donnerstag, 13. Juni 2013

Antonius hilft immer

Aus einer Predigt, die ein Pfarrer in einem Sauerländer Dorf gehalten haben soll. Den Namen des Pfarrers verschweigen wir aus Verschwiegenheit. Die ortsübliche Ausspracheweise wurde versucht schriftlich wiederzugeben:
»…Wie nun Maria und Choseff mit dem zwölfchährigen Chesuskind nach Cherusalem chingen, da war auf einmal das Chesuskind wech.
Und ßie ßuchten es überall. Da ßachte Choseff schließlich zu Maria: „Maria, wir wollen zum Heilchen Antonius beten, der hilft immer!“
Sie knieten sich hin und beteten andächtich drei Chechrüßetseißstumaria zum Heilchen Antonius, und dann fanden sie das Chesuskind denn auch richtich wieder.
Da ßeht'r mal wieder, cheliebte Chinder, der Heilche Antonius hilft immer…«
(Nach: Der liebe Gott und das Bodenpersonal)

Dienstag, 4. Juni 2013

Apport!


Pe­ter hat ein um­strit­te­nes Stöck­chen ge­wor­fen, wel­ches ihm selbst zu­ge­flo­gen kam.
Warum ich da jetzt drauf an­sprin­ge, weiß ich auch nicht. Viel­leicht fällt mir ge­ra­de nichts bes­se­res ein.

mo­re Blog­ger-Typ:
Komms­te heut nicht, komm­te mor­gen (viel­leicht).

Gerät­schaf­ten di­gi­tal:
PC, Net­book.

Gerät­schaf­ten ana­log:
Zet­tel (wo is­ser denn nun jetzt wie­der hin…), Stif­te, Fo­to­ap­pa­rat.

Ar­beits­wei­se:
Re­gelmäßig und un­re­gelmäßig.

Wel­che Tools nutzt du zum Blog­gen, Re­cher­chie­ren und Book­mark-Ver­wal­tung?
Blog­ger.com, Such­ma­schi­nen, Le­xi­ka, Fachli­te­ra­tur, Hirn.

Wo sam­melst du dei­ne Blo­gi­de­en?
Ich sam­mel nichts.

Was ist dein bes­ter Zeit­spar-Trick/Short­cut fürs Blog­gen/im In­ter­net?
Wenn mehr Zeit ist, wer­den re­gelmäßig er­schei­nen­de Blo­gein­träge aus­rei­chend für ein Jahr oder länger auf Vor­rat pro­du­ziert.

Be­nutzt du ei­ne To-Do-List-App?
Was?

Gibt es ne­ben Te­le­fon und Com­pu­ter ein Gerät, oh­ne das du nicht le­ben kannst?
Oh­ne Te­le­fon kann ich gut le­ben. Ein Mo­bil­te­le­fon ha­be ich nicht. Auf mei­nen Kaf­fee­voll­au­to­ma­ten möchte ich aber un­gern ver­zich­ten.

Gibt es et­was, das du bes­ser kannst als an­de­re?
Nölen.

Was be­glei­tet dich mu­si­ka­lisch beim Blog­gen?
Ru­he!

Wie ist dein Schlaf­rhyth­mus – Eu­le oder Nach­ti­gall Ler­che?
Spät zu Bett und spät wie­der raus.

Eher in­tro­ver­tiert oder ex­tro­ver­tiert?
Me­tro­ver­tiert bis au­to­ver­tiert.

Wer soll­te die­se Fra­gen auch be­ant­wor­ten?
Du, Le­ser!

Der bes­te Rat, den du je be­kom­men hast?
Ich be­kom­me kei­ne Ratschläge, ich ge­be wel­che!

Noch ir­gend­was wich­ti­ges?
Ha­be fer­tig!

Donnerstag, 25. April 2013

Die Entstehung des Neuen Testaments

Die Entstehung des Neuen Testaments ist schnell erklärt:

Ein Rabbi ist verzweifelt, denn sein Sohn hatte sich entschieden, die Religion zu wechseln. Er will Christ werden.
In seiner Not ruft der Rabbi zu Gott: „Adonai, du musst mir helfen, mein Sohn möchte Christ werden!“
Gott-Vater antwortet ihm: „Sei nicht traurig, auch mein Sohn ist Christ geworden!“
Der Rabbi ist sehr erstaunt und fragt voll Verwunderung: „Und? Was hast du dann gemacht?“

„Ich habe ein neues Testament gemacht!“

Freitag, 19. April 2013

Die Rückfahrkarte

Ein Kölner unternahm mit der Bahn eine Bahnreise nach Aachen. Der Fahrkartenkontrolleur kommt näher und der Fahrgast sucht nach seiner Fahrkarte. Da er sie nicht findet, flucht er vor sich hin: „Der Düwel weiß, wo ich ming Billjett han. Den Düwel ooch!“ Ein Priester sitzt im gleichen Abteil und ermahnt den Fahrgast: „Wenn sie so weiter fluchen, dann kommen sie nicht nach Aachen, sondern in die Hölle“, worauf der Kölner antwortet: „Dat eß mer ejaal. Ich han en Retourbilljett!“

Montag, 15. April 2013

Hilfe im Dialogprozess

Ein großes und sehr wich­ti­ges An­lie­gen des um­strit­te­nen, kirch­li­chen Dia­log­pro­zes­ses ist ein „Dia­log auf Au­genhöhe“.
Die ers­ten Ge­spräche und de­ren Aus­wer­tung durch spe­zia­li­sier­te Fach­leu­te auf bei­den Sei­ten, ha­ben her­aus­ge­ar­bei­tet, daß durch ana­to­mi­sche In­di­vi­dua­litäten der ein­zel­nen Dia­log­part­ner, die durch­aus ernst ge­nom­men wer­den und nicht klein­ge­re­det oder ver­nachläßigt wer­den sol­len, ge­wis­sen Schwie­rig­kei­ten ent­ste­hen, die es zu über­win­den gilt.
Er­lauch­te Un­ter­neh­mens­be­ra­ter, an­er­kann­te Kar­tof­fel­gra­fik­s­pe­zia­lis­ten, geschätz­te Psy­cho­lo­gen und berühm­te So­zi­lo­gen, so­wie ein Stab aus fähi­gen Ent­wick­lern und bewähr­ten Kon­struk­teu­ren wur­den be­auf­tragt, Hilfs­mit­tel zu ent­wi­ckeln, die in Zu­kunft Pro­ble­me in die­sem Be­reich zu mi­ni­mie­ren hel­fen. Die vielfälti­gen Ein­ga­ben aus den ver­schie­de­nen Be­rei­chen, Grup­pen, Gre­mi­en und Verbänden führ­ten zu in­no­va­ti­ven Neu­ig­kei­ten:
Durch in­ves­ti­ga­ti­ven Ar­bei­ten ist es dem Be­trei­ber die­ses Blogs in­zwi­schen ge­lun­gen, in die letz­ten und – so wie es aus­sieht auch endgülti­gen – Ent­wurf­zeich­nun­gen Ein­blick zu neh­men. Die­se ent­stan­den am En­de der Fin­de­pha­se und wur­den von ei­nem re­no­mier­ten De­si­gner nach den ver­bind­li­chen Vor­ga­ben der hoch­karätig be­setz­ten Steue­rungs­grup­pe er­stellt.
Das Er­geb­nis kann sich durch­aus se­hen las­se: Es han­delt sich um ei­ne sty­li­sche Dia­log-Pro­zess­bril­le, mit der die Dia­log­part­ner wirk­lich auf Au­genhöhe spre­chen können.
Die schlich­te graue Bril­le im mo­der­nen Re­tro-De­sign ist mit vor­teil­haf­ten ro­sa Gläsern aus­ge­stat­tet.

Das er­in­nert gleich an den al­te Wer­bes­lo­gan: „Bril­le? – Leh­mann!“

Sonntag, 14. April 2013

FoKiKoKa

Im Rahmen des Dialogprozesses wurde von mehreren Stellen aus mehreren Quellen berichtet, daß es einige sprachliche Differenzen gab, die im Sinne eines offenen und gerechten Dialogs zu unakzeptablen Mißverständnissen führten, welche den Eindruck erweckten, als gäbe es schon auf sprachlicher Ebene Unterschiede zwischen den umstrittenen Vertretern der Kirchenleitung und dem gläubigen Volk.
Auf diese Problematik haben die Verantwortlichen auf höchster Ebene reagiert, und umgehend die Arbeitsgruppe „Kommunikationskultur- und Kommunikationsstrukturanalyse im kirchlichen Kontext des 21. Jh.“ (KoKokiKo2021) ins Leben gerufen. Diese Arbeitsgruppe legte nun den Formulierungshelfer für kirchliche Kommunikations Kanäle“ (FoKiKoKa) vor. Die Formulierungshilfe arbeitet auf einer dreigliedrigen Abstraktionsebene. Das Grundschema Nr. 1 stellt sich wie folgt da:

0: nachzonliare 0: Kommunikations-0: -problematik
1: experimentelle 1: Informations-1: -analyse
2: klerikale 2: Struktur-2: -politik
3: progressive 3: Programm-3: -strategie
4: aufgabengerechte 4: Personal-4: -manipulation
5: optimale 5: Gremien-5: -stagnation
6: pluralistische 6: Sach-6: -koordinierung
7: interpedendente 7: Zielgruppen-7: -planung
8: omnipotente 8: Rationalisierungs-8: -zwänge
9: gruppenspezifische 9: Entwicklungs-9: -orinetierung

In der Anwendung ist diese Schema einfach. Schon in der diskussionsvorbereitenden Phase können sich die Diskussionsteilnehmer die von ihnen besonders ins Auge gefaßten Themen leicht merken, indem sie sich eine dreistellige Zahl einprägen oder notieren. Wer z.B. über „gruppenspezifische Gremienanalyse“ sprechen möchte, merkt ich einfach die Zahl 951.
Aber auch ganze Diskussionsverläufe lassen sich so vorplanen oder auch während der Diskussion notieren. So ist jeder voll drin und dabei.
Ein ganzer Argumentationsstrang läßt sich so sehr einfach merken und kann dann in die Diskussion einfließen. So kann 001 → 621 + 972 einfach stehen für den Satz „Die nachkonziliare Kommunikationsproblematik erfordert pluralistische Strukturanalysen und gruppenspezifische Zielgruppenpolitik“. (Noch nie war Stenographie so einfach wie heute!)
Ziel dieses Schemas kann es für die Zukunft sein, daß die Diskussionsteilnehmer vermehrt nur noch per Zahlencodes kommunizieren. Auch Struturdiagramme, Ablaufpläne und vieles mehr lassen sich hervorragend mit Begriffen des „Grundschemas Nr. 1“ darstellen.

Aus der „Steuerungsgruppe für vertiefte Sachdiskussionen“ der Unterkommision Süd-Süd-West kam der Vorschlag für spezielle Themen ein ergänzendes Schema oder ein zweites Grundschema zu erarbeiten. Die Arbeitsgruppe KoKokiKo2021 nahm diesen Vorschlag dankend an und entwarf das Grundschema Nr. 2, das sich wie folgt darstellt:

0: konzentrierte 0: Führungs-0: -struktur
1: integrierte 1: Organisations-1: -flexibilität
2: permanente 2: Identifikations-2: -ebene
3: systematisierte 3: Kirchen-3: -tendenz
4: progressive 4: Koalitions-4: -programmierung
5: funktionelle 5: Modell-5: -konzeption
6: orientierte 6: Übergangs-6: -phase
7: synchrone 7: Wachstums-7: -potenz
8: qualifizierte 8: Aktions-8: -problematik
9: caritative 9: Interpretations-9: -kontingenz

Die Arbeitsgruppe KoKokiKo2021 rät dringend, daß sich die Teilnehmer durch 506 (gem. Grundschema Nr. 1) auf eines der beiden Schemata einigen, damit es nicht zu Kommunikationsproblemen kommt, die ja gerade durch die Einführung der ersten beiden Schemata ad experimentum vermieden werden sollen.

Unbestätigten Meldungen zufolge sind aufgrund der in drei Testgruppen mit phantastischem Erfolg durchgeführten Praxistests zwei Ergänzungsschemata in Arbeit. Ob, wie gerüchteweise zu vernehmen war, gar Umstrukturierung in ein 4-gliedriges System für dann 10.000 Zahlencodes geplant ist, liegt derzeit noch im Dunkeln.
Eins ist jedoch klar: Die nächste Runde des Dialogprozesses wird davon noch nicht beeinflußt sein, und die Teilnehmer können sich auf das dreigliedrige Schema verlassen. Die Erfahrungen aus dieser Dialogrunde werden aber mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit in die weiteren Planungen einfließen.


(In Anlehung an einen Text im Buch:
Der Himmel und das Bodenpersonal)