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Samstag, 7. November 2015

Das Konzil umsetzen XII

Die Pa­sto­ral­kon­sti­tu­tion über die Kir­che in der Welt von heu­te des II. Va­ti­ka­ni­schen Kon­ils mit dem Ti­tel »Gau­di­um et Spes«, wid­met sich im er­sten Ka­pi­tel des zwei­ten Haupt­teils der »För­de­rung der Wür­de der Ehe und der Fa­mi­lie«. Die­ses Ka­pi­tel um­fasst die Ab­schnit­te 47–52. Es lohnt sich die­se sechs Ab­schnit­te ganz zu le­sen. Hier sei nur ex­em­pla­risch ein Ab­schnitt zi­tiert:
»49. Die ehe­liche Lie­be
Mehr­fach for­dert Got­tes Wort Braut- und Ehe­leu­te auf, in keu­scher Lie­be ihre Braut­zeit zu ge­stal­ten und in un­ge­teil­ter Liebe ihre Ehe durch­zuhal­ten und zu ent­fal­ten. Auch in un­se­rer Zeit hat die wah­re Lie­be zwi­schen Mann und Frau in der Ehe, wie sie sich in ver­schie­de­ner Weise je nach Volk und Zeit ge­ziemend äußert, als ho­her Wert Gel­tung. Die­se ei­gen­tüm­lich mensch­li­che Lie­be geht in frei be­jah­ter Nei­gung von Per­son zu Per­son, um­greift das Wohl der gan­zen Per­son, ver­mag so den leib-see­li­schen Aus­drucks­mög­lich­kei­ten ei­ne ei­gene Wür­de zu ver­lei­hen und sie als Ele­men­te und be­son­de­re Zei­chen der ehe­li­chen Freund­schaft zu adeln.
Die­se Lie­be hat der Herr durch ei­ne be­son­de­re Ga­be sei­ner Gna­de und Lie­be ge­heilt, voll­en­det und er­höht. Ei­ne sol­che Lie­be, die Mensch­li­ches und Gött­li­ches in sich eint, führt die Gat­ten zur frei­en ge­gen­sei­ti­gen Über­eig­nung ih­rer selbst, die sich in zar­ter Zu­nei­gung und in der Tat be­währt, und durch­dringt ihr gan­zes Le­ben; ja ge­rade durch ih­re Selbst­lo­sig­keit in Le­ben und Tun ver­wirk­licht sie sich und wächst. Sie ist viel mehr als bloß ei­ne ero­ti­sche An­zie­hung, die, ego­is­tisch ge­wollt, nur zu schnell wie­der er­bärm­lich ver­geht.
Die­se Lie­be wird durch den ei­gentli­chen Voll­zug der Ehe in be­son­de­rer Weise aus­ge­drückt und ver­wirk­licht. Je­ne Ak­te al­so, durch die die Ehe­leu­te in­nigst und lau­ter eins wer­den, sind von sitt­li­cher Wür­de; sie brin­gen, wenn sie hu­man voll­zo­gen wer­den, je­nes ge­gen­sei­ti­ge Über­eig­net­sein zum Aus­druck und ver­tie­fen es, durch das sich die Gat­ten ge­gen­sei­tig in Freu­de und Dank­bar­keit reich ma­chen. Die­se Liebe, die auf ge­gen­sei­ti­ge Treue ge­grün­det und in be­son­de­rer Wei­se durch Chri­sti Sa­kra­ment ge­hei­ligt ist, be­deu­tet unlösli­che Treue, die in Glück und Un­glück Leib und Seele um­faßt und dar­um un­ver­einbar ist mit je­dem Ehe­bruch und je­der Ehe­schei­dung. Wenn wirk­lich durch die ge­gen­sei­ti­ge und be­din­gungs­lo­se Lie­be die glei­che perso­nale Wür­de so­wohl der Frau wie des Man­nes an­er­kannt wird, wird auch die vom Herrn be­stä­tig­te Ein­heit der Ehe deut­lich.
Um die Pf­lich­ten die­ser christli­chen Be­ru­fung be­stän­dig zu er­fül­len, ist un­ge­wöhn­li­che Tu­gend er­for­der­lich. Von da­her müs­sen die Gat­ten, durch die Gn­ade zu hei­li­gem Le­ben ge­stärkt, Fe­stig­keit in der Lie­be, See­lengröße und Opfer­geist pfle­gen und im Ge­bet erbit­ten. Die ech­te ehe­li­che Lie­be wird hö­her ge­schätzt wer­den, und es wird sich ei­ne sach­ge­rech­te öff­ent­li­che Mei­nung über sie bil­den, wenn die christ­li­chen Gat­ten durch das Zeug­nis der Treue und Har­mo­nie in die­ser Liebe und durch Sorge für die Kin­der­er­zie­hung sich her­vor­tun und ih­re Pf­licht erfül­len bei ei­ner not­wen­di­gen kul­tu­rel­len, psycho­lo­gi­schen und so­zia­len Er­neue­rung zu­guns­ten von Ehe und Fa­mi­lie.
Ju­gend­li­che sol­len über die Wür­de, die Auf­ga­ben und den Voll­zug der ehe­li­chen Lie­be am bes­ten im Kreis der Fa­milie selbst recht­zei­tig in ge­eig­ne­ter Wei­se un­ter­rich­tet wer­den, da­mit sie, an keu­sche Zucht ge­wöhnt, im ent­spre­chen­den Al­ter nach ei­ner sau­be­ren Braut­zeit in die Ehe ein­tre­ten kön­nen.«

Mittwoch, 12. August 2015

Das Konzil umsetzen XI

Aus der Dog­ma­ti­sche Kon­sti­tu­tion über die gött­li­che Of­fen­ba­rung »Dei ver­bum« Nr. 12:
»…Da die Hei­li­ge Schrift in dem Geist ge­le­sen und aus­ge­legt wer­den muß, in dem sie ge­schrie­ben wur­de, er­for­dert die rech­te Er­mitt­lung des Sinnes der hei­li­gen Tex­te, daß man mit nicht ge­rin­ge­rer Sorg­falt auf den In­halt und die Ein­heit der gan­zen Schrift ach­tet, un­ter Be­rück­sich­ti­gung der le­ben­di­gen Über­lie­fe­rung der Ge­samt­kir­che und der Ana­lo­gie des Glau­bens. Auf­gabe der Exege­ten ist es, nach die­sen Re­geln auf ei­ne tie­fe­re Er­fas­sung und Aus­le­gung des Sinnes der Hei­li­gen Schrift hin­zu­arbei­ten, da­mit so gleich­sam auf Grund wis­sen­schaft­li­cher Vor­ar­beit das Ur­teil der Kir­che reift. Al­les, was die Art der Schrift­erklärung be­trifft, un­ter­steht letzt­lich dem Ur­teil der Kir­che, de­ren got­ter­ge­be­ner Auf­trag und Dienst es ist, das Wort Got­tes zu be­wah­ren und aus­zu­le­gen.«
(Hervorhebung von mir.)

Mittwoch, 17. Juni 2015

Das Konzil umsetzen X

Aus dem De­kret über die Mis­sions­tä­tig­keit der Kir­che »Ad gen­tes« Nr. 13:
»Übe­r­all, wo Gott ei­ne Tür für das Wort auf­tut, das Ge­heim­nis Chri­sti zu ver­kün­den, da muß al­len Men­schen mit Frei­mut und Fe­stig­keit der le­ben­di­ge Gott ver­kün­det wer­den und der, den er zum Heil al­ler ge­sandt hat, Je­sus Chri­stus, auf daß die Nicht­chri­sten glaubend, mit ei­nem Her­zen, das ihn­en der Hei­li­ge Geist ge­öff­net hat, sich frei zum Herrn be­keh­ren und ihm auf­rich­tig an­han­gen, da er als „der Weg, die Wahr­heit und das Le­ben“ (Joh 14,6) all ihr geistli­ches Seh­nen er­füllt, ja es un­end­lich über­ragt.

Die­se Be­keh­rung muß man gewiß not­wen­dig als an­fang­haft auf­fas­sen, aber doch als aus­rei­chend, da­mit der Mensch ver­stehe, daß er, der Sün­de ent­ris­sen, in das Ge­heim­nis der Liebe Got­tes ein­ge­führt wer­de, der ihn zu sei­ner per­sönli­chen Ge­mein­schaft in Chri­stus ruft; denn un­ter dem Ein­fluß der Gna­de be­ginnt der Neu­be­kehr­te sei­nen geistli­chen Weg, auf dem er, durch den Glau­ben schon mit dem Ge­heim­nis des To­des und der Auf­er­steh­ung ver­bun­den, vom al­ten Men­schen hin­über­schrei­tet zum neu­en Men­schen, der in Chri­stus voll­endet ist. Die­ser Über­gang bringt ei­nen fort­schrei­ten­den Wan­del sei­nes Em­pfin­dens und Ver­hal­tens mit sich; er muß sich in sei­nen sozia­len Aus­wir­kun­gen kund­tun und sich wäh­rend des Ka­te­chu­me­na­tes lang­sam ent­wick­eln. Da der Herr, dem er glaubt, ein Zei­chen des Wi­der­spruchs ist, muß der Neu­be­kehr­te oft Bruch und Tren­nung er­le­ben, aber auch Freu­den, die Gott nicht nach Maß aus­teilt.

Die Kir­che ver­bie­tet streng, daß je­mand zur An­nah­me des Glau­bens gezwun­gen oder durch un­ge­hö­rige Mit­tel be­ein­flußt oder an­ge­lockt wer­de, wie sie um­ge­kehrt auch mit Nach­druck für das Recht ein­tritt, daß nie­mand durch üble Druck­mit­tel vom Glau­ben abge­hal­ten werde.

Nach ur­al­tem kirch­li­chem Brauch sol­len die Mo­tive der Be­keh­rung er­kun­det und wenn nö­tig ge­rei­nigt wer­den.«

Donnerstag, 5. März 2015

Das Konzil umsetzen IX

Aus der Er­klä­rung über die christ­li­che Er­zieh­ung »Gra­vissi­mum edu­ca­tio­nis« Nr. 6:
»Die Eltern, die zu­erst und un­ver­äußer­lich die Pflicht und das Recht ha­ben, ihre Kin­der zu er­zie­hen, müs­sen in der Wahl der Schu­le wirk­lich frei sein. Die Staats­ge­walt, de­ren Auf­gabe es ist, die bür­gerli­chen Frei­hei­ten zu schüt­zen und zu ver­tei­di­gen, muß zur Wah­rung der „aus­tei­len­den Ge­rech­tig­keit“ dar­auf se­hen, daß die öff­entli­chen Mit­tel so aus­ge­ge­ben wer­den, daß die El­tern für ihre Kin­der die Schu­len nach ih­rem Ge­wis­sen wirk­lich frei wäh­len kön­nen.

Im üb­rigen kommt es dem Staat zu, da­für zu sor­gen, daß al­len Bür­gern ei­ne ent­spre­chen­de Teil­nah­me an der Kul­tur er­mög­licht wird und sie auf die Über­nah­me der bür­gerli­chen Pf­lich­ten und Rech­te gebüh­r­end vorbe­rei­tet wer­den. Der Staat muß da­her das Recht der Kin­der auf an­ge­mes­se­ne schuli­sche Er­zieh­ung schüt­zen, die Be­fähi­gung der Leh­rer und die Qua­li­tät des Un­ter­richts über­wa­chen, für die Ge­sund­heit der Schü­ler Sor­ge tra­gen und im all­ge­mei­nen dem gan­zen Schul­wesen sei­ne För­de­rung ange­deihen las­sen. Da­bei soll er das Sub­si­dia­ri­täts­p­rin­zip vor Au­gen ha­ben, un­ter Aus­schluß je­der Art von Schul­mo­no­pol, das den an­ge­bo­re­nen Rech­ten der mensch­li­chen Per­son wider­strei­tet, dem Fort­schritt und der Aus­brei­tung der Kul­tur, dem fried­li­chen Zu­sam­menle­ben der Bür­ger und dem in sehr vie­len Staa­ten heu­te herr­schen­den Plu­ra­lis­mus wi­der­spricht.

An die Gläu­bi­gen aber rich­tet die Hei­li­ge Sy­no­de die Mah­nung, hilfs­be­reit mit­zu­wir­ken an der Er­arbei­tung gu­ter Er­ziehungs­me­thoden und Un­ter­richts­pl­äne so­wie an der Aus­bil­dung von Leh­rern, die die Ju­gend recht zu er­zie­hen ver­mögen. Zu­dem sol­len sie, vor al­lem durch den Zu­sammenschluß in El­tern­ver­ei­ni­gun­gen, das ge­samte Schul­we­sen un­ter­stüt­zen und ins­be­son­de­re die da­durch zu ver­mit­teln­de sitt­li­che Bil­dung mit ih­ren Hilfs­mit­teln för­dern.«

Mittwoch, 21. Januar 2015

Das Konzil umsetzen VIII

Aus der Er­klä­rung über die christ­li­che Er­zieh­ung »Gra­vissi­mum edu­ca­tio­nis« Nr. 2:
»Alle Chri­sten, die, durch die Wie­der­ge­burt aus dem Was­ser und dem Hei­li­gen Geist zu ei­ner neu­en Schöpf­ung ge­wor­den, Söhne Got­tes hei­ßen und es auch sind, ha­ben das Recht auf ei­ne christ­li­che Er­zieh­ung. Die­se er­strebt nicht nur die eben um­rissene Rei­fung der mensch­li­chen Per­son, son­dern zielt haupt­sächl­ich dar­auf ab, daß die Ge­tauf­ten, in­dem sie stu­fen­weise in die Er­kennt­nis des Heils­my­ste­ri­ums ein­ge­führt wer­den, der empfan­ge­nen Ga­be des Glau­bens im­mer mehr be­wußt wer­den. Sie sol­len ler­nen, Gott den Va­ter im Geist und in der Wahr­heit (vgl. Joh 4,23) vor­nehm­lich durch die Mit­feier der Li­turgie an­zube­ten und ihr ei­ge­nes Le­ben nach dem neu­en Men­schen in Ge­rech­tig­keit und wah­rer Hei­lig­keit (vgl. Eph 4,22-24) zu ge­stal­ten. So sol­len sie zur Man­nes­rei­fe ge­lan­gen, zum Voll­maß des Al­ters Christi (Eph 4,13), und so zum Auf­bau des my­sti­schen Lei­bes ih­ren Bei­trag leis­ten. Über­dies sol­len sie sich im Bewußt­sein ih­rer Be­ruf­ung dar­in einü­ben, Zeug­nis ab­zu­legen für die Hoff­nung, die in ihn­en ist (1 Petr 3,15), und an der christ­li­chen Welt­ge­stal­tung mit­zu­hel­fen; hier­bei sol­len ja die na­türli­chen Wer­te, die in die Ge­samt­schau des von Chri­stus er­lös­ten Men­schen ein­be­zo­gen sind, zum Wohl der gan­zen Ge­sell­schaft wirk­sam wer­den. De­shalb er­in­nert die Hei­li­ge Sy­no­de die Ober­hir­ten an die schwe­re Ver­antwor­tung, al­les dar­anzuset­zen, daß alle Gläu­bi­gen die­se christ­li­che Er­zie­hung ge­nießen, vor al­lem die jun­gen Men­schen, die die Hoff­nung der Kir­che sind.«

Donnerstag, 6. November 2014

Das Konzil umsetzen VII

Aus dem Dekret über die Ausbildung der Priester »Optatam totius«:
»II. Die stärkere Förderung der Priesterberufe

2. Be­ru­fe zu för­dern ist Auf­gabe der ge­sam­ten christ­li­chen Ge­mein­de. Sie er­füllt sie vor al­lem durch ein wirk­lich christ­li­ches Le­ben. Den wich­tig­sten Bei­trag dazu lei­sten ein­mal die Fa­mili­en; durch­drun­gen vom Geist des Glau­bens, der Liebe und der Fröm­mig­keit wer­den sie gleich­sam zum er­sten Se­mi­nar; zum an­de­ren die Pfarr­ge­mein­den, an de­ren blü­hen­dem Le­ben die Ju­gend­li­chen selbst teil­neh­men. Die Leh­rer und alle, die mit der Er­zie­hung von Kin­dern und Ju­gend­li­chen in ir­gend­ei­ner Wei­se be­traut sind – be­son­ders die ka­tholi­schen Ver­bän­de –, sol­len die ihnen an­ver­trau­ten jun­gen Men­schen so zu er­zie­hen su­chen, daß sie den gött­li­chen Ruf wahr­neh­men und ihm be­reitwil­lig fol­gen kön­nen. Alle Prie­ster sol­len ih­ren apo­sto­li­schen Ei­fer vor al­lem in der För­de­rung der Beru­fe zei­gen. Sie sol­len das Herz der­je­ni­gen Men­schen durch ihr ei­genes, be­schei­de­nes, ar­beits­ames und von inne­rer Freu­de er­füll­tes Le­ben für das Prie­ster­tum ge­winnen so­wie durch die ge­gen­sei­ti­ge prie­sterli­che Lie­be und die brü­der­li­che Ge­mein­schaft in der Ar­beit.

Auf­gabe der Bi­schöfe ist es, ihre Her­de in der För­de­rung von Beru­fen an­zu­ei­fern und für den Zu­sam­men­schluß al­ler Kräf­te und An­strengun­gen zu sor­gen; auch sol­len sie die­je­nigen, die nach ih­rem Ur­teil zum An­teil des Herrn beru­fen sind, väter­lich un­ter­stüt­zen, ohne da­bei ir­gend­ein Op­fer zu scheuen.
…«

Donnerstag, 12. Juni 2014

Das Konzil umsetzen V

Aus der Liturgiekonstitution »Sacrosanctum Concilium« Nr. 101:
»§ 1. Gemäß jahr­hun­der­te­al­ter Über­lie­fe­rung des la­tei­ni­schen Ri­tus sol­len die Kle­ri­ker beim Stun­den­ge­bet die la­tei­ni­sche Spra­che bei­be­hal­ten. Je­doch ist der Or­di­na­ri­us ermächtigt, in ein­zel­nen Fällen je­nen Kle­ri­kern, für die der Ge­brauch der la­tei­ni­schen Spra­che ein erns­tes Hin­der­nis für den rech­ten Voll­zug des Stun­den­ge­be­tes be­deu­tet, die Be­nützung ei­ner nach Maßga­be von Art. 36 ge­schaf­fe­nen mut­ter­sprach­li­chen Über­set­zung zu ge­stat­ten.
§ 2. Der zuständi­ge Obe­re kann den Chor­frau­en so­wie den Mit­glie­dern der Or­den und or­densähn­li­chen Ge­mein­schaf­ten al­ler Art, sei­en es Män­ner, die nicht Kle­ri­ker sind, sei­en es Frau­en, ge­stat­ten, daß sie für das Stun­den­ge­bet auch im Chor die Mut­ter­spra­che be­nut­zen kön­nen, so­fern die Über­set­zung ap­pro­biert ist.
§ 3. Je­der zum Stun­den­ge­bet ver­pflich­te­te Kle­ri­ker, der zu­sam­men mit ei­ner Grup­pe von Gläubi­gen oder mit den in § 2 Ge­nann­ten das Stun­den­ge­bet in der Mut­ter­spra­che fei­ert, erfüllt sei­ne Pflicht, so­fern der Text der Übert­ra­gung ap­pro­biert ist.«
In die­sem Zu­sam­men­hang sei auch die von der Ri­ten­kon­gre­ga­ti­on am 26. Sep­tem­ber 1964 her­aus­ge­ge­be­ne »In­struk­ti­on zur ord­nungs­gemäßen Durchführung der Kon­sti­tu­ti­on über die Hei­li­ge Li­tur­gie« erwähnt. Bezüglich der Er­laub­nis­se für den Ein­zel­fall sagt sie in Nr. 87:
»Bei der Be­ur­tei­lung des „erns­ten Hin­der­nis­ses“, das Vor­aus­set­zung zur Er­tei­lung der oben erwähren Er­laub­nis ist, soll die phy­si­sche, mo­ra­li­sche, geis­ti­ge und geist­li­che La­ge des An­trag­stel­lers er­wo­gen wer­den. Die­se Er­laub­nis wird nur gewährt, um das Stun­den­ge­bet zu er­leich­tern und die An­dacht zu fördern; sie zielt kei­nes­wegs dar­auf ab, die Ver­pflich­tung ab­zu­schaf­fen, daß die Pries­ter des la­tei­ni­schen Ri­tus La­tein ler­nen.«
Und bezüglich der Bre­vie­re liest man in Nr. 89:
»Die Bre­vie­re für Kle­ri­ker, de­nen gemäß Art. 101 §1 der Kon­sti­tu­ti­on beim Stun­den­ge­bet der Ge­brauch der Mut­ter­spra­che ge­stat­tet wird, müßen außer der mut­ter­sprach­li­chen Über­set­zung auch den la­tei­ni­schen Text ent­hal­ten.«
Am 6. No­vem­ber 1964 er­teil­te die Ri­ten­kon­gre­ga­ti­on dann in ei­nem Re­s­cript…
»…der im Ver­lag Fried­rich Pus­tet in Re­gens­burg er­schei­nen­den Aus­ga­be des römi­schen Bre­viers, die bei­ge­bun­den zum vol­len la­tei­ni­schen Text als Sup­ple­ment die deut­sche Über­set­zung von Schenk enthält die Ap­pro­ba­ti­on für den li­tur­gi­schen Ge­brauch.«

In der »WDR Lo­kal­zeit OWL« vom 11. Juni 2014 er­klärte der neue Dom­probst am Ho­hen Dom zu Pa­der­born, Msgr. Joachim Gö­bel in dem an­son­sten gu­ten Inter­view, daß Gläubige aber auch Prie­ster er­heb­liche Pro­bleme mit dem La­tein ha­ben. Schon zur Zeit des Stu­di­ums sei die la­tei­ni­sche Ves­per am Sonn­tag ei­ni­gen schwer ge­fallen. Aus die­sem Grunde wur­de schon seit Januar die­sen Jah­res die lat­einische, zwei­te Vesper am Sonn­tag im Hohen Dom ab­ge­schafft und durch ei­ne deutsche, er­ste Ves­per am Sams­tag er­setzt.
Den Laien kann man si­cher kei­nen Vor­wurf ma­chen, wenn sie kein La­tein kön­nen. Bei den Prie­stern hin­ge­gen kann man schon kri­tisch fra­gen, ob sie sich mit sol­chen Aus­sa­gen nicht selbst ein Ar­muts­zeug­nis aus­stel­len.

Link zum Video in der WDR-Mediathek (eine Woche abrufbar): KLICK

Sonntag, 16. Juni 2013

Das Konzil umsetzen IV

Aus der Liturgiekonstitution »Sacrosanctum Concilium« Nr. 22 und 23:
»22. § 1. Das Recht, die heilige Liturgie zu ordnen, steht einzig der Autorität der Kirche zu. Diese Autorität liegt beim Apostolischen Stuhl und nach Maßgabe des Rechtes beim Bischof.
§ 2. Auch den rechtmäßig konstituierten, für bestimmte Gebiete zuständigen Bischofsvereinigungen verschiedener Art steht es auf Grund einer vom Recht gewährten Vollmacht zu, innerhalb festgelegter Grenzen die Liturgie zu ordnen.
§ 3. Deshalb darf durchaus niemand sonst, auch wenn er Priester wäre, nach eigenem Gutdünken in der Liturgie etwas hinzufügen, wegnehmen oder ändern.

23. Damit die gesunde Überlieferung gewahrt bleibe und dennoch einem berechtigten Fortschritt die Tür aufgetan werde, sollen jeweils gründliche theologische, historische und pastorale Untersuchungen vorausgehen, wenn die einzelnen Teile der Liturgie revidiert werden. Darüber hinaus sind sowohl die allgemeinen Gestalt- und Sinngesetze der Liturgie zu beachten als auch die Erfahrungen, die aus der jüngsten Liturgiereform und den weithin schon gewährten Indulten gewonnen wurden. Schließlich sollen keine Neuerungen eingeführt werden, es sei denn, ein wirklicher und sicher zu erhoffender Nutzen der Kirche verlange es. Dabei ist Sorge zu tragen, daß die neuen Formen aus den schon bestehenden gewissermaßen organisch herauswachsen. Auch soll nach Möglichkeit verhütet werden, daß sich zwischen den Riten benachbarter Gebiete auffallend starke Unterschiede ergeben.«

Mittwoch, 22. Mai 2013

Das Konzil umsetzen III

Dekret über die Hirtenaufgabe der Bischöfe »Christus Dominus« ist unter Nr. 14 zu lesen:
»Die katechetische Unterweisung trachtet danach, daß in den Menschen der Glaube, durch die Lehre erleuchtet, lebendig wird, sich entfaltet und zu Taten führt. Die Bischöfe sollen darüber wachen, daß dieser Unterricht sowohl den Kindern und Heranwachsenden als auch den Jugendlichen und ebenso den Erwachsenen mit Eifer und Sorgfalt erteilt wird; daß bei dieser Unterweisung eine geeignete Ordnung und eine Methode eingehalten werden, die nicht nur dem zu behandelnden Stoff, sondern auch der Eigenart, den Fähigkeiten, dem Alter und den Lebensbedingungen der Zuhörer entsprechen; daß diese Unterweisung auf der Heiligen Schrift, der Überlieferung, der Liturgie, dem Lehramt und dem Leben der Kirche aufbaut. Ferner mögen sie dafür sorgen, daß die Katecheten für ihre Aufgabe gebührend vorbereitet werden, indem sie die Lehre der Kirche gründlich kennenlernen und auch die psychologischen Gesetze und pädagogischen Fächer theoretisch und praktisch erlernen. Sie seien auch bemüht, daß der Unterricht für erwachsene Katechumenen wieder eingeführt oder besser angepaßt wird.«

Freitag, 19. April 2013

Das Konzil umsetzen II

In der dogmatischen Konstitution über die Kirche »Lumen Gentium« ist unter Nr. 14 zu lesen:
»Den katholischen Gläubigen wendet die Heilige Synode besonders ihre Aufmerksamkeit zu. Gestützt auf die Heilige Schrift und die Tradition, lehrt sie, daß diese pilgernde Kirche zum Heile notwendig sei. Christus allein ist Mittler und Weg zum Heil, der in seinem Leib, der Kirche, uns gegenwärtig wird; indem er aber selbst mit ausdrücklichen Worten die Notwendigkeit des Glaubens und der Taufe betont hat (vgl. Mk 16,16; Joh 3,5), hat er zugleich die Notwendigkeit der Kirche, in die die Menschen durch die Taufe wie durch eine Türe eintreten, bekräftigt. Darum könnten jene Menschen nicht gerettet werden, die um die katholische Kirche und ihre von Gott durch Christus gestiftete Heilsnotwendigkeit wissen, in sie aber nicht eintreten oder in ihr nicht ausharren wollten. Jene werden der Gemeinschaft der Kirche voll eingegliedert, die, im Besitze des Geistes Christi, ihre ganze Ordnung und alle in ihr eingerichteten Heilsmittel annehmen und in ihrem sichtbaren Verband mit Christus, der sie durch den Papst und die Bischöfe leitet, verbunden sind, und dies durch die Bande des Glaubensbekenntnisses, der Sakramente und der kirchlichen Leitung und Gemeinschaft. Nicht gerettet wird aber, wer, obwohl der Kirche eingegliedert, in der Liebe nicht verharrt und im Schoße der Kirche zwar "dem Leibe", aber nicht "dem Herzen" nach verbleibt. Alle Söhne der Kirche sollen aber dessen eingedenk sein, daß ihre ausgezeichnete Stellung nicht den eigenen Verdiensten, sondern der besonderen Gnade Christi zuzuschreiben ist; wenn sie ihr im Denken, Reden und Handeln nicht entsprechen, wird ihnen statt Heil strengeres Gericht zuteil. Die Katechumenen, die, getrieben vom Heiligen Geist, mit ausdrücklicher Willensäußerung um Aufnahme in die Kirche bitten, werden durch eben dieses Begehren mit ihr verbunden. Die Mutter Kirche umfaßt sie schon in liebender Sorge als die Ihrigen.«

Mittwoch, 17. April 2013

Das Konzil umsetzen I

In der dogmatischen Konstitution über die Kirche »Lumen Gentium« ist unter Nr. 25 zu lesen:
»Unter den hauptsächlichsten Ämtern der Bischöfe hat die Verkündigung des Evangeliums einen hervorragenden Platz. Denn die Bischöfe sind Glaubensboten, die Christus neue Jünger zuführen; sie sind authentische, das heißt mit der Autorität Christi ausgerüstete Lehrer. Sie verkündigen dem ihnen anvertrauten Volk die Botschaft zum Glauben und zur Anwendung auf das sittliche Leben und erklären sie im Licht des Heiligen Geistes, indem sie aus dem Schatz der Offenbarung Neues und Altes vorbringen (vgl. Mt 13,52). So lassen sie den Glauben fruchtbar werden und halten die ihrer Herde drohenden Irrtümer wachsam fern (vgl. 2 Tim 4,1-4). Die Bischöfe, die in Gemeinschaft mit dem römischen Bischof lehren, sind von allen als Zeugen der göttlichen und katholischen Wahrheit zu verehren. Die Gläubigen aber müssen mit einem im Namen Christi vorgetragenen Spruch ihres Bischofs in Glaubens- und Sittensachen übereinkommen und ihm mit religiös gegründetem Gehorsam anhangen. Dieser religiöse Gehorsam des Willens und Verstandes ist in besonderer Weise dem authentischen Lehramt des Bischofs von Rom, auch wenn er nicht kraft höchster Lehrautorität spricht, zu leisten; nämlich so, daß sein oberstes Lehramt ehrfürchtig anerkannt und den von ihm vorgetragenen Urteilen aufrichtige Anhänglichkeit gezollt wird, entsprechend der von ihm kundgetanen Auffassung und Absicht. Diese läßt sich vornehmlich erkennen aus der Art der Dokumente, der Häufigkeit der Vorlage ein und derselben Lehre, und der Sprechweise. Die einzelnen Bischöfe besitzen zwar nicht den Vorzug der Unfehlbarkeit; wenn sie aber, in der Welt räumlich getrennt, jedoch in Wahrung des Gemeinschaftsbandes untereinander und mit dem Nachfolger Petri, authentisch in Glaubens- und Sittensachen lehren und eine bestimmte Lehre übereinstimmend als endgültig verpflichtend vortragen, so verkündigen sie auf unfehlbare Weise die Lehre Christi. Dies ist noch offenkundiger der Fall, wenn sie auf einem Ökumenischen Konzil vereint für die ganze Kirche Lehrer und Richter des Glaubens und der Sitten sind. Dann ist ihren Definitionen mit Glaubensgehorsam anzuhangen. Diese Unfehlbarkeit, mit welcher der göttliche Erlöser seine Kirche bei der Definierung einer Glaubens- und Sittenlehre ausgestattet sehen wollte, reicht so weit wie die Hinterlage der göttlichen Offenbarung, welche rein bewahrt und getreulich ausgelegt werden muß, es erfordert. Dieser Unfehlbarkeit erfreut sich der Bischof von Rom, das Haupt des Bischofskollegiums, kraft seines Amtes, wenn er als oberster Hirt und Lehrer aller Christgläubigen, der seine Brüder im Glauben stärkt (vgl. Lk 22,32), eine Glaubens- oder Sittenlehre in einem endgültigen Akt verkündet. Daher heißen seine Definitionen mit Recht aus sich und nicht erst aufgrund der Zustimmung der Kirche unanfechtbar, da sie ja unter dem Beistand des Heiligen Geistes vorgebracht sind, der ihm im heiligen Petrus verheißen wurde. Sie bedürfen daher keiner Bestätigung durch andere und dulden keine Berufung an ein anderes Urteil. In diesem Falle trägt nämlich der Bischof von Rom seine Entscheidung nicht als Privatperson vor, sondern legt die katholische Glaubenslehre aus und schützt sie in seiner Eigenschaft als oberster Lehrer der Gesamtkirche, in dem als einzelnem das Charisma der Unfehlbarkeit der Kirche selbst gegeben ist. Die der Kirche verheißene Unfehlbarkeit ist auch in der Körperschaft der Bischöfe gegeben, wenn sie das oberste Lehramt zusammen mit dem Nachfolger Petri ausübt. Diesen Definitionen kann aber die Beistimmung der Kirche niemals fehlen vermöge der Wirksamkeit desselben Heiligen Geistes, kraft deren die gesamte Herde Christi in der Einheit des Glaubens bewahrt wird und voranschreitet.«