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Samstag, 18. April 2015

Zur »Sorge für die Seelsorgenden«

Symbolbild
Un­ter dem Ti­tel »Sor­ge für die Seel­sor­gen­den« hat ein fünf­köpfi­ges Team von Wis­sen­schaft­lern rund 21.000 Fra­ge­bö­gen an Seel­sor­ger in 22 von 27 Diöze­sen ver­sandt. Der um­strit­te­ne Be­griff des Seel­sor­gers wur­de da­bei sehr weit ge­fasst. Die Rück­lauf­quo­te lag bei be­acht­li­chen 42%. Das ist sehr viel, wenn man an­de­ren Stu­di­en ver­gleicht. Bei schrift­li­chen Um­fra­gen gilt oft schon ei­ne Quo­te von 15% als hoch. Die Wis­sen­schaft­ler ha­ben hier al­so vie­le Leu­te zum Mit­ma­chen mo­bi­li­sie­ren kön­nen. Ins­ge­samt ha­ben sich et­wa 4100 Pries­ter, 1000 Dia­ko­ne, 1500 Pas­to­ral- und 1800 Ge­mein­de­re­fe­ren­ten an der Stu­die be­tei­ligt.

Mittwoch, 17. September 2014

Letzte Chance?

In ei­nem Ar­ti­kel auf der In­ter­netsei­te des Erz­bis­tums Pa­der­born wird von ei­ner Ver­an­stal­tung zum um­strit­te­nen, neu­en Got­tes­lob be­rich­tet.
Dort steht gleich am An­fang in dem Ar­ti­kel ein (vor­geb­li­ches) Zi­tat von ei­nem Bi­schof, wel­ches sich ad hoc je­doch we­der ve­ri­fi­zie­ren noch ei­nem Na­men zu­ord­nen läßt:
»„Das neue Got­tes­lob ist die letz­te Chan­ce der ka­tho­li­schen Kir­che, den Glau­ben zu ver­mit­teln“, zi­tier­te Mon­si­gno­re Bern­hard Schrö­der einen un­be­nann­ten Bi­schof, der sich in­ten­siv mit dem neu­en Ge­bet- und Ge­sang­buch „Got­tes­lob“ beschäftig hat­te…«
„Na dann, Prost Mahl­zeit“, könn­te man den­ken. Doch die Re­de von der an­geb­lich „letz­ten Chan­ce“ ist nicht neu, son­dern taucht im­mer dann auf, wenn Leu­te mei­nen ei­ne und oft auch ih­re ei­ge­ne Sa­che als ganz wich­tig und al­ter­na­tiv­los her­aus­stel­len zu müs­sen.
So lud zum Bei­spiel im No­vem­ber 2011 im Bis­tum Mün­ster das Ka­tho­li­sche Bil­dungs­werk zu ei­ner „Zu­kunfts­werk­statt Kir­che“ nach Ge­scher ein, die den fra­gen­den Un­ter­ti­tel „Ei­ne (letz­te) Chan­ce für die Kir­che?“ trug.
Auch Kir­chen­re­bel­len be­die­nen sich die­ser rhe­to­ri­schen Fi­gur. Im Spie­gel Nr. 50 von 1994 war im Vor­feld zum Papst­be­such 1995 zu le­sen:
»Die Got­tes­wis­sen­schaft­ler Ott­mar Fuchs (Bam­berg), Nor­bert Grein­acher (Tü­bin­gen), Nor­bert Met­te (Pa­der­born) und Her­mann Stein­kamp (Mün­ster) rie­fen zum Wi­der­stand ge­gen Papst und kirch­li­che Ob­rig­keit auf - nach ih­rer An­sicht die ein­zi­ge The­ra­pie, die Hei­lung für die ma­ro­de Chri­sten-In­sti­tu­ti­on ver­spricht.
Ra­di­ka­le Re­for­men sei­en an­ge­sichts "der sich im­mer stär­ker zu­spit­zen­den Kri­se der ka­tho­li­schen Kir­che" die letz­te Chan­ce, sonst sei der "Mas­senex­odus der Gläu­bi­gen un­aus­weich­lich".«
Zwei der ge­nann­ten Her­ren, Nor­bert Grein­acher (83) und Her­mann Stein­kamp (75), sind in­zwi­schen eme­ri­tiert, Ott­mar Fuchs (69) lehrt noch in Tü­bin­gen und Nor­bert Met­te (67) in Dort­mund.
Die­se in­zwi­schen al­ten Her­ren, die die Kir­che si­cher über­le­ben wird, spra­chen al­so vor zwan­zig Jah­ren auch schon von der „letz­ten Chan­ce“. Da­mals soll­te sie in ra­di­ka­len Re­for­men zu fin­den sein, die The­men be­tra­fen, wel­che heu­te – ob­wohl ab­ge­schmackt – von re­form­wil­li­gen Knüt­ter­köp­pen und sol­chen die es wer­den wol­len, im­mer noch „heiß“ dis­ku­tiert wer­den.
Man kann sich al­so zu­rück­leh­nen und auf die näch­ste an­geb­lich „letz­te Chan­ce“ war­ten. Denn eins ist ge­wiss: Ir­gend­wer wird sie in na­her Zu­kunft wie­der pro­kla­mie­ren.