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Montag, 15. April 2013

Hilfe im Dialogprozess

Ein großes und sehr wich­ti­ges An­lie­gen des um­strit­te­nen, kirch­li­chen Dia­log­pro­zes­ses ist ein „Dia­log auf Au­genhöhe“.
Die ers­ten Ge­spräche und de­ren Aus­wer­tung durch spe­zia­li­sier­te Fach­leu­te auf bei­den Sei­ten, ha­ben her­aus­ge­ar­bei­tet, daß durch ana­to­mi­sche In­di­vi­dua­litäten der ein­zel­nen Dia­log­part­ner, die durch­aus ernst ge­nom­men wer­den und nicht klein­ge­re­det oder ver­nachläßigt wer­den sol­len, ge­wis­sen Schwie­rig­kei­ten ent­ste­hen, die es zu über­win­den gilt.
Er­lauch­te Un­ter­neh­mens­be­ra­ter, an­er­kann­te Kar­tof­fel­gra­fik­s­pe­zia­lis­ten, geschätz­te Psy­cho­lo­gen und berühm­te So­zi­lo­gen, so­wie ein Stab aus fähi­gen Ent­wick­lern und bewähr­ten Kon­struk­teu­ren wur­den be­auf­tragt, Hilfs­mit­tel zu ent­wi­ckeln, die in Zu­kunft Pro­ble­me in die­sem Be­reich zu mi­ni­mie­ren hel­fen. Die vielfälti­gen Ein­ga­ben aus den ver­schie­de­nen Be­rei­chen, Grup­pen, Gre­mi­en und Verbänden führ­ten zu in­no­va­ti­ven Neu­ig­kei­ten:
Durch in­ves­ti­ga­ti­ven Ar­bei­ten ist es dem Be­trei­ber die­ses Blogs in­zwi­schen ge­lun­gen, in die letz­ten und – so wie es aus­sieht auch endgülti­gen – Ent­wurf­zeich­nun­gen Ein­blick zu neh­men. Die­se ent­stan­den am En­de der Fin­de­pha­se und wur­den von ei­nem re­no­mier­ten De­si­gner nach den ver­bind­li­chen Vor­ga­ben der hoch­karätig be­setz­ten Steue­rungs­grup­pe er­stellt.
Das Er­geb­nis kann sich durch­aus se­hen las­se: Es han­delt sich um ei­ne sty­li­sche Dia­log-Pro­zess­bril­le, mit der die Dia­log­part­ner wirk­lich auf Au­genhöhe spre­chen können.
Die schlich­te graue Bril­le im mo­der­nen Re­tro-De­sign ist mit vor­teil­haf­ten ro­sa Gläsern aus­ge­stat­tet.

Das er­in­nert gleich an den al­te Wer­bes­lo­gan: „Bril­le? – Leh­mann!“

Sonntag, 14. April 2013

FoKiKoKa

Im Rahmen des Dialogprozesses wurde von mehreren Stellen aus mehreren Quellen berichtet, daß es einige sprachliche Differenzen gab, die im Sinne eines offenen und gerechten Dialogs zu unakzeptablen Mißverständnissen führten, welche den Eindruck erweckten, als gäbe es schon auf sprachlicher Ebene Unterschiede zwischen den umstrittenen Vertretern der Kirchenleitung und dem gläubigen Volk.
Auf diese Problematik haben die Verantwortlichen auf höchster Ebene reagiert, und umgehend die Arbeitsgruppe „Kommunikationskultur- und Kommunikationsstrukturanalyse im kirchlichen Kontext des 21. Jh.“ (KoKokiKo2021) ins Leben gerufen. Diese Arbeitsgruppe legte nun den Formulierungshelfer für kirchliche Kommunikations Kanäle“ (FoKiKoKa) vor. Die Formulierungshilfe arbeitet auf einer dreigliedrigen Abstraktionsebene. Das Grundschema Nr. 1 stellt sich wie folgt da:

0: nachzonliare 0: Kommunikations-0: -problematik
1: experimentelle 1: Informations-1: -analyse
2: klerikale 2: Struktur-2: -politik
3: progressive 3: Programm-3: -strategie
4: aufgabengerechte 4: Personal-4: -manipulation
5: optimale 5: Gremien-5: -stagnation
6: pluralistische 6: Sach-6: -koordinierung
7: interpedendente 7: Zielgruppen-7: -planung
8: omnipotente 8: Rationalisierungs-8: -zwänge
9: gruppenspezifische 9: Entwicklungs-9: -orinetierung

In der Anwendung ist diese Schema einfach. Schon in der diskussionsvorbereitenden Phase können sich die Diskussionsteilnehmer die von ihnen besonders ins Auge gefaßten Themen leicht merken, indem sie sich eine dreistellige Zahl einprägen oder notieren. Wer z.B. über „gruppenspezifische Gremienanalyse“ sprechen möchte, merkt ich einfach die Zahl 951.
Aber auch ganze Diskussionsverläufe lassen sich so vorplanen oder auch während der Diskussion notieren. So ist jeder voll drin und dabei.
Ein ganzer Argumentationsstrang läßt sich so sehr einfach merken und kann dann in die Diskussion einfließen. So kann 001 → 621 + 972 einfach stehen für den Satz „Die nachkonziliare Kommunikationsproblematik erfordert pluralistische Strukturanalysen und gruppenspezifische Zielgruppenpolitik“. (Noch nie war Stenographie so einfach wie heute!)
Ziel dieses Schemas kann es für die Zukunft sein, daß die Diskussionsteilnehmer vermehrt nur noch per Zahlencodes kommunizieren. Auch Struturdiagramme, Ablaufpläne und vieles mehr lassen sich hervorragend mit Begriffen des „Grundschemas Nr. 1“ darstellen.

Aus der „Steuerungsgruppe für vertiefte Sachdiskussionen“ der Unterkommision Süd-Süd-West kam der Vorschlag für spezielle Themen ein ergänzendes Schema oder ein zweites Grundschema zu erarbeiten. Die Arbeitsgruppe KoKokiKo2021 nahm diesen Vorschlag dankend an und entwarf das Grundschema Nr. 2, das sich wie folgt darstellt:

0: konzentrierte 0: Führungs-0: -struktur
1: integrierte 1: Organisations-1: -flexibilität
2: permanente 2: Identifikations-2: -ebene
3: systematisierte 3: Kirchen-3: -tendenz
4: progressive 4: Koalitions-4: -programmierung
5: funktionelle 5: Modell-5: -konzeption
6: orientierte 6: Übergangs-6: -phase
7: synchrone 7: Wachstums-7: -potenz
8: qualifizierte 8: Aktions-8: -problematik
9: caritative 9: Interpretations-9: -kontingenz

Die Arbeitsgruppe KoKokiKo2021 rät dringend, daß sich die Teilnehmer durch 506 (gem. Grundschema Nr. 1) auf eines der beiden Schemata einigen, damit es nicht zu Kommunikationsproblemen kommt, die ja gerade durch die Einführung der ersten beiden Schemata ad experimentum vermieden werden sollen.

Unbestätigten Meldungen zufolge sind aufgrund der in drei Testgruppen mit phantastischem Erfolg durchgeführten Praxistests zwei Ergänzungsschemata in Arbeit. Ob, wie gerüchteweise zu vernehmen war, gar Umstrukturierung in ein 4-gliedriges System für dann 10.000 Zahlencodes geplant ist, liegt derzeit noch im Dunkeln.
Eins ist jedoch klar: Die nächste Runde des Dialogprozesses wird davon noch nicht beeinflußt sein, und die Teilnehmer können sich auf das dreigliedrige Schema verlassen. Die Erfahrungen aus dieser Dialogrunde werden aber mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit in die weiteren Planungen einfließen.


(In Anlehung an einen Text im Buch:
Der Himmel und das Bodenpersonal)

Sonntag, 7. April 2013

Zu große Kirchen?

In der umstrittenen Zeitschrift „Gottesdienst“ erschien 2005 (Nr. 13, 97-99) die „Vorabveröffentlichung der Ergänzung der "Leitlinien für den Bau und die Ausgestaltung von gottesdienstlichen Räumen", erarb. von der Arbeitsgruppe für kirchliche Architektur und sakrale Kunst (AKASK) der Liturgiekommission der DBK“. Dieser Text ist Im Internet abrufbar.
»Die Liturgiekommission der Deutschen Bischofskonferenz hat die Arbeitsgruppe für kirchliche Architektur und sakrale Kunst (AKASK) beauftragt, sich mit der Problematik zu großer Kirchen zu befassen und die „Leitlinien für den Bau und die Ausgestaltung von gottesdienstlichen Räumen“ hinsichtlich dieser Frage zu ergänzen.«
Grundsätzlich kann man fragen, was eigentlich unter der „Problematik zu großer Kirchen“ zu verstehen ist bzw. wie so etwas entstehen kann, wo doch Kirchengebäude für gewöhnlich nicht wachsen, sondern eine feste Größe haben. Das Papier gibt gleich zu Beginn wage Hinweise. Die Gründe, daß Kirchen als zu groß wahrgenommen würden, seien vielschichtig. Dennoch fällt der Arbeitsgruppe als konkret greifbarer Grund nur die rückgängigen Kirchenbesucherzahlen ein. Ein zweiter Grund definiert „zu groß“ im Sinne von „zu teuer in der Erhaltung“ um.
In beiden Fällen geht es um die Reaktion auf schrumpfende Gemeinden in denen entweder die Leute oder deren Geld nicht in die Kirche kommt. Natürlich soll eine Architektur- und Kunstgruppe wie der Schuster bei ihren Leisten bleiben. Der Fehler liegt also schon beim Auftraggeber, der Deutschen Bischofskonferenz. Das Problem sind nicht zu große Kirchen, sondern zu wenige aktive Gläubige. Es ist keine Frage der Architektur, sondern eine Frage der Evangelisierung. Leider liegt dies Thema bei der DBK brach. Also doktort man an Symptomen rum.
»An erster Stelle steht die Analyse der räumlichen Gegebenheiten und des Raumbedarfs der Gemeinde. Wenn die Kirche als zu groß empfunden wird, können sich folgende Fragen stellen:
  • Liegt es am Raum selbst, an seiner Größe?
  • Liegt es an der Qualität des Raumes und seiner Gestaltung?
  • Liegt es an der „Möblierung“ des Raumes?«
Nach einigen pastoralen Allgemeinplätzen gibt es konkrete Vorschläge, wie z.B.:
»Ein erster Schritt kann die Reduzierung der Bänke bzw. der Bestuhlung auf die Dimension einer Sonntagsmesse sein sowie eine sinnvolle Anordnung der verbleibenden Bänke bzw. Stühle. Licht bzw. Beleuchtung, Heizung und Beschallung sind dabei wichtige Gesichtspunkte. Ein positiver Effekt der Reduzierung können die dadurch entstehenden Freiräume sein. Sie ermöglichen eine neue Wahrnehmung des Raumes und unterstützen liturgische Handlungsabläufe wie Prozessionen, Umgänge (Kreuzweg), szenische Darstellungen, liturgischen Tanz.
Eine kleine Gruppe stehender Menschen kann einen großen Raum füllen, während leere Bänke oder Sitze immer den Eindruck von mangelnder Teilnahme erwecken. Bei großer Teilnehmerzahl wird man die Freiräume mit flexibler Bestuhlung ausfüllen können, für die ein Stuhlmagazin vorzusehen wäre.«
Auf liturgischen Quatsch, wie den Tanz will ich hier nicht eingehen. Es sind eben Architekten und keine Liturgen die dort schreiben. Wenn dann aber endlich Platz geschaffen ist dann kann es zu einer „Neudefinition des Feierraumes“ kommen wobei man auf „historische Vorbilder“ blicken kann. Aber auch „räumliche Veränderungen“ sind drin, wie die „Abtrennung von Raumteilen“ und „baulichen Veränderungen“.
Letztlich dreht sich alles darum, wie man durch Glaubens- und Gläubigenschwund leer gewordene Kirchen so umgestalten und funktional umdefinieren kann, daß der Eindruck von Fülle entsteht.
Das Gesamtmotto ist: Problemverwaltung statt Problemlösung, weil das eigentliche Problem, das freilich auf anderer Ebene liegt, gar nicht in den Blick genommen wird. Eine Architektur- und Kunstarbeitsgruppe ist für das Problem gar nicht zuständig. Dafür braucht man eine Arbeitsgruppe für die Neuevangelisierung und Mission.
Aber heute, 8 Jahre später, hat sich in dem Punkte immer noch nichts getan, obwohl das Problem immer größer wird.