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Dienstag, 4. Februar 2014

Blasius, genannt Uwe

Beim gest­ri­gen Pa­tro­zi­ni­um in der Pfar­rei St. Bla­si­us be­gann der Fest­pre­di­ger, der ge­bür­tig aus ei­nem Nach­bar­ort stammt, mit ei­ner klei­nen Ge­schich­te, die er selbst in den 50er Jah­ren als Ju­gend­li­cher oder jun­ger Mann in eben je­ner Kir­che er­lebt hat, in der er nun pre­dig­te:
Bei ei­ner Tau­fe frag­te der Pfar­rer, wie das Kind denn heißen soll. Die El­tern ant­wor­te­ten: „Uwe“, wor­auf der Pries­ter sag­te: „Den gibt es nicht!“ Noch zwei wei­te­re Ma­le frag­te er die El­tern und be­kam im­mer die Ant­wort, daß das Kind „Uwe“ heiße. Je­des­mal lehn­te je­doch der Pries­ter den Na­men mit dem Ver­weis: „Den gibt es nicht!“ ab. Ge­meint war na­tür­lich, daß es kei­nen Hei­li­gen mit dem Na­men gibt.
Schließlich kam er zum Punkt der ei­gent­li­chen Tau­fe und der Pries­ter sprach: „Bla­si­us, ich tau­fe dich im Na­men des Va­ters und des Soh­nes und des Hei­li­gen Geis­tes.“
Die El­tern und al­le An­we­sen­den wa­ren sprach­los und die Stim­mung war ent­spre­chend am Bo­den. Jah­re spä­ter nun, bat der Fest­pre­di­ger einen Pries­ter, der in der Ge­mein­de aus­half, mal nach­zu­se­hen, was der Pfar­rer da­mals denn ei­gent­lich ins Tauf­re­gis­ter ein­ge­tra­gen ha­be. Dort stand zu le­sen:
»Bla­si­us, ge­nannt Uwe«

Donnerstag, 13. Juni 2013

Antonius hilft immer

Aus einer Predigt, die ein Pfarrer in einem Sauerländer Dorf gehalten haben soll. Den Namen des Pfarrers verschweigen wir aus Verschwiegenheit. Die ortsübliche Ausspracheweise wurde versucht schriftlich wiederzugeben:
»…Wie nun Maria und Choseff mit dem zwölfchährigen Chesuskind nach Cherusalem chingen, da war auf einmal das Chesuskind wech.
Und ßie ßuchten es überall. Da ßachte Choseff schließlich zu Maria: „Maria, wir wollen zum Heilchen Antonius beten, der hilft immer!“
Sie knieten sich hin und beteten andächtich drei Chechrüßetseißstumaria zum Heilchen Antonius, und dann fanden sie das Chesuskind denn auch richtich wieder.
Da ßeht'r mal wieder, cheliebte Chinder, der Heilche Antonius hilft immer…«
(Nach: Der liebe Gott und das Bodenpersonal)

Sonntag, 31. März 2013

Osterpredigt des Hl. Augustinus

Vom Hl. Augustinus stammt folgende Osterpredigt (s. 227) über die Hl. Eucharistie, die sich an die in der Osternacht neu getauften richtet und am Ostermorgen gehalten wurde:
»Ich will mein gegebenes Wort einlösen. Hatte ich doch euch, die ihr (in der vergangenen Nacht) getauft worden seid, versprochen, eine Predigt zu halten, in der ich (euch) das Sakrament des Tisches des Herrn, das ihr nunmehr auch seht, und dessen ihr in der vergangenen Nacht teilhaftig geworden seid, erkläre. Ihr sollt wissen, was ihr empfangen habt, was ihr empfangen werdet und was ihr täglich empfangen müßt.

Jenes Brot, das ihr auf dem Altar seht - es wurde geheiligt durch das Wort Gottes -, ist der Leib Christi. Jener Kelch, besser gesagt, was der Kelch enthält - (ebenfalls) geheiligt durch das Wort Gottes -, ist das Blut Christi. Durch beides wollte Christus, der Herr, uns seinen Leib und sein Blut, das er für uns zur Vergebung der Sünden vergossen hat, anvertrauen. Wenn ihr sie in rechter Weise empfangen habt, seid ihr es, was ihr empfangen habt. Sagt doch der Apostel: Ein Brot, ein Leib, sind wir die Vielen (1 Kor 10,17). So (nämlich) legte er das Sakrament des Tisches des Herrn aus: Ein Brot, ein Leib, sind wir die Vielen.

In diesem Brot wird euch anempfohlen, in welcher Weise ihr die Einheit lieben müßt. Wurde denn jenes Brot aus einem einzigen Korn gemacht? Waren es nicht viele Weizenkörner? Bevor sie jedoch zu Brot wurden, waren sie getrennt; durch das Wasser wurden sie, und zwar nach einer gewissen Zerreibung, verbunden. Wird nämlich der Weizen nicht gemahlen und durch das Wasser benetzt, so bekommt er auf keinen Fall jene Form, die Brot genannt wird.

So wurdet auch ihr zuvor durch die Erniedrigung des Fastens sowie durch das Sakrament des Exorzismus gleichsam gemahlen. Hinzu kam die Taufe und das Wasser; ihr wurdet gleichsam benetzt, um die Form des Brotes annehmen zu können. Aber ohne Feuer gibt es kein Brot. Was also bezeichnet das Feuer, das für das Chrisma des Öls steht? Feuer hat die Funktion des Nährens, als solches verweist es auf den Hl. Geist. Achtet auf die Apostelgeschichte, wenn sie vorgelesen wird. Gleich wird mit der Verlesung dieses Buches begonnen werden, denn heute begann die Lektüre dieses Apostelgeschichte genannten Buches (in der Liturgie). Wer (spirituelle) Fortschritte machen will, wird sie von dort her machen können. Wann ihr in der Kirche zusammenkommt, dann vergeßt die nichtssagenden Fabeleien: konzentriert euch auf die (heiligen) Schriften. Eure Bücher sind wir.

Achtet somit darauf und seht, wie der Hl. Geist Pfingsten kommen wird. So wird er kommen: in feurigen Zungen zeigt er sich. Er entfacht in uns die Caritas, in der wir auf Gott hin erglühen und die Welt verachten sollen. Zugleich soll, was Stroh an uns ist, verbrennen und unser Herz wie Gold geläutert werden. Es tritt also nach dem Wasser der Hl. Geist als Feuer hinzu, und ihr werdet Brot, das der Leib Christi ist. Auf diese Weise wird (darin) in gewisser Hinsicht die Einheit zeichenhaft dargestellt.

Ihr kennt den geordneten Verlauf der sakramentalen Feier. Als erstes werdet ihr nach dem Gebet (welches den Wortgottesdienst abschließt) ermahnt, das Herz in die Höhe zu richten. Dies ziemt sich für die Glieder Christi. Wenn ihr nämlich Christi Glieder geworden seid, wo befindet sich dann euer Haupt? Glieder haben ein Haupt. Wäre das Haupt nicht vorangegangen, könnten die Glieder (ihm) nicht folgen. Wohin ging unser Haupt? Welche Antwort habt ihr beim Aufsagen des Credo gegeben? Am dritten Tag erstand er von den Toten, er fuhr in den Himmel, er sitzt zur Rechten des Vaters. Also befindet sich unser Haupt im Himmel. Deshalb antwortet ihr auf das Hoch das Herz!: Wir haben es beim Herrn. Damit ihr aber dieses Herz bei Gott haben nicht euren eigenen Kräften, eurem Verdienst und euren Mühen zuschreibt, denn das Herz bei Gott zu haben ist Gottes Geschenk, deshalb fährt der Bischof, bzw. der Priester, der das Opfer darbringt, fort; indem er auf die Antwort des Volkes, Wir haben es bei Gott, sagt: Laßt uns danken dem Herrn, unserem Gott, weil wir das Herz oben haben. Laßt uns Gott danken, denn wenn er dies uns nicht gewährte, hätten wir das Herz auf der Erde. Dies bestätigt auch ihr, indem ihr antwortet: Würdig ist es und recht, dem Dank abzustatten, der dies bewirkt, daß wir das Herz bei unserem Haupt haben.

Darauf, nach der Heiligung der Gott geweihten Opfergabe, denn uns selbst wollte er zu seiner Opfergabe haben, was (bereits) gezeigt wurde, wo jene vorzügliche Gott geweihte Opfergabe (auf den Altar) gelegt wurde samt uns selbst - das heißt das Zeichen einer Sache, die wir selber sind.

Siehe, sobald die Heiligung vollzogen ist, sprechen wir das Herrengebet, das (zu lernen) ihr empfangen und (gelernt) wiedergegeben habt. Nach dem Herrengebet heißt es: Der Friede sei mit Euch: und es küssen sich die Christen mit heiligem Kuß. (Der Kuß) ist das Zeichen des Friedens: Was die Lippen andeuten, möge sich im Bewußtsein vollziehen. Das heißt, wie deine Lippen sich zu den Lippen deines Bruders hin bewegen, so möge dein Herz sich von seinem Herzen nicht zurückziehen.

Groß sind also diese Sakramente, sehr groß. Wollt ihr wissen, wie sie uns zum Empfang empfohlen werden? Der Apostel sagt: (1 Kor 11,27): Wer unwürdig den Leib Christi ißt oder den Kelch des Herrn trinkt, vergeht sich am Leib und Blut des Herrn. Was heißt das, unwürdig empfangen? Mit Verachtung empfangen, mit Hohn empfangen. Es erscheine dir nicht für gering, (nur) weil du es siehst. Das, was du siehst, vergeht, aber das, was es bezeichnet, das Unsichtbare, das vergeht nicht, es bleibt bestehen.

Siehe, es wird empfangen, es wird verzehrt, es wird verspeist: Wird etwa der Leib Christi verspeist? Wird etwa die Kirche Christi verspeist? Werden etwa die Glieder Christi verspeist? Auf keinen Fall! Hier werden sie geläutert: dort gekrönt. Es wird also bleiben, was bezeichnet wird, wenngleich das, was bezeichnet, vorüberzugehen scheint.

Empfangt es also so, daß ihr es auf euch selbst bezieht, daß ihr die Einheit im Herz habt, das Herz stets nach oben heftet. Eure Hoffnung richte sich nicht auf das Irdische, sondern auf das Himmlische, euer Glaube an Gott sei fest, er sei Gott wohlgefällig. Denn was ihr hier (auf Erden) noch nicht seht, doch glaubt, das werdet ihr dort sehen, wo ihr euch ohne Ende freuen werdet.«
Nähere Erläuterungen zu dem Text findet man im Internet auf den Seiten der Zentrums für Augustinusforschung in Würzburg.

Freitag, 29. März 2013

Karfreitagspredigt des Hl. Augustinus

Wahrscheinlich im Jahre 397 hielt Augustinus folgende Karfreitagspredigt (s. 218B):
»Feierlich begehen wir heute das große und unaussprechliche Geheimnis des Herrenleidens: Freilich, auch an anderen Tagen ist dieses Geheimnis nie abwesend, weder vom Altar, an dem wir den Dienst versehen, noch von unseren Lippen und unserer Stirn, so dass wir das, woran die Sinne unseres Leibes uns erinnern, stets auch im Herzen bewahren.

Jedoch diese alljährlich wiederkehrende Feier hält die Erinnerung an ein so überwältigendes Ereignis noch heller wach, denn das durch die Gottlosigkeit der Juden vor vielen Jahren an einem Ort verübte Vergehen, das sich vor ihren grausamen Augen abspielte, das soll nunmehr durch die Sicht des Glaubens auf dem ganzen Erdkreis so betrachtet werden, als ob es sich heute ereignete.

Wenn jene ihr grausames Werk bereitwillig in Augenschein nahmen, um wie viel mehr sollten da nicht wir, was wir fromm glauben, durch die Erinnerung in unserem Geiste vergegenwärtigen?

Wenn jene mit Vergnügen ihre Bosheit wahrnahmen, sollten da wir nicht umso mehr in Freude unseres Heiles gedenken? Jene einmalige Tat wurde (sozusagen) zum Markenzeichen (aller) ihrer Verbrechen, zugleich aber wurden (dadurch) unsere künftigen getilgt.

Schließlich, wo wir die Missetaten jener verabscheuen, dort erfreuen wir uns der uns vergebenen.

(Waren) jene Majestätsverbrecher, so (sind) wir Feiernde des Hochfestes; versammelten sich jene in ihrer Wut, so wir in unserem Gehorsam; waren jene Verlorene, so sind wir Wiedergefundene; wurden jene (in die Knechtschaft der Sünde) verkauft, so wurden wir (aus dieser Knechtschaft) freigekauft; waren jene gaffende Spötter, so sind wir anbetende Verehrer.

Deshalb ist der gekreuzigte Christus den Ungläubigen „Skandal und Torheit“, uns aber „Gottes Kraft und Gottes Weisheit“; dies nämlich ist jene „Schwäche Gottes, die stärker ist als die Menschen“, und jenes „Törichte Gottes, das weiser ist als die Menschen“ (vgl. 1 Cor 1,23-25).

Die Ereignisse, die (auf den Karfreitag) folgten, legten davon glänzendes Zeugnis ab. Denn wonach gierte damals die Wut der Feinde (Christi), wenn nicht danach, selbst die Erinnerung an ihn auf Erden auszulöschen?

Jedoch der von einem einzigen Volk Gekreuzigte fand Platz in den Herzen so vieler Völker; und der damals von einem einzigen Stamm Getötete wird nunmehr von allen Stämmen angebetet.

Und dennoch, nicht allein damals, sogar jetzt noch lesen Blinde und singen Taube, was von prophetischer Stimme bereits lange zuvor als künftiges Ereignis verkündet wurde: „Sie haben meine Hände und Füße durchbohrt und alle meine Gebeine gezählt. Sie betrachteten mich, teilten meine Kleider unter sich und warfen das Los über mein Kleid“ (Ps 22,17-19).

Diese im Psalm vorausgesagten Weissagungen werden im Evangelium als in Erfüllung gegangene Ereignisse gelesen: Indes, damals geschah dies durch die Hände der Juden, was deren Ohren vergeblich erreichte. Und je weniger die prophetisch vorausgesagte Passion des Herrn von ihnen verstanden wurde, desto drastischer wurde es (von ihnen) vollzogen. Jetzt freilich lesen sie die Voraussage, und sie erkennen auch deren Erfüllung. Und immer noch ziehen sie es vor, Christus zu verleugnen, weil sie ihn nicht mehr töten können.

Schlimmer jedoch als die Juden sind die Häretiker: denn jene leugnen Christus, den sie nicht schauen; diese bekämpfen seine Kirche, die sie sehen. Jämmerlicher noch und wahnsinniger handeln die Häretiker im Unterschied nicht nur zu den Juden, die gegenwärtig Christus verleugnen, sondern sogar zu jenen (Juden) die ihn (damals) töteten: denn jene löschten nicht den Titel (auf der Tafel) des am Holz Hängenden, diese (hingegen) blasen das Taufsakrament dessen aus, der im Himmel thront.

Deshalb antworten wir mit dem gegenwärtig (soeben rezitierten oder gesungenen) Psalm beiden Gegnern (Christi): denen, die das Haupt leugnen, und denen, die den Leib leugnen.

Das Haupt ist nämlich Christus, der Leib ist die Kirche. Gegen die Juden lesen wir (dort): „Sie haben meine Hände und Füße durchbohrt und alle meine Gebeine gezählt“, und was (dort) noch folgt. Gegen die Häretiker lesen wir: „Es werden gedenken und sich dem Herrn zuwenden alle Enden der Erde, und es werden anbeten vor seinem Angesicht alle Reiche der Heiden; denn des Herrn ist die Herrschaft, er selbst wird über die Völker regieren“ (Ps 22,28f.).

Aber erwägen wir, was jenes „von oben her (als ein Ganzes) durchgewebte Kleid“ bedeutete, das selbst die nicht unter sich teilten, die Christus getötet haben, sondern zu dem jene durch das Los gelangten, die dazu gelangen konnten.

Es können also durch viele Häretiker Christi Sakramente geteilt werden: keiner der Gläubigen zerreißt und teilt Christi Liebe; die indes „Anteil haben am Geschick der Heiligen, die im Lichte sind“ (vgl. Col 1,12), die (nämlich) bewahren die Liebe gleichsam als ihr Eigentum, weil sie die Einheit geistig lieben.

Deshalb, Ihr Lieben, lasst uns diesen Tag mit der gewohnten Ehrerbietung begehen: lasst uns aber uns des Kreuzes Christi rühmen, (und zwar) nicht nur einmal im Jahr, sondern in andauernder Frömmigkeit.«
Nähere Erläuterungen zu dem Text und auch zu dem möglicherweise im Text zu erkennenden Antijudaismus oder gar Antisemitismus findet man im Internet auf den Seiten der Zentrums für Augustinusforschung in Würzburg.