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Montag, 11. November 2013

Sankt Martin heilger Reitersmann

Nachfolgend das „Balve St. Martinslied“, welches am Martinstag beim Martinsumzug bis heute gesungen wird.
Der Komponist und Textdichter ist mir nicht bekannt, doch ich gehe davon aus, daß es sich dabei um Theodor Pröpper handelt. Die Noten und der Text finden sich in jedenfalls in seinem Liederbüchlein „Klingemund“.
In dem Lied ist, wie man es auch von anderen Martinsliedern kennt, in den einzelnen Strophen die Geschichte der Mantelteilung mit dem Bettler beschrieben:
  1. Sankt Martin heilger Reitersmann, heut künden wir dein Lob, und jeder singt, der singen kann, weil Gott dich hoch erhob. Du bist der Armen Freund uns Schutz, bist aller Bösen Feind und Trutz. – Sankt Martin! Sankt Martin! Du heil'ger Mann! Wir folgen, wir folgen, du reitest uns voran.
  2. Sankt Martin ritt durch Schnee und Wind, schlug seinen Mantel zu. Das Rößlein fror, drum lief's geschwind und nahm sich keine Ruh. Am Zaum die Schellen klangen hell, den Klang trug fort der Wind so schnell. – Sankt Martin! Sankt Martin!…
  3. Ein Bettler lag am Wegesrand, trug keinen Mantel warm, hob flehend seine kalte Hand und fror, daß Gott erbarm'. Vom Zähneklappern flog sein Mund. - die Augen naß, - die Füße wund. – Sankt Martin! Sankt Martin!…
  4. Sankt Martin sah die große Not und hielt die Zügel an. Dem Rößlein schnell er Halt gebot grad vor dem Bettelmann, steigt eilend dann herab vom Pferd, nahm in die Hand sein blankes Schwert. – Sankt Martin! Sankt Martin!…
  5. Sankt Martin griff zum Mantel sein - voll Mitleid war sein Blick - dann schlug er mit dem Schwert hinein, hielt in der Hand zwei Stück'. Das eine er dem Bettler gab, dazu noch Trank und gute Lab'. – Sankt Martin! Sankt Martin!…
  6. Darauf der heil'ge Reitersmann stieg wieder hoch zu Roß mit halbem Mantel angetan, ein Glanz ihn hell umfloß. Im Bettler seltsam es geschah - er Christi Augen leuchten sah. – Sankt Martin! Sankt Martin!…
  7. Sankt Martin ritt von hinnen dann, verließ die eitle Welt. Der Ritter ward ein Gottesmann, für Gottes Reich bestellt. Er suchte Menschen in der Not, in allem Leid er Hilfe bot. – Sankt Martin! Sankt Martin!…
  8. Sankt Martin steig aus deinem Grab, dich aller Not erbarm! Reit' alle Straßen auf und ab, mach alle Herzen warm, daß einer trag' des andern Last und hilft, wie du geholfen hast. – Sankt Martin! Sankt Martin!…
  9. Sankt Martin, kehr' auf deinem Ritt bei uns in Balve ein. Sieh, alle Kinder gehen mit bei hellem Fackelschein. In unsrer alten Stadt verweil, daß jeder gern den Mantel Teil! – Sankt Martin! Sankt Martin!…
Ursprünglich hatte das Lied noch eine Strophe mehr. Die ursprünglich dritte Strophe wurde aber aus unbekannten Gründen später gestrichen. In dem Liederbüchlein „Klingemund“ ist sie schon nicht mehr abgedruckt. Die Strophe lautete:
  • Sankt Martin griff zum Mantel sein, der war gar bunt und schön; er hüllte drin gar warm sich ein, war herrlich anzuseh'n. Und weiter ritt er dann fürbaß, durch Wind und Wetter seine Straß' – Sankt Martin! Sankt Martin! Du heil'ger Mann! Wir folgen, wir folgen, du reitest uns voran.