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Sonntag, 8. Juni 2014

Komm Schöpfer Geist

Heu­te wur­de das Pfingst­lied »Komm Schö­pfer Geist,« (Got­tes­lob Nr. 351; alt 245) ge­sun­gen. Das ist ein durch­aus be­kann­tes Lied, bei dem die meis­ten ver­mut­lich zu­min­dest die ers­te Stro­phe aus­wen­dig können.
Aber hier gab es, wie auch schon beim Os­ter­lied »Ge­lobt sei Gott im höchs­ten Thron«, wie­der ein­mal ei­ne böse Über­ra­schung. Der Text der ers­ten Stro­phe wur­de geändert. Wo früher stand:
»Komm, Schöpfer Geist, kehr bei uns ein, be­such das Herz der Kin­der dein: die dei­ne Macht er­schaf­fen hat, erfülle nun mit dei­ner Gnad.«
steht nun
»Komm, Schöp­fer Geist, kehr bei uns ein, be­such das Herz der Kin­der dein, erfüll uns all mit dei­ner Gnad, die dei­ne Macht er­schaf­fen hat.«
Es wurden al­so zwei Satz­tei­le ver­tauscht und leicht ver­än­dert. Die an­de­ren Stro­phen wur­den nicht geändert. Der Quel­len­hin­weis ist auch na­he­zu iden­tisch und gibt auf den er­sten Blick kei­nen Hin­weis auf die Ände­rung:
Im al­ten GL war zu le­sen:
»T: „Veni Creator Spiritus“, Über­tra­gung Hein­rich Bone 1847«
Im neuen GL steht:
»T: nach der Über­tra­gung des „Veni Creator Spiritus“ (Hrabanus Mau­rus + 856 zu­ge­schrie­ben) von Hein­rich Bone 1847.«
Das Wört­chen »nach« scheint hier der Schlüssel zu sein. War es in der al­ten Fas­sung die Übert­ra­gung von Hein­rich Bo­ne ins Deut­sche, so ist es nun nur noch ein Text »nach der Übert­ra­gung«.
Es scheint al­so so zu sein, daß man bei je­dem Lied, ganz ge­nau auf den Text gucken muß, um nicht falsch zu sin­gen. Ob die­se Än­de­run­gen sinn­voll sind, wa­ge ich doch zu be­zwei­feln.
Ein deut­licher Warn­hin­weis (»Ach­tung! Neuer Text«) wäre bei sol­chen um­strit­ten­en Än­de­run­gen wün­schens­wert.

Sonntag, 18. Mai 2014

Gelobt sei Gott im höchsten Thron

Heu­te wur­de das Oster­lied »Ge­lobt sei Gott im höchs­ten Thron« ge­sun­gen. Im um­strit­ten­en, neu­en Got­tes­lob ist das die Num­mer 328 (alt 218). Bei der drit­ten Stro­phe stutz­te ich: Was war das denn für ein Text?
»Drei Frau­en ka­men zu dem Ort, / er­staunt sahn sie: Der Stein ist fort. / Ein En­gel saß statt sei­ner dort. / Hal­le­lu­ja…«
Auf die Text­ge­stal­tung will ich hier nicht näher ein­ge­hen. Es stellt sich aber die Fra­ge, wo­her die Stro­phe plötz­lich kommt? Wur­de sie im al­ten Got­tes­lob ver­ges­sen oder war sie dort aus ir­gend­ei­nem Grun­de her­aus­ge­fal­len? Ist sie viel­leicht ei­ne tra­di­tio­nel­le Stro­phe, die an­de­ren Orts be­kannt ist und ger­ne ge­sun­gen wird? – Ein Blick in die Quel­len­an­ga­be, klärt die Fra­gen schnell:
»…3. Str.: Hagen Horoba 2010…«
Es ist al­so ei­ne Neu­dich­tung. Wie sie so „kurz“ vor der Veröffent­li­chung hin­ein­ge­kom­men ist, und wer dafür den Aus­schlag ge­ge­ben hat, oder ob sie gar bei dem Re­gens­bur­ger Herrn Ho­ro­ba ex­tra in Auf­trag ge­ge­ben wur­de, weiß ich nicht.
Die­se neue, ein­ge­scho­be­ne Stro­phe scheint ei­ne Lücke zu füllen: Oh­ne die Stro­phe, so könn­te man ar­gu­men­tie­ren, weiß der Sänger oder Zuhöhrer ja gar nicht, zu wem denn der En­gel in der vier­ten Stro­phe ei­gent­lich spricht.
Wahr­schein­lich ist es heu­te bei dem nied­ri­gen Wis­sens­stand in Glau­bens­fra­gen, den man in wei­ten Tei­len der jünge­ren Ge­ne­ra­tio­nen aus­ma­chen kann, wirk­lich not­wen­dig. In an­de­ren Zei­ten ha­ben die Leu­te noch so viel von Os­tern ge­wußt, daß ih­nen klar war, wel­cher Evan­ge­li­en­text dort im Hin­ter­grund mit­schwingt.
Ob ei­ne sol­che Stro­phe das kom­plet­te Ver­sa­gen von Verkündi­gung und Ka­te­che­se – ins­be­son­de­re auch im Re­li­gi­ons­un­ter­richt – seit rund dreißig Jah­ren auch nur an­satz­wei­se wett ma­chen kann, ist al­ler­dings sehr stark zu be­zwei­feln.