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Montag, 1. April 2013

Das Kreuz auf Golgotha

»Das Kreuz auf Golgotha kann dich nicht vom Bösen,
Wo es nicht auch in dir wird aufgericht't erlösen.«
(Angelus Silesius)

Sonntag, 31. März 2013

Osterpredigt des Hl. Augustinus

Vom Hl. Augustinus stammt folgende Osterpredigt (s. 227) über die Hl. Eucharistie, die sich an die in der Osternacht neu getauften richtet und am Ostermorgen gehalten wurde:
»Ich will mein gegebenes Wort einlösen. Hatte ich doch euch, die ihr (in der vergangenen Nacht) getauft worden seid, versprochen, eine Predigt zu halten, in der ich (euch) das Sakrament des Tisches des Herrn, das ihr nunmehr auch seht, und dessen ihr in der vergangenen Nacht teilhaftig geworden seid, erkläre. Ihr sollt wissen, was ihr empfangen habt, was ihr empfangen werdet und was ihr täglich empfangen müßt.

Jenes Brot, das ihr auf dem Altar seht - es wurde geheiligt durch das Wort Gottes -, ist der Leib Christi. Jener Kelch, besser gesagt, was der Kelch enthält - (ebenfalls) geheiligt durch das Wort Gottes -, ist das Blut Christi. Durch beides wollte Christus, der Herr, uns seinen Leib und sein Blut, das er für uns zur Vergebung der Sünden vergossen hat, anvertrauen. Wenn ihr sie in rechter Weise empfangen habt, seid ihr es, was ihr empfangen habt. Sagt doch der Apostel: Ein Brot, ein Leib, sind wir die Vielen (1 Kor 10,17). So (nämlich) legte er das Sakrament des Tisches des Herrn aus: Ein Brot, ein Leib, sind wir die Vielen.

In diesem Brot wird euch anempfohlen, in welcher Weise ihr die Einheit lieben müßt. Wurde denn jenes Brot aus einem einzigen Korn gemacht? Waren es nicht viele Weizenkörner? Bevor sie jedoch zu Brot wurden, waren sie getrennt; durch das Wasser wurden sie, und zwar nach einer gewissen Zerreibung, verbunden. Wird nämlich der Weizen nicht gemahlen und durch das Wasser benetzt, so bekommt er auf keinen Fall jene Form, die Brot genannt wird.

So wurdet auch ihr zuvor durch die Erniedrigung des Fastens sowie durch das Sakrament des Exorzismus gleichsam gemahlen. Hinzu kam die Taufe und das Wasser; ihr wurdet gleichsam benetzt, um die Form des Brotes annehmen zu können. Aber ohne Feuer gibt es kein Brot. Was also bezeichnet das Feuer, das für das Chrisma des Öls steht? Feuer hat die Funktion des Nährens, als solches verweist es auf den Hl. Geist. Achtet auf die Apostelgeschichte, wenn sie vorgelesen wird. Gleich wird mit der Verlesung dieses Buches begonnen werden, denn heute begann die Lektüre dieses Apostelgeschichte genannten Buches (in der Liturgie). Wer (spirituelle) Fortschritte machen will, wird sie von dort her machen können. Wann ihr in der Kirche zusammenkommt, dann vergeßt die nichtssagenden Fabeleien: konzentriert euch auf die (heiligen) Schriften. Eure Bücher sind wir.

Achtet somit darauf und seht, wie der Hl. Geist Pfingsten kommen wird. So wird er kommen: in feurigen Zungen zeigt er sich. Er entfacht in uns die Caritas, in der wir auf Gott hin erglühen und die Welt verachten sollen. Zugleich soll, was Stroh an uns ist, verbrennen und unser Herz wie Gold geläutert werden. Es tritt also nach dem Wasser der Hl. Geist als Feuer hinzu, und ihr werdet Brot, das der Leib Christi ist. Auf diese Weise wird (darin) in gewisser Hinsicht die Einheit zeichenhaft dargestellt.

Ihr kennt den geordneten Verlauf der sakramentalen Feier. Als erstes werdet ihr nach dem Gebet (welches den Wortgottesdienst abschließt) ermahnt, das Herz in die Höhe zu richten. Dies ziemt sich für die Glieder Christi. Wenn ihr nämlich Christi Glieder geworden seid, wo befindet sich dann euer Haupt? Glieder haben ein Haupt. Wäre das Haupt nicht vorangegangen, könnten die Glieder (ihm) nicht folgen. Wohin ging unser Haupt? Welche Antwort habt ihr beim Aufsagen des Credo gegeben? Am dritten Tag erstand er von den Toten, er fuhr in den Himmel, er sitzt zur Rechten des Vaters. Also befindet sich unser Haupt im Himmel. Deshalb antwortet ihr auf das Hoch das Herz!: Wir haben es beim Herrn. Damit ihr aber dieses Herz bei Gott haben nicht euren eigenen Kräften, eurem Verdienst und euren Mühen zuschreibt, denn das Herz bei Gott zu haben ist Gottes Geschenk, deshalb fährt der Bischof, bzw. der Priester, der das Opfer darbringt, fort; indem er auf die Antwort des Volkes, Wir haben es bei Gott, sagt: Laßt uns danken dem Herrn, unserem Gott, weil wir das Herz oben haben. Laßt uns Gott danken, denn wenn er dies uns nicht gewährte, hätten wir das Herz auf der Erde. Dies bestätigt auch ihr, indem ihr antwortet: Würdig ist es und recht, dem Dank abzustatten, der dies bewirkt, daß wir das Herz bei unserem Haupt haben.

Darauf, nach der Heiligung der Gott geweihten Opfergabe, denn uns selbst wollte er zu seiner Opfergabe haben, was (bereits) gezeigt wurde, wo jene vorzügliche Gott geweihte Opfergabe (auf den Altar) gelegt wurde samt uns selbst - das heißt das Zeichen einer Sache, die wir selber sind.

Siehe, sobald die Heiligung vollzogen ist, sprechen wir das Herrengebet, das (zu lernen) ihr empfangen und (gelernt) wiedergegeben habt. Nach dem Herrengebet heißt es: Der Friede sei mit Euch: und es küssen sich die Christen mit heiligem Kuß. (Der Kuß) ist das Zeichen des Friedens: Was die Lippen andeuten, möge sich im Bewußtsein vollziehen. Das heißt, wie deine Lippen sich zu den Lippen deines Bruders hin bewegen, so möge dein Herz sich von seinem Herzen nicht zurückziehen.

Groß sind also diese Sakramente, sehr groß. Wollt ihr wissen, wie sie uns zum Empfang empfohlen werden? Der Apostel sagt: (1 Kor 11,27): Wer unwürdig den Leib Christi ißt oder den Kelch des Herrn trinkt, vergeht sich am Leib und Blut des Herrn. Was heißt das, unwürdig empfangen? Mit Verachtung empfangen, mit Hohn empfangen. Es erscheine dir nicht für gering, (nur) weil du es siehst. Das, was du siehst, vergeht, aber das, was es bezeichnet, das Unsichtbare, das vergeht nicht, es bleibt bestehen.

Siehe, es wird empfangen, es wird verzehrt, es wird verspeist: Wird etwa der Leib Christi verspeist? Wird etwa die Kirche Christi verspeist? Werden etwa die Glieder Christi verspeist? Auf keinen Fall! Hier werden sie geläutert: dort gekrönt. Es wird also bleiben, was bezeichnet wird, wenngleich das, was bezeichnet, vorüberzugehen scheint.

Empfangt es also so, daß ihr es auf euch selbst bezieht, daß ihr die Einheit im Herz habt, das Herz stets nach oben heftet. Eure Hoffnung richte sich nicht auf das Irdische, sondern auf das Himmlische, euer Glaube an Gott sei fest, er sei Gott wohlgefällig. Denn was ihr hier (auf Erden) noch nicht seht, doch glaubt, das werdet ihr dort sehen, wo ihr euch ohne Ende freuen werdet.«
Nähere Erläuterungen zu dem Text findet man im Internet auf den Seiten der Zentrums für Augustinusforschung in Würzburg.

Christus ist auferstanden

  1. Christus ist auferstanden. Freud ist in allen Landen.
    Nun laßt uns fröhlich singen, und alleluja klingen, in cymbalis, in cymbalis benesonantibus, in cymbalis benesonantibus.
  2. Hölle ist überwunden, Satan ist angebunden. Nun laßt uns…
  3. Tod, wo ist nun dein Stachel, Sünde, wo dein Makel? Nun laßt uns…
  4. Gott sind wir all versöhnet, herrlich sein Gnad uns krönet. Nun laßt uns…
(Sursum Corda [1948] Nr. 233)

Ostern

Gott,
du hast diese Nacht hell gemacht durch den Glanz der Auferstehung unseres Herrn.
Erwecke in deiner Kirche den Geist der Kindschaft, den du uns durch die Taufe geschenkt hast, damit wir neu werden an Leib und Seele und dir mit aufrichtigem Herzen dienen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.

(Messbuch, Kleinausgabe S. [92].)

Freitag, 29. März 2013

Karfreitagspredigt des Hl. Augustinus

Wahrscheinlich im Jahre 397 hielt Augustinus folgende Karfreitagspredigt (s. 218B):
»Feierlich begehen wir heute das große und unaussprechliche Geheimnis des Herrenleidens: Freilich, auch an anderen Tagen ist dieses Geheimnis nie abwesend, weder vom Altar, an dem wir den Dienst versehen, noch von unseren Lippen und unserer Stirn, so dass wir das, woran die Sinne unseres Leibes uns erinnern, stets auch im Herzen bewahren.

Jedoch diese alljährlich wiederkehrende Feier hält die Erinnerung an ein so überwältigendes Ereignis noch heller wach, denn das durch die Gottlosigkeit der Juden vor vielen Jahren an einem Ort verübte Vergehen, das sich vor ihren grausamen Augen abspielte, das soll nunmehr durch die Sicht des Glaubens auf dem ganzen Erdkreis so betrachtet werden, als ob es sich heute ereignete.

Wenn jene ihr grausames Werk bereitwillig in Augenschein nahmen, um wie viel mehr sollten da nicht wir, was wir fromm glauben, durch die Erinnerung in unserem Geiste vergegenwärtigen?

Wenn jene mit Vergnügen ihre Bosheit wahrnahmen, sollten da wir nicht umso mehr in Freude unseres Heiles gedenken? Jene einmalige Tat wurde (sozusagen) zum Markenzeichen (aller) ihrer Verbrechen, zugleich aber wurden (dadurch) unsere künftigen getilgt.

Schließlich, wo wir die Missetaten jener verabscheuen, dort erfreuen wir uns der uns vergebenen.

(Waren) jene Majestätsverbrecher, so (sind) wir Feiernde des Hochfestes; versammelten sich jene in ihrer Wut, so wir in unserem Gehorsam; waren jene Verlorene, so sind wir Wiedergefundene; wurden jene (in die Knechtschaft der Sünde) verkauft, so wurden wir (aus dieser Knechtschaft) freigekauft; waren jene gaffende Spötter, so sind wir anbetende Verehrer.

Deshalb ist der gekreuzigte Christus den Ungläubigen „Skandal und Torheit“, uns aber „Gottes Kraft und Gottes Weisheit“; dies nämlich ist jene „Schwäche Gottes, die stärker ist als die Menschen“, und jenes „Törichte Gottes, das weiser ist als die Menschen“ (vgl. 1 Cor 1,23-25).

Die Ereignisse, die (auf den Karfreitag) folgten, legten davon glänzendes Zeugnis ab. Denn wonach gierte damals die Wut der Feinde (Christi), wenn nicht danach, selbst die Erinnerung an ihn auf Erden auszulöschen?

Jedoch der von einem einzigen Volk Gekreuzigte fand Platz in den Herzen so vieler Völker; und der damals von einem einzigen Stamm Getötete wird nunmehr von allen Stämmen angebetet.

Und dennoch, nicht allein damals, sogar jetzt noch lesen Blinde und singen Taube, was von prophetischer Stimme bereits lange zuvor als künftiges Ereignis verkündet wurde: „Sie haben meine Hände und Füße durchbohrt und alle meine Gebeine gezählt. Sie betrachteten mich, teilten meine Kleider unter sich und warfen das Los über mein Kleid“ (Ps 22,17-19).

Diese im Psalm vorausgesagten Weissagungen werden im Evangelium als in Erfüllung gegangene Ereignisse gelesen: Indes, damals geschah dies durch die Hände der Juden, was deren Ohren vergeblich erreichte. Und je weniger die prophetisch vorausgesagte Passion des Herrn von ihnen verstanden wurde, desto drastischer wurde es (von ihnen) vollzogen. Jetzt freilich lesen sie die Voraussage, und sie erkennen auch deren Erfüllung. Und immer noch ziehen sie es vor, Christus zu verleugnen, weil sie ihn nicht mehr töten können.

Schlimmer jedoch als die Juden sind die Häretiker: denn jene leugnen Christus, den sie nicht schauen; diese bekämpfen seine Kirche, die sie sehen. Jämmerlicher noch und wahnsinniger handeln die Häretiker im Unterschied nicht nur zu den Juden, die gegenwärtig Christus verleugnen, sondern sogar zu jenen (Juden) die ihn (damals) töteten: denn jene löschten nicht den Titel (auf der Tafel) des am Holz Hängenden, diese (hingegen) blasen das Taufsakrament dessen aus, der im Himmel thront.

Deshalb antworten wir mit dem gegenwärtig (soeben rezitierten oder gesungenen) Psalm beiden Gegnern (Christi): denen, die das Haupt leugnen, und denen, die den Leib leugnen.

Das Haupt ist nämlich Christus, der Leib ist die Kirche. Gegen die Juden lesen wir (dort): „Sie haben meine Hände und Füße durchbohrt und alle meine Gebeine gezählt“, und was (dort) noch folgt. Gegen die Häretiker lesen wir: „Es werden gedenken und sich dem Herrn zuwenden alle Enden der Erde, und es werden anbeten vor seinem Angesicht alle Reiche der Heiden; denn des Herrn ist die Herrschaft, er selbst wird über die Völker regieren“ (Ps 22,28f.).

Aber erwägen wir, was jenes „von oben her (als ein Ganzes) durchgewebte Kleid“ bedeutete, das selbst die nicht unter sich teilten, die Christus getötet haben, sondern zu dem jene durch das Los gelangten, die dazu gelangen konnten.

Es können also durch viele Häretiker Christi Sakramente geteilt werden: keiner der Gläubigen zerreißt und teilt Christi Liebe; die indes „Anteil haben am Geschick der Heiligen, die im Lichte sind“ (vgl. Col 1,12), die (nämlich) bewahren die Liebe gleichsam als ihr Eigentum, weil sie die Einheit geistig lieben.

Deshalb, Ihr Lieben, lasst uns diesen Tag mit der gewohnten Ehrerbietung begehen: lasst uns aber uns des Kreuzes Christi rühmen, (und zwar) nicht nur einmal im Jahr, sondern in andauernder Frömmigkeit.«
Nähere Erläuterungen zu dem Text und auch zu dem möglicherweise im Text zu erkennenden Antijudaismus oder gar Antisemitismus findet man im Internet auf den Seiten der Zentrums für Augustinusforschung in Würzburg.

Consummatum est

  1. Es ist vollbracht! Des Grabes Nacht bedeckt nun deine Glieder. Mittler, sieh', an deiner Gruft sink ich Armer nieder
  2. Grab meines Herrn, ich weile gern in deinem heil'gen Schauer, ströme gern in Seufzen aus Klagen meiner Trauer.
  3. Ums Grab herum ist alles stumm die Wesen alle schweigen; Engel seh' ich nur, die sich betend niederbeuten.
  4. Da liegt und ruht, erstarrt im Blut die dorngewund'ne Krone; ach, die stumme Zeugin spricht laut von deinem Hohne.
  5. Jetzt zückt nicht mehr des Knechtes Speer in deine heil'ge Seite; Friede krönt, o Herr, dich nun nach hartem Streite.
  6. Doch solltest du nach kurzer Ruh' nicht die Verwesung sehen; gloreich häßt dich Gottes Kraft aus dem Grab entstehen
  7. Ich weiß, du wirst, o Lebensfürst, auch mich vom Tod erwecken; sterbe, JEsus ich mit dir, wird das Grab nicht schrecken.
  8. Schließ ich zur Ruh' mein Auge zu, hab' ich hier ausgelitten: führ' mich dann zum Himmel ein, den du mir erstritten.
(Sursum Corda [vor 1932] Nr. 136)

Das Leiden unseres Herrn Jesus Christus nach Johannes

18 1Nach diesen Worten ging Jesus mit seinen Jüngern hinaus, auf die andere Seite des Baches Kidron. Dort war ein Garten; in den ging er mit seinen Jüngern hinein. 2Auch Judas, der Verräter, der ihn auslieferte, kannte den Ort, weil Jesus dort oft mit seinen Jüngern zusammengekommen war. 3Judas holte die Soldaten und die Gerichtsdiener der Hohenpriester und der Pharisäer und sie kamen dorthin mit Fackeln, Laternen und Waffen. 4Jesus, der alles wusste, was mit ihm geschehen sollte, ging hinaus und fragte sie: Wen sucht ihr? 5Sie antworteten ihm: Jesus von Nazaret. Er sagte zu ihnen: Ich bin es. Auch Judas, der Verräter, stand bei ihnen. 6Als er zu ihnen sagte: Ich bin es!, wichen sie zurück und stürzten zu Boden. 7Er fragte sie noch einmal: Wen sucht ihr? Sie sagten: Jesus von Nazaret. 8Jesus antwortete: Ich habe euch gesagt, dass ich es bin. Wenn ihr mich sucht, dann lasst diese gehen! 9So sollte sich das Wort erfüllen, das er gesagt hatte: Ich habe keinen von denen verloren, die du mir gegeben hast. 10Simon Petrus aber, der ein Schwert bei sich hatte, zog es, schlug nach dem Diener des Hohenpriesters und hieb ihm das rechte Ohr ab; der Diener hieß Malchus. 11Da sagte Jesus zu Petrus: Steck das Schwert in die Scheide! Der Kelch, den mir der Vater gegeben hat - soll ich ihn nicht trinken?
12Die Soldaten, ihre Befehlshaber und die Gerichtsdiener der Juden nahmen Jesus fest, fesselten ihn 13und führten ihn zuerst zu Hannas; er war nämlich der Schwiegervater des Kajaphas, der in jenem Jahr Hoherpriester war. 14Kajaphas aber war es, der den Juden den Rat gegeben hatte: Es ist besser, dass ein einziger Mensch für das Volk stirbt. 15Simon Petrus und ein anderer Jünger folgten Jesus. Dieser Jünger war mit dem Hohenpriester bekannt und ging mit Jesus in den Hof des hohepriesterlichen Palastes. 16Petrus aber blieb draußen am Tor stehen. Da kam der andere Jünger, der Bekannte des Hohenpriesters, heraus; er sprach mit der Pförtnerin und führte Petrus hinein. 17Da sagte die Pförtnerin zu Petrus: Bist du nicht auch einer von den Jüngern dieses Menschen? Er antwortete: Nein. 18Die Diener und die Knechte hatten sich ein Kohlenfeuer angezündet und standen dabei, um sich zu wärmen; denn es war kalt. Auch Petrus stand bei ihnen und wärmte sich. 19Der Hohepriester befragte Jesus über seine Jünger und über seine Lehre. 20Jesus antwortete ihm: Ich habe offen vor aller Welt gesprochen. Ich habe immer in der Synagoge und im Tempel gelehrt, wo alle Juden zusammenkommen. Nichts habe ich im Geheimen gesprochen. 21Warum fragst du mich? Frag doch die, die mich gehört haben, was ich zu ihnen gesagt habe; sie wissen, was ich geredet habe. 22Auf diese Antwort hin schlug einer von den Knechten, der dabeistand, Jesus ins Gesicht und sagte: Redest du so mit dem Hohenpriester? 23Jesus entgegnete ihm: Wenn es nicht recht war, was ich gesagt habe, dann weise es nach; wenn es aber recht war, warum schlägst du mich? 24Danach schickte ihn Hannas gefesselt zum Hohenpriester Kajaphas. 25Simon Petrus aber stand (am Feuer) und wärmte sich. Sie sagten zu ihm: Bist nicht auch du einer von seinen Jüngern? Er leugnete und sagte: Nein. 26Einer von den Dienern des Hohenpriesters, ein Verwandter dessen, dem Petrus das Ohr abgehauen hatte, sagte: Habe ich dich nicht im Garten bei ihm gesehen? 27Wieder leugnete Petrus und gleich darauf krähte ein Hahn.
28Von Kajaphas brachten sie Jesus zum Prätorium; es war früh am Morgen. Sie selbst gingen nicht in das Gebäude hinein, um nicht unrein zu werden, sondern das Paschalamm essen zu können. 29Deshalb kam Pilatus zu ihnen heraus und fragte: Welche Anklage erhebt ihr gegen diesen Menschen? 30Sie antworteten ihm: Wenn er kein Übeltäter wäre, hätten wir ihn dir nicht ausgeliefert. 31Pilatus sagte zu ihnen: Nehmt ihr ihn doch und richtet ihn nach eurem Gesetz! Die Juden antworteten ihm: Uns ist es nicht gestattet, jemand hinzurichten. 32So sollte sich das Wort Jesu erfüllen, mit dem er angedeutet hatte, auf welche Weise er sterben werde. 33Pilatus ging wieder in das Prätorium hinein, ließ Jesus rufen und fragte ihn: Bist du der König der Juden? 34Jesus antwortete: Sagst du das von dir aus, oder haben es dir andere über mich gesagt? 35Pilatus entgegnete: Bin ich denn ein Jude? Dein eigenes Volk und die Hohenpriester haben dich an mich ausgeliefert. Was hast du getan? 36Jesus antwortete: Mein Königtum ist nicht von dieser Welt. Wenn es von dieser Welt wäre, würden meine Leute kämpfen, damit ich den Juden nicht ausgeliefert würde. Aber mein Königtum ist nicht von hier. 37Pilatus sagte zu ihm: Also bist du doch ein König? Jesus antwortete: Du sagst es, ich bin ein König. Ich bin dazu geboren und dazu in die Welt gekommen, dass ich für die Wahrheit Zeugnis ablege. Jeder, der aus der Wahrheit ist, hört auf meine Stimme. 38Pilatus sagte zu ihm: Was ist Wahrheit? Nachdem er das gesagt hatte, ging er wieder zu den Juden hinaus und sagte zu ihnen: Ich finde keinen Grund, ihn zu verurteilen. 39Ihr seid gewohnt, dass ich euch am Paschafest einen Gefangenen freilasse. Wollt ihr also, dass ich euch den König der Juden freilasse? 40Da schrien sie wieder: Nicht diesen, sondern Barabbas! Barabbas aber war ein Straßenräuber.

19 1Darauf ließ Pilatus Jesus geißeln. 2Die Soldaten flochten einen Kranz aus Dornen; den setzten sie ihm auf und legten ihm einen purpurroten Mantel um. 3Sie stellten sich vor ihn hin und sagten: Heil dir, König der Juden! Und sie schlugen ihm ins Gesicht. 4Pilatus ging wieder hinaus und sagte zu ihnen: Seht, ich bringe ihn zu euch heraus; ihr sollt wissen, dass ich keinen Grund finde, ihn zu verurteilen. 5Jesus kam heraus; er trug die Dornenkrone und den purpurroten Mantel. Pilatus sagte zu ihnen: Seht, da ist der Mensch! 6Als die Hohenpriester und ihre Diener ihn sahen, schrien sie: Ans Kreuz mit ihm, ans Kreuz mit ihm! Pilatus sagte zu ihnen: Nehmt ihr ihn und kreuzigt ihn! Denn ich finde keinen Grund, ihn zu verurteilen. 7Die Juden entgegneten ihm: Wir haben ein Gesetz, und nach diesem Gesetz muss er sterben, weil er sich als Sohn Gottes ausgegeben hat. 8Als Pilatus das hörte, wurde er noch ängstlicher. 9Er ging wieder in das Prätorium hinein und fragte Jesus: Woher stammst du? Jesus aber gab ihm keine Antwort. 10Da sagte Pilatus zu ihm: Du sprichst nicht mit mir? Weißt du nicht, dass ich Macht habe, dich freizulassen, und Macht, dich zu kreuzigen? 11Jesus antwortete: Du hättest keine Macht über mich, wenn es dir nicht von oben gegeben wäre; darum liegt größere Schuld bei dem, der mich dir ausgeliefert hat. 12Daraufhin wollte Pilatus ihn freilassen, aber die Juden schrien: Wenn du ihn freilässt, bist du kein Freund des Kaisers; jeder, der sich als König ausgibt, lehnt sich gegen den Kaiser auf. 13Auf diese Worte hin ließ Pilatus Jesus herausführen und er setzte sich auf den Richterstuhl an dem Platz, der Lithostrotos, auf Hebräisch Gabbata, heißt. 14Es war am Rüsttag des Paschafestes, ungefähr um die sechste Stunde. Pilatus sagte zu den Juden: Da ist euer König! 15Sie aber schrien: Weg mit ihm, kreuzige ihn! Pilatus aber sagte zu ihnen: Euren König soll ich kreuzigen? Die Hohenpriester antworteten: Wir haben keinen König außer dem Kaiser. 16a Da lieferte er ihnen Jesus aus, damit er gekreuzigt würde.
16b Sie übernahmen Jesus. 17Er trug sein Kreuz und ging hinaus zur sogenannten Schädelhöhe, die auf Hebräisch Golgota heißt. 18Dort kreuzigten sie ihn und mit ihm zwei andere, auf jeder Seite einen, in der Mitte Jesus. 19Pilatus ließ auch ein Schild anfertigen und oben am Kreuz befestigen; die Inschrift lautete: Jesus von Nazaret, der König der Juden. 20Dieses Schild lasen viele Juden, weil der Platz, wo Jesus gekreuzigt wurde, nahe bei der Stadt lag. Die Inschrift war hebräisch, lateinisch und griechisch abgefasst. 21Die Hohenpriester der Juden sagten zu Pilatus: Schreib nicht: Der König der Juden, sondern dass er gesagt hat: Ich bin der König der Juden. 22Pilatus antwortete: Was ich geschrieben habe, habe ich geschrieben. 23Nachdem die Soldaten Jesus ans Kreuz geschlagen hatten, nahmen sie seine Kleider und machten vier Teile daraus, für jeden Soldaten einen. Sie nahmen auch sein Untergewand, das von oben her ganz durchgewebt und ohne Naht war. 24Sie sagten zueinander: Wir wollen es nicht zerteilen, sondern darum losen, wem es gehören soll. So sollte sich das Schriftwort erfüllen: Sie verteilten meine Kleider unter sich und warfen das Los um mein Gewand. Dies führten die Soldaten aus. 25Bei dem Kreuz Jesu standen seine Mutter und die Schwester seiner Mutter, Maria, die Frau des Klopas, und Maria von Magdala. 26Als Jesus seine Mutter sah und bei ihr den Jünger, den er liebte, sagte er zu seiner Mutter: Frau, siehe, dein Sohn! 27Dann sagte er zu dem Jünger: Siehe, deine Mutter! Und von jener Stunde an nahm sie der Jünger zu sich. 28Danach, als Jesus wusste, dass nun alles vollbracht war, sagte er, damit sich die Schrift erfüllte: Mich dürstet. 29Ein Gefäß mit Essig stand da. Sie steckten einen Schwamm mit Essig auf einen Ysopzweig und hielten ihn an seinen Mund. 30Als Jesus von dem Essig genommen hatte, sprach er: Es ist vollbracht! Und er neigte das Haupt und gab seinen Geist auf.
31Weil Rüsttag war und die Körper während des Sabbats nicht am Kreuz bleiben sollten, baten die Juden Pilatus, man möge den Gekreuzigten die Beine zerschlagen und ihre Leichen dann abnehmen; denn dieser Sabbat war ein großer Feiertag. 32Also kamen die Soldaten und zerschlugen dem ersten die Beine, dann dem andern, der mit ihm gekreuzigt worden war. 33Als sie aber zu Jesus kamen und sahen, dass er schon tot war, zerschlugen sie ihm die Beine nicht, 34sondern einer der Soldaten stieß mit der Lanze in seine Seite, und sogleich floss Blut und Wasser heraus. 35Und der, der es gesehen hat, hat es bezeugt, und sein Zeugnis ist wahr. Und er weiß, dass er Wahres berichtet, damit auch ihr glaubt. 36Denn das ist geschehen, damit sich das Schriftwort erfüllte: Man soll an ihm kein Gebein zerbrechen. 37Und ein anderes Schriftwort sagt: Sie werden auf den blicken, den sie durchbohrt haben. 38Josef aus Arimathäa war ein Jünger Jesu, aber aus Furcht vor den Juden nur heimlich. Er bat Pilatus, den Leichnam Jesu abnehmen zu dürfen, und Pilatus erlaubte es. Also kam er und nahm den Leichnam ab. 39Es kam auch Nikodemus, der früher einmal Jesus bei Nacht aufgesucht hatte. Er brachte eine Mischung aus Myrrhe und Aloe, etwa hundert Pfund. 40Sie nahmen den Leichnam Jesu und umwickelten ihn mit Leinenbinden, zusammen mit den wohlriechenden Salben, wie es beim jüdischen Begräbnis Sitte ist. 41An dem Ort, wo man ihn gekreuzigt hatte, war ein Garten, und in dem Garten war ein neues Grab, in dem noch niemand bestattet worden war. 42Wegen des Rüsttages der Juden und weil das Grab in der Nähe lag, setzten sie Jesus dort bei.
(Joh 18,1–19,42)

Karfreitag

Allmächtiger, ewiger Gott,
durch das Leiden deines Sohnes hast du den Tod vernichtet, der vom ersten Menschen auf alle Geschlechter übergegangen ist.
Nach dem Gesetz der Natur tragen wir das Abbild des ersten Adam an uns; hilf uns durch deine Gnade, das Bild des neuen Adam in uns auszuprägen und Christus ähnlich zu werden, der mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

(Messbuch, Kleinausgabe S. [41].)

Donnerstag, 28. März 2013

Gründonnerstag

Allmächtiger, ewiger Gott,
am Abend vor seinem Leiden hat dein geliebter Sohn der Kirche das Opfer des Neuen und Ewigen Bundes anvertraut und das Gastmahl seiner Liebe gestiftet.
Gib,daß wir aus diesem Geheimnis die Fülle des Lebens und der Liebe empfangen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.

(Messbuch, Kleinausgabe S. [23].)

Das Abschiedsmahl Jesu

13 1Es war vor dem Paschafest. Jesus wusste, dass seine Stunde gekommen war, um aus dieser Welt zum Vater hinüberzugehen. Da er die Seinen, die in der Welt waren, liebte, erwies er ihnen seine Liebe bis zur Vollendung. 2Es fand ein Mahl statt, und der Teufel hatte Judas, dem Sohn des Simon Iskariot, schon ins Herz gegeben, ihn zu verraten und auszuliefern. 3Jesus, der wusste, dass ihm der Vater alles in die Hand gegeben hatte und dass er von Gott gekommen war und zu Gott zurückkehrte, 4stand vom Mahl auf, legte sein Gewand ab und umgürtete sich mit einem Leinentuch. 5Dann goss er Wasser in eine Schüssel und begann, den Jüngern die Füße zu waschen und mit dem Leinentuch abzutrocknen, mit dem er umgürtet war. 6Als er zu Simon Petrus kam, sagte dieser zu ihm: Du, Herr, willst mir die Füße waschen? 7Jesus antwortete ihm: Was ich tue, verstehst du jetzt noch nicht; doch später wirst du es begreifen. 8Petrus entgegnete ihm: Niemals sollst du mir die Füße waschen! Jesus erwiderte ihm: Wenn ich dich nicht wasche, hast du keinen Anteil an mir. 9Da sagte Simon Petrus zu ihm: Herr, dann nicht nur meine Füße, sondern auch die Hände und das Haupt. 10Jesus sagte zu ihm: Wer vom Bad kommt, ist ganz rein und braucht sich nur noch die Füße zu waschen. Auch ihr seid rein, aber nicht alle. 11Er wusste nämlich, wer ihn verraten würde; darum sagte er: Ihr seid nicht alle rein. 12Als er ihnen die Füße gewaschen, sein Gewand wieder angelegt und Platz genommen hatte, sagte er zu ihnen: Begreift ihr, was ich an euch getan habe? 13Ihr sagt zu mir Meister und Herr und ihr nennt mich mit Recht so; denn ich bin es. 14Wenn nun ich, der Herr und Meister, euch die Füße gewaschen habe, dann müsst auch ihr einander die Füße waschen. 15Ich habe euch ein Beispiel gegeben, damit auch ihr so handelt, wie ich an euch gehandelt habe.
(Joh 13,1–15)