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Freitag, 5. April 2013

Offene Kirchen

Im Jahre 2002 erschien die 6. ergänzte Auflage der 1988 erstmals erschienen „Leitlinien für den Bau und die Ausgestaltung von gottesdienstlichen Räumen“ in Form einer Handreichung der umstrittenen Liturgiekommission der Deutschen Bischofskonferenz. Unter Nr. 7.1.6 findet sich mit der Überschrift „Sicherheitstechnik“ die grundsätzliche Befürwortung von offenen Kirchen:
»7.1.6 Sicherheitstechnik
Eine dauernde Absicherung gegen Vandalismus und Diebstahl steht im Widerspruch zu einer „offenen Kirche“. Eine tagsüber für jeden zugängliche Kirche ist für alle Kirchengemeinden eine Verpflichtung (vgl. CIC can. 937). Wo dies nicht möglich ist, sollte zumindest ein Raumteil der Kirche für Gebet, Meditation, Besichtigung und Information zur Verfügung stehen.
Die Installation mechanischer Sicherungen für einzelne Bildwerke oder eines elektronischen Sicherungssystems (z. B. für die Chorzone) ist auf jeden Fall gerechtfertigt, wenn dadurch die Kirche wenigstens zeitweise geöffnet werden kann.
Grundsätzlich ist darauf zu achten, dass Außentüren einer Kirche mit ihren einzelnen Bauteilen (z.B. Türblätter, Verglasungen, Schlösser, Bänder) einbruchsicher konstruiert werden.«
Der angesprochene Kanon 937 des kirchlichen Gesetzbuches (CIC) lautet:
»Wenn kein schwerwiegender Grund dem entgegensteht, ist eine Kirche, in der die heiligste Eucharistie aufbewahrt wird, täglich wenigstens einige Stunden für die Gläubigen offenzuhalten, damit sie vor dem heiligsten Sakrament dem Gebet obliegen können.«
Es ist mit „geöffnet“ sicher nicht ein wenige Schritte breiter Glaskasten in Form eines Windfangs, in dem sich der Besucher wie der Fisch in einem Aquarium fühlt, oder ein durch Gitter abgetrenntes Gefängnis gemeint, sondern wirklich geöffnete Kirchen.
Es wäre schön, wenn diese Leitlinien endlich bei den Verantwortlichen in Pfarreien und sonstigen zuständigen Behörden ankämen.